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Radiomoderator Rob Green
 

Radiomoderator Rob Green

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Staatsanwaltschaft zieht Anklage zurück

Foto: © Bernd Kammerer
Foto: © Bernd Kammerer
Von den ursprünglichen Vorwürfen der Kinderpornographie bleibt nichts mehr übrig: Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat die Anklage gegen den früheren HR-Moderator Rob Green zurückgezogen.
Der Vorwurf des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornographie wiegt schwer. Erst recht für Personen des öffentlichen Lebens. Deswegen zwei Worte in eigener Sache vorweg: Wir hatten uns lange dagegen entschieden, in unserer Berichterstattung den Namen Rob Green im Zusammenhang mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu nennen, auch sein Foto zeigten wir nicht, im Gegensatz zu allen anderen Medien, den Hessischen Rundfunk eingeschlossen. Jenem Sender, der ihn aufgrund der Ermittlungen von seinen Aufgaben als Gesicht einer Morgensendung entbunden hatte – was im kommenden Frühling in einem Arbeitsgerichtsprozess in zweiter Instanz erneut juristisch erörtert werden soll (im ersten Verfahren war Rob Green unterlegen).

Im September rückte die Staatsanwaltschaft Darmstadt vom Vorwurf des Besitzes der Kinderpornographie ab. Es ging nun noch um den Verdacht auf Verbreitung pornographischer Schriften, genauer: dass der Moderator einem Minderjährigen solche Schriften zugänglich gemacht haben soll. "Wir werden Anklage erheben", so die Staatsanwaltschaft im Herbst. Jetzt heißt es aus Darmstadt: "Wir haben die Anklage zurückgezogen." Rob Green und sein Anwalt haben dennoch Post bekommen: Eine Verwarnung mit Strafvorbehalt. Bedeutet: Eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen wird fällig, falls Rob Green sich in den kommenden zwei Jahren etwas zu schulden kommen lässt. Ansonsten soll er 1500 Euro an eine gemeinnützige Organisation spenden, genannt werden die Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel aus Bielefeld.

"Ich konnte Herrn Green nur raten, darauf einzugehen", sagt einer seiner beiden Anwälte Andreas Geipel. Der Widerspruch und ein damit einhergehendes öffentliches Verfahren sei nicht nur aus Publicity-Gründen zu vermeiden, es koste auch schlicht zu viel Geld. So gehe Rob Green straffrei aus der ganzen Sache heraus. "Besser kann es nicht kommen", so Herr Geipel.

Auch Rob Green zeigt sich zufrieden: "Ich will jetzt einfach nach vorne schauen", sagt er und verbindet dies mit der Hoffnung, seinen durch die mediale Berichterstattung arg beschädigten Ruf nun wiederherstellen zu können. "Ein weiteres Gerichtsverfahren könnte ich mir auch gar nicht leisten." Seine Zukunft sieht er weiter als Radiomoderator: "Das ist das, was ich kann", sagt er. Wann es soweit ist, ist noch unklar. "Derzeit kümmere ich mich um meinen schwer kranken Vater in Großbritannien, das hat für mich Priorität."

Der Hessische Rundfunk will sich in der Angelegenheit nach wie vor nicht äußern.
4. Dezember 2014
Nils Bremer
 
Nils Bremer
Jahrgang 1978, Politologe, insgesamt 14 Jahre beim Journal Frankfurt, von 2010 bis Juni 2018 als Chefredakteur. – Mehr von Nils Bremer >>
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Leser-Kommentare

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FotoBlock.eu am 6.12.2014, 14:47 Uhr:
Leute ich wäre da etwas vorsichtiger! Ich habe Rob IMMER Morgens gehört und das erste was er im neuen Jahr 2014 sagte war sinngemäß: "Na mal sehen ob ich bis Ende des Jahres noch beim Sender bin, ich habe da so etwas gemacht das macht man halt nicht."
So jetzt überdenkt einmal bitte die Verschwörungstheori! Ich habe Ihne immer gerne gehört aber an dem Morgen dachte ich noch "Was war das denn?" Mir hat er DANACH auch morgens irgendwie gefehlt, aber ich habe halt 1&1 zusammengezählt.....
 
Uwe Looschen am 5.12.2014, 11:04 Uhr:
Das, was hier passiert ist, war Rufmord auf höchster Ebene. Doch keiner der Verursacher die da wären Staatsanwaltschaft und Hessischer Rundfunk, muß sich dafür verantworten. Aber man hat ein Leben vernichtet. Hier besteht zwingender Handlungsbedarf, dass solche Dinge durch die Justiz nicht entstehen können. Es gibt so viele Beispiele aus den letzten Jahren, wo sich die Staatsanwaltschaft profitieren wollte und dann total falsch lag. Wenn besser recherchiert worden wäre, dann wäre es gar nicht zu einer Anklage gekommen. Manchmal denke ich, wir sind im 17. Jahrhundert, wo man Menschen einfach so an den Pranger gestellt hat.
 
Whizzbizz am 5.12.2014, 10:36 Uhr:
Ich habe fast den Eindruck, dass er für den hr ein bisschen zu lustig und ein bisschen zu freizügig war. Bei der Jugend war er jedenfalls beliebt. Ich tippe auf Rufmord. Was sagen Sie dazu, Herr/Frau Hessischer Rundfunk? Ist es nicht auch in Ihrem Interese, das mal klarzustellen?
 
Michael Ott am 4.12.2014, 16:47 Uhr:
Verstehe ich das jetzt richtig: Alles was von der Bombe "Kinderpornos verbreiten" bleibt ist eine Verwarnung und eine "Spende" von 1.500 Euro?
Hatte mich damals echt geschockt, wie schnell Rob Green beim hr rausflog und alle Hinweise auf ihn von der youFm-Website gelöscht wurden, nur weil ein Vorwurf im Raum stand. Fast wie in Nordkorea, wenn ein Onkel des Diktators in Ungnade fällt... ein Recht auf Unschuldsvermutung bestand für ihn wohl nie. Wären wir jetzt in den USA könnte er Polizei und Staatsanwaltschaft bestimmt auf Schadensersatz in Millionenhöhe verklagen wegen Rufschädigung und damit Zerstörung der eigenen Lebensbasis. Drücke ihm die Daumen, dass er wenigstens beim Arbeitsgerichtsprozess noch was rausschlagen kann, denn der hr hätte ihn zunächst mal nur beurlauben können. Und dass er wieder einen gescheiten Job findet!
 
 
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