Eine Praktikantin sieht rot

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Katharina /

Ein Weltrekordversuch? Da bin ich doch sofort dabei.
ROT!

Einer der Höhepunkte des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses in Frankfurt: der Versuch, die größte Aids-Schleife der Welt zu bilden. Sie sollte sich gleich durch mehrere Straßen ziehen und mit einem Hubschrauber aus der Luft gefilmt werden. In Köln gab's wohl schon mal so was ähnliches, da waren die Teilnehmer jedoch nicht namentlich registriert.

Zu diesem Zweck wurde also dazu aufgerufen, sich wenn möglich in rotem Dress mittags in der Innenstadt zu versammeln. Dort angekommen, sah ich auch schon zahlreiche Schulklassen in roten T-Shirts umher rennen. Nach der namentlichen Registrierung bei der Organisation ging der Run auf die kostenlosen T-Shirts und Regenschirme los. Nachdem ich mir mit vollem Körpereinsatz eins erkämpft hatte, schaute ich mich erst mal etwas an der Hauptwache um.

Überall waren vorwiegend schreiende, wild umherrennende Kinder zu sehen, die eigentlich weniger an die Problematik von AIDS, als vielmehr an die bevorstehenden Sommerferien dachten. Zwischendrin entdeckte ich auch ein paar rot gekleidete Promis, wie zum Beispiel Buchautorin Susanne Fröhlich und HR-Radiomoderator Matthias Münch:
Matthias Muench und Susanne Froehlich
Ich machte mich dann auf den Weg zur Börsenstraße, wo mich die hektisch herumwuselnden Menschen in den knallgelben Leuchtwesten hingeschickt hatten. Plötzlich sprach mich eine ältere Dame, so ungefähr im Alter meiner Oma, an, ob ich denn ein Kondom bräuchte. „Eigentlich im Moment gerade nicht, aber trotzdem danke.“

Am „Sammelpunkt“ angekommen fand ich noch einige andere Menschen mit roten Accessoires und ich gesellte mich zu ihnen. Kurze Zeit später schrillte ein Pfiff durch die entspannte Stille und ein Mann mit entsprechender Pfeife in der Hand und zackigem Schritt schrie: „Auf die Straße!!“ Jawohl Chef. Ohne Wiederworte stellten wir uns alle wie die Lemminge auf die zum Glück doch gesperrte Straße und hielten und brav an den Händen. Ein Hubschrauber kreiste immer mal über unsere Köpfe und filmte das ganze von oben. Nach ungefähr fünf Minuten des Rumstehens, die Hände wurden schon leicht schwitzig, und die Laola-Welle wollte auch nicht so recht klappen, war das ganze auch schon vorbei. Punkt 13.30 Uhr strömte die Menge wieder auseinander, als wäre nie etwas gewesen. Von irgendwo her hieß es dann, dass der Versuch wahrscheinlich geglückt sei und seinen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde erhalten werde.

Schlange

Exakt 3.695 Menschen hatten zusammen eine riesige AIDS-Schleife in der Innenstadt Frankfurts entstehen lassen - und ich war dabei! Namentlich werde ich im Buch zwar leider nicht erwähnt, aber immerhin hab ich ein T-Shirt ergattert.


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