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Amanda Palmer, Offenbach, Capitol, 13.8.2019
Schon als die eine Hälfte der Dresden Dolls hat Amanda Palmer mit „Brecht’schen Punk-Cabaret“ begeisternde Konzert gespielt. Auch als Solistin konnte sie ihrem guten Ruf immer gerecht werden.
So etwas erlebt man auch nicht alle Tage. Beim Einbiegen von der Kaiser- in die Goethestraße in Offenbach erblickt man eine Menschentraube weit vom Haupteingang des Capitols entfernt vor einer Hintertür. Mitten drin Amanda Palmer, die Hauptdarstellerin des Abends in kurzen Gesprächen, beim Autogramme schreiben und Handyfotos machen. Später in einer Moderation wird man erfahren, wen sie da wohl eine Stunde vor Konzertbeginn getroffen hat. Um als Künstlerin so unabhängig wie möglich bleiben zu können, hat sie sich der Crowdfunding-Plattform Patreon angeschlossen. Für einen Dollar im Monat kann jeder Fan zum Mäzen werden, bekommt Extras und Boni, nimmt Teil am kreativen Prozess. So entsteht eine globale Community, ein Solidaritätsgefühl in einer Welt, in der die Demokratie Gefahr läuft, von den neuen Führern und ihrer Gefolgschaft abgeschafft zu werden.
Da tut Zusammenhalt unter Freidenkern Not. Ganz allein, nur mit Gesang zu Flügel wie Ukulele präsentierte sie dann ihre Überlebensübungen im Songformat. Andächtiges Lauschen ist angesagt. Bei so viel Leid im Leben könnte man feuchte Augen bekommen. Tatsächlich aber gelingt es Palmer, die Leute immer wieder zum Lachen zu bringen. Denn sie vermag dem Schmerz Komik abzugewinnen. Empathie, Sarkasmus, Sentiment und Selbstironie gehen bei ihr Hand in Hand. Letzten Endes gilt es Kunst, Leben und Existenz zu zelebrieren.
Info
Detlef Kinslers LIVE-Album: Seit der ersten Ausgabe des Journal Frankfurt im Jahr 1990 ist Detlef Kinsler bereits Musikredakteur. Schon davor arbeitete der gebürtige Frankfurter für Stadtmagazine, Tageszeitungen wie die Frankfurter Rundschau (mit eigener Kolumne über die „Szene Frankfurt“) und Musikmagazine wie das Fachblatt und den Musikexpress. Darüber hinaus war er Co-Autor des Lexikons „Rock in Deutschland“ und stellte die Musikedition von Trivial Pursuit zusammen. Er gehörte auch zum Team von „hr1 SchwarzWeiss“ beim Hessischen Rundfunk. Von Anfang an war dabei auch die Kamera ein (fast) ständiger Begleiter. Als „ambitionierter Nebenbeifotograf“ (O-Ton Kinsler) hat er so über die Jahre unzählige Konzerte in Texten und Bildern dokumentiert. Eine Auswahl davon präsentieren wir nun monatlich hier!
Da tut Zusammenhalt unter Freidenkern Not. Ganz allein, nur mit Gesang zu Flügel wie Ukulele präsentierte sie dann ihre Überlebensübungen im Songformat. Andächtiges Lauschen ist angesagt. Bei so viel Leid im Leben könnte man feuchte Augen bekommen. Tatsächlich aber gelingt es Palmer, die Leute immer wieder zum Lachen zu bringen. Denn sie vermag dem Schmerz Komik abzugewinnen. Empathie, Sarkasmus, Sentiment und Selbstironie gehen bei ihr Hand in Hand. Letzten Endes gilt es Kunst, Leben und Existenz zu zelebrieren.
Detlef Kinslers LIVE-Album: Seit der ersten Ausgabe des Journal Frankfurt im Jahr 1990 ist Detlef Kinsler bereits Musikredakteur. Schon davor arbeitete der gebürtige Frankfurter für Stadtmagazine, Tageszeitungen wie die Frankfurter Rundschau (mit eigener Kolumne über die „Szene Frankfurt“) und Musikmagazine wie das Fachblatt und den Musikexpress. Darüber hinaus war er Co-Autor des Lexikons „Rock in Deutschland“ und stellte die Musikedition von Trivial Pursuit zusammen. Er gehörte auch zum Team von „hr1 SchwarzWeiss“ beim Hessischen Rundfunk. Von Anfang an war dabei auch die Kamera ein (fast) ständiger Begleiter. Als „ambitionierter Nebenbeifotograf“ (O-Ton Kinsler) hat er so über die Jahre unzählige Konzerte in Texten und Bildern dokumentiert. Eine Auswahl davon präsentieren wir nun monatlich hier!
2. September 2024, 11.24 Uhr
Detlef Kinsler
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