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„Treffpunkt“ wird zum Atelier
 

„Treffpunkt“ wird zum Atelier

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Shoa-überlebende Künstler

Foto: Aviva Kaminer
Foto: Aviva Kaminer
Im Frankfurter-Westend lernen Überlebende des Holocausts die künstlerische Freiheit kennen. Unter der Leitung von Aviva Kaminer werden ganz besondere Kunstwerke geschaffen.
Im Jahr 2002 hatten der ehemalige Direktor der Zentralenwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) Benjamin Bloch und der damalige Repräsentant der Claims Conference in Deutschland Karl Brozik eine Vision: Sie wollten Überlebenden der Shoa und ihren Angehörigen einen strukturellen Rahmen geben, wo sie psychosoziale Versorgung und Unterstützung erhalten. Vor 16 Jahren startete das Pilotprojekt „Treffpunkt“ im Frankfurter-Westend. Heute gibt es rund 30 Treffpunkte in ganz Deutschland.

Der „Treffpunkt“ Frankfurt offeriert neben Sprechstunden auch Yoga-Kurse, Kaffeenachmittage und Vorträge an. Seit August 2017 bietet die Künstlerin und Pädagogik-Studentin Aviva Kaminer wöchentliche Malkurse im „Treffpunkt“ an. Für die 31-jährige Frankfurterin, die selbst eine Nachfahrin von Holocaust-Überlebenden ist, ist es eine Herzensangelegenheit: „Es ist eine besondere Möglichkeit sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, dass für mich schon immer präsent war.“ Bei den meisten Besuchern des Malkurses handelt es sich um Menschen, die als Kinder die Shoa überlebt haben. Durch den Schrecken des Zweiten Weltkrieges hatten wurden sie ihrer Kindheit beraubt. „Obwohl die meisten seit ihren Kinderjahren nicht mehr gemalt haben, haben sie sich trotz aller Ängste und Selbstzweifel an die Bilder gewagt und dabei Stück für Stück eine ganz eigene Bildsprache entwickelt“, so Kaminer.

Der Fantasie sind im „Treffpunkt“ keine Grenzen gesetzt. Viele Bilder handeln vom Leben und dem Lebendigen. So sind Tiere, Früchte, die Natur oder musizierende Menschen beliebte Motive. Die Mitarbeiterinnen des „Treffpunktes“ Noemi Staszewski und Ania Hadda sehen in den niedrigschwelligen Angeboten eine Möglichkeit, Vertrauen zu den oftmals traumatisierten Besuchern zu gewinnen. Für die beiden Frauen war der Malkurs ein Wunsch, da sie schon früh das künstlerische Potenzial ihrer Besucher erkannt haben. Die angehende Pädagogin Aviva Kaminer sieht in dem Kurs auch eine Möglichkeit, für Menschen, die dasselbe Schicksal erlebt haben, zusammen zu sein. „Sie können sich in sicherer Gesellschaft austauschen und neue Sachen ausprobieren.“ Auf Wunsch der Kurs-Teilnehmer wurden ihre Kunstwerke in einer offenen Ausstellung ausgestellt.

Mehr Informationen: zwst.org/de/ueberlebende-des-holocaust/
8. August 2018
Ruben Gerczikow
 
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