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Foto: AdobeStock/ Heino Pattschull
Foto: AdobeStock/ Heino Pattschull

Hochhaus-Entwicklungsplan 2024

14 neue Hochhäuser in Frankfurt – Linke spricht von „Prestige-Betonriesen“

Wie wird sich das Stadtbild Frankfurts verändern? Im Hinblick auf die Skyline hat das Planungsdezernat einen Plan mit 14 Hochhausprojekten vorgelegt. Kritik kommt von der Linken.
Update, 9. März: Die Linke im Römer kritisiert die Pläne des Magistrats, 14 neue Hochhausprojekte anzugehen. Dazu Eyup Yilmaz, planungs- und wohnungspolitischer Sprecher findet, dass Frankfurt „keine weiteren Prestige-Betonriesen“ brauche. Dadurch entstünde „nur noch mehr leerstehende Bürofläche“, und sollten tatsächlich Wohnungen entstehen, würden diese „zu Mondpreisen verhökert und als reine Anlage-, wenn nicht Geldwäscheobjekte ebenfalls weitgehend leerstehend gelassen“. Und weiter: „Was Frankfurter*innen wirklich brauchen sind bezahlbarer Wohnraum und Schulen für ihre Kinder. Hier sollte der Magistrat seine Prioritäten setzen und nicht die Nachfrage der profitorientierten Immobilienbranche bedienen.“

Neue Frankfurter Skyline: 14 neue Hochhäuser möglich

Erstmeldung: In Frankfurt begann die erste Hochhausplanung innerhalb einer kurzen Zeitspanne nach dem Zweiten Weltkrieg. Wie es von Seiten des Planungsdezernats heißt, wurde die „Integration von Hochpunkten“ städtebaulich und planungspolitisch bewusst gestaltet. Mittlerweile sind die Hochhäuser nationales und internationales Markenzeichen der Stadt, ihre architektonischen Leitbilder, die die einzelnen Etappen markieren, sind noch heute ablesbar.

Allerdings wuchs erst Ende der 90er-Jahre die Idee, die Hochhäuser in jener identitätsstiftenden Art einer Skyline zu bauen, was 2000 als Hochhausentwicklungsplan beschlossen wurde. Die Idee des Hochhausclusters bezog anfangs nur das Bankenviertel ein; im Kontext der Nachfrage an Büroflächen ergänzte man dies um weitere Standorte. 2024 nun wird die Geschichte der Hochhäuser in Frankfurt, die aktuell 40 Gebäude über 100 Meter umfasst, weitergeschrieben.

Hochhausentwicklungsplan in Frankfurt: Mehr Wolkenkratzer?

Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) stellte den Entwurf des neuen Hochhausentwicklungsplans vor – und mit ihm die Möglichkeit von 14 zusätzlichen Hochhausprojekten. Neu ist, an vier Standorten auf Abriss und Neubau durch Aufstockungen zu verzichten, um einerseits den Verbrauch an grauer Energie zu minimieren und andererseits Flächen effizient zu nutzen.

Im Fokus stehen das Bankenviertel Richtung Westen und das Gebiet rund um die Europäische Zentralbank (EZB). Gwechenberger betonte die Bedeutung der Hochhäuser für die städtebauliche Entwicklung Frankfurts: „Ein wesentliches Ziel besteht darin, die Innenstadt zu stärken. Entlang der Wallanlage soll eine Hochhauspromenade entwickelt werden“, erklärte er. Dort seien in den unteren Geschossen öffentliche Nutzungen geplant, etwa „Kultur- und Bildungseinrichtungen, aber auch Sport und Gastronomie“.

Neues Hochhaus am Frankfurter Hauptbahnhof geplant

Vier „niedrigere Hochhäuser“ seien rund um die EZB vorgesehen. Ein weiteres Hochhaus soll auch am Hauptbahnhof entstehen, „das funktional mit dem Haupt- und Busbahnhof verbunden wird“, und „durch direkte Zugänge zum Hauptbahnhof einen qualitativen Zugewinn für den fußläufigen Verkehr bringt“.

Der Leiter des Stadtplanungsamtes, Martin Hunscher, ergänzte, dass es sich bei der Hochhausplanung um eine städtebauliche Zielplanung handele: „Wir haben stets die Weiterentwicklung der Skyline als stadträumliche Gesamtkomposition im Auge, aber ebenso die stadträumliche Verbesserung an den Standorten, für die neue Hochhäuser vorgeschlagen werden.“
 
9. März 2024, 10.10 Uhr
Katja Thorwarth
 
Katja Thorwarth
Die gebürtige Frankfurterin studierte an der Goethe-Uni Soziologie, Politik und Sozialpsychologie. Ihre journalistischen Schwerpunkte sind Politik, politisches Feuilleton und Meinung. Seit März 2023 Leitung online beim JOURNAL FRANKFURT. – Mehr von Katja Thorwarth >>
 
 
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