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„You’ll never walk alone“
 

„You’ll never walk alone“

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Antisemitismus im deutschen Fußball

Foto: Rafael Herlich
Foto: Rafael Herlich
Schlagzeilen über antisemitische Äußerungen reißen in Deutschland nicht ab. Auf dem Fußballplatz gehört das Wort „Jude“ in Kombination mit Anfeindungen gegen Spieler zum Standardrepertoire an häufigen Beleidigungen.
Antisemitismus im Fußball ist ein bestehendes Problem quer durch alle Ligen. Eine Lösung könnte sein: gemeinsames Sprechen und Aufklärungsarbeit. Bei Makkabi Frankfurt, aber auch bei anderen Fußballvereinen in Deutschland gehören religiöse Anfeindungen und Übergriffe heutzutage leider zur traurigen Realität. Immer häufiger werden Makkabi-Spieler, von denen etwa ein Drittel jüdisch ist, Opfer von Beleidigungen und Bedrohungen. Wie gehen Sportvereine richtig mit antisemitischen Vorfällen um? Wie kann der Fußball dem wachsenden Antisemitismus in Deutschland entgegentreten?

„Antisemitismus im Fußball geht uns alle an“, sagt Alon Meyer, Präsident von Makkabi Deutschland. „Denn Fußball als beliebtester Sport in Deutschland spiegelt auch gesamtgesellschaftliche Einstellungen wider – deshalb ist es wichtig, dass alle Akteure das Problem ernst nehmen und gegen Antisemitismus vorgehen.“ Die Konferenz „You’ll never walk alone – Strategien gegen Antisemitismus“, im Haus des deutschen Sportes, unweit von der Commerzbank-Arena wurde langfristig von der Bildungsstätte Anne Frank gemeinsam mit Makkabi Frankfurt und dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration im Rahmen der Umsetzung des Integrationsvertrages durchgeführt. Gestern haben rund 120 Personen laut Veranstalter das ganztägige Programm der Konferenz von 11 Uhr bis 18 Uhr verfolgt. Gesprochen haben viele bekannte Experten des nationalen Fußballs. Nach einer Begrüßung vom Organisationskomitee haben unter anderem Politiker Daniel Cohn-Bendit, Sportjournalist Ronny Blaschke und Eintracht Frankfurt Präsident Peter Fischer Stellung bezogen. In Podiumsdiskussionen und Vorträgen wurden verschiedene Ansichten von Fanseite, vom Spielfeld sowie von der Seite der Institutionen her beleuchtet. Die Moderation übernahm die Journalistin Esther Shapira. Als einen Lösungsweg sieht Ariel Leibovici, Sportlicher Leiter von Makkabi Deutschland, dass „mehr direkt an der Wurzel des Hasses gearbeitet werden muss. Wir müssen mehr in Schulen gehen, Workshops anbieten, Elternabende organisieren und mit anderern Institutionen zusammenarbeiten, damit der Hass, der irgendwo aufgeschnappt wird, nicht weitergetragen wird.“ Er selbst war langjähriger Makkabi-Fußball Spieler und ist aktuell auch als 2. Mannschaft Trainer aktiv. „Wir sind ein Multikulti-Verein und offen für alle Religionen“, betont er.

Aus aktuellem Anlass wurden auch die gegenwärtigen Antisemitismusvorfälle in Frankreich sowie die allgemeine Lage jüdischer Bürger in Europa thematisiert. Die deutschen Behörden haben 2018 im Vergleich zum Vorjahr zehn Prozent mehr antisemitische Straftaten registriert, wobei Gewaltdelikte besonders deutlich zunahmen. Im Kampf gegen Antisemitismus im Fußball ist die Arbeit vieler Ultra-Bewegungen und Fanszenen wichtig und unverzichtbar. Eintracht-Präsident Peter Fischer macht eine klare Ansage: „Eintracht Frankfurt und ich werden im Kampf gegen Ausgrenzung, Herabwürdigung, Rassismus und Antisemitismus niemals aufgeben. Wer gegen Israel ist, wer gegen Juden ist, wer homophob ist, wer Ausgrenzung betreibt, wer Hass in diese Gesellschaft bringt – der hat bei uns keine Chance.“

Aktualisiert am 22.02.2019 um 23:39 Uhr.
 
22. Februar 2019, 10.15 Uhr
Sheera Plawner
 
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Leser-Kommentare

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Tobías Rûger am 22.2.2019, 14:58 Uhr:
"... wer gegen Homophobie ist, ... – der hat bei uns keine Chance.“ Hat das Eintracht-Präsident Peter Fischer so gesagt bzw. gemeint?
 
 
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