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Foto: Ashley Henry tritt am Sonntagabend im Rahmen des „53. Jazzfestivals“ im Mousonturm auf © Sony Music/Max Fairclough
Foto: Ashley Henry tritt am Sonntagabend im Rahmen des „53. Jazzfestivals“ im Mousonturm auf © Sony Music/Max Fairclough

„53. Deutsches Jazzfestival“

Neue Impulse für den Jazz in Frankfurt

Neues Team, neues Konzept, neue Spielstätten – beim „53. Deutschen Jazzfestival“ wird vom 26. bis 30. Oktober Jazz zwischen Tradition und Innovation präsentiert und das nicht nur im Hessischen Rundfunk und dem Mousonturm, sondern auch in den Clubs der Stadt.
Hinter dem „53. Deutsche Jazzfestival“ steht in diesem Jahr ein neues Organisationsteam. „Den dreiköpfigen ,Überbau’ bilden seit diesem Jahr Frank Lauber (Musikredaktion und Produktion hr-fernsehen mit jahrzehntelanger Jazzexpertise), Janina Schmid (Unternehmenskommunikation, u. a. Programmpresse für hr2-kultur und die Kulturunit) und ich in der Rolle als Veranstaltungskoordinator, in der ich beim hr unter anderem für das Europa-Open-Air verantwortlich bin“, erklärt Tim Wirth. Das bisherige Triumvirat Olaf Stötzler, Claus Gnichwitz und Jürgen Schwab konzentriert sich stärker auf seine anderen Aufgaben im Sender, gehört aber nach wie vor zum Festival-Team, Stötzler ist als Manager der hr-Bigband – zwei Mal im Sendesaal – ohnehin präsent. „Die Konzerte der hr-Bigband sind für das Publikum immer ein Highlight im Programm und sie werden weiterhin fester Bestandteil des Festivals sein“, verspricht Lauber. „Mit Julia Hülsmann und Marius Neset kommt die Band dieses Jahr mit spannenden Gästen in den Sendesaal, die zwei tolle Konzertabende versprechen.“

„Für Außenstehende steht natürlich das Programm des Festivals im Fokus, für eine professionelle Durchführung eines Events in dieser Größenordnung sind aber neben Artist-Booking auch die veranstaltungs- und produktionstechnische Umsetzung, sowie die Kommunikation und das Marketing zur Veranstaltung in gleichem Maße entscheidend. Entsprechend dieser drei Teilbereiche und der jeweiligen Zuständigkeiten ist das Festival nun personell gut für die Zukunft aufgestellt“, so Wirth weiter. „Das Festival hat sich in den letzten Jahrzehnten inhaltlich immer weiterentwickelt und die Programmmacher haben dabei probiert, unterschiedliche thematische Schwerpunkte zu setzen, besondere musikalische Projekte zu initiieren und spannende nationale und internationale Acts nach Frankfurt zu holen“, sagt Lauber. „Uns ist es wichtig, das Festival in diesem Geiste weiterzuführen und interessanten und abwechslungsreichen Künstlerinnen und Künstlern, sowie möglichst vielen aktuellen Spielarten des Jazz eine Bühne zu bieten.“

Dafür stehen zum Beispiel die Saxofonistin Lakecia Benjamin, der man nachsagt, an die spirituelle Dimension von John Coltranes Schaffen anknüpfen und dabei aber einen tanzbaren Mix aus Jazz, Soul, Funk und Hip-Hop entwickeln zu können. Oder der Pianist Ashley Henry, dessen musikalischen Einflüsse vom Jazz der 60er-Jahre über Fusion und Hip-Hop bis hin zu Elektronika reichen. Er kommt mit seinem Quartett in den Mousonturm, wo zum Festivalabschluss zuletzt gerne clubtauglicher Londoner Postjazz präsentiert wurde.

Das Opening findet 2022 übrigens nicht in der Alten Oper statt. „Die Eröffnungsveranstaltung nicht dort durchzuführen war eine wirtschaftliche Risikoabwägung“, verweist Wirth auf das Szenario einer möglichen Herbst-/Winter-Corona-Welle und potenzielle Einschränkungen für einen regulären Veranstaltungsbetrieb. „Aber nicht zuletzt mit Blick auf die Kaufbereitschaft für Konzertkarten in dieser Zeit, haben wir uns in unseren Planungen frühzeitig für den hr-Sendesaal entschieden.“

Stattdessen werden mit dem Jazzkeller, der Romanfabrik, der Alten Seilerei, der Milchsackfabrik und dem Kunstverein Familie Montez fünf kleinere Spielstätten in der „Jazzfestival Clubnacht“ in Frankfurt bespielt. „Dass Frankfurt eine gute und lebendige Jazz-Szene hat, wird viel zu selten thematisiert, daher war es uns ein Anliegen, nicht nur nationale und internationale Jazz-Größen zum Deutschen Jazzfestival Frankfurt einzuladen, sondern auch die lokalen Jazzveranstalter stärker mit dem Event zu verbinden, nach außen zu transportieren und der Stadt Frankfurt so auch eine größere Wahrnehmung als Jazz-Hot-Spot zu geben“, verrät Wirth.

Der Hessische Rundfunk ist gezielt auf die Frankfurter Clubs zugegangen, in denen auch sonst die Musikfarbe Jazz erlebbar gemacht wird. „Die Clubs sollen sich mit einem Programm im Rahmen des Jazzfestivals präsentieren, welches sie auch sonst für das interessierte Jazzpublikum anbieten“, glaubt Wirth, dass nur so die Jazzszene aus Frankfurt transparent abgebildet und ins Festival integriert werden kann. „So war es selbstverständlich, dass alle teilnehmenden Clubabend-Veranstalter ihre Acts selbstständig ausgewählt haben. Wir freuen uns über die neuen Impulse, die durch die Clubs gesetzt werden, ebenso wie über etwaiges neues Publikum beim Deutschen Jazzfestival Frankfurt.“
 
24. Oktober 2022, 15.50 Uhr
Detlef Kinsler
 
Detlef Kinsler
Weil sein Hobby schon früh zum Beruf wurde, ist Fotografieren eine weitere Leidenschaft des Journal-Frankfurt-Musikredakteurs, der außerdem regelmäßig über Frauenfußball schreibt. – Mehr von Detlef Kinsler >>
 
 
Fotogalerie:
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