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HR2-Kultur soll in Klassikwelle umgewandelt werden
 

HR2-Kultur soll in Klassikwelle umgewandelt werden

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Hessischer Rundfunk setzt auf Digitalisierung

Foto: Unsplash/Abigail Keenan
Foto: Unsplash/Abigail Keenan
Der Hessische Rundfunk hat sich intensiv mit der veränderten Mediennutzung und den Folgen der Digitalisierung beschäftigt und plant verschiedene Änderungen für den Sender. Eine davon sieht vor, HR2-Kultur in eine Klassikwelle umzuwandeln.
Beim Hessischen Rundfunk soll sich einiges verändern: In den vergangenen Monaten habe man sich intensiv mit dem bestehenden Programmangebot, mit der veränderten Mediennutzung und den Folgen der Digitalisierung beschäftigt, sagt Pressesprecher Christoph Hammerschmidt. Richtungsweisende Initiativen wurden nun von der Geschäftsleitung eingeleitet und sollen Ende August im Rundfunkrat beraten werden. Diese wurden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am 11. Juli vorgestellt. Eine davon sieht vor, dass das Radioprogramm HR2-Kultur in eine Klassikwelle umgewandelt werden soll. Das Programm soll dabei nicht komplett „wortfrei“ werden, sich aber stärker um die Klassik als Hauptinhalt zentrieren. Von den Hörerinnen und Hörern habe es „sehr differenzierte Rückmeldungen“ bezüglich der Umstellung gegeben.

Derzeit erreiche der HR mit seinen Angeboten werktäglich 64 Prozent aller Hessinnen und Hessen ab 14 Jahren. Klar sei aber, dass die Nutzergewohnheiten der jüngeren Menschen - und zunehmend auch der älteren – sich verändern. „Sie erwarten, auch digitale Angebote zu finden, die sie jederzeit nutzen können, so wie sie dies von Video-On-Demand-Angeboten und Streamingdiensten gewöhnt sind“, so Hammerschmidt. Der Hessische Rundfunk werde sich daher stärker auf die digitale Nutzung seiner Angebote ausrichten. Diese „digital first“-Strategie, wie sie der HR nennt, bedeute, dass regionale Kulturberichterstattung verstärkt über das Onlineangebot erfolge und Kulturinhalte mit besonderem Fokus für die ARD-Audiothek und ARD-Mediathek entwickelt werde.

Im Zuge dessen müsse auch die Ausrichtung der anderen HR-Radioprogramme überprüft werden, so Hammerschmidt. „Mit HR-Info beispielweise hat der HR ein überaus erfolgreiches Wortprogramm, das über die Grenzen Hessens hinaus seine Hörerinnen und Hörer findet. Hier wird es eine weitere Profilierung des Themas Kultur geben.“ Der reichweitenstärkste Radiosender, und zugleich Flaggschiff, HR3, soll weiter ausgebaut werden. Auch die Formate für das Fernsehen sollen sich stärker an der jüngeren Zielgruppe orientieren. „Unsere Erfahrung sagt, dass Angebote für jüngere Zuschauerinnen und Zuschauer oft auch ältere begeistern, umgekehrt funktioniert das dagegen nicht“, erklärt Hammerschmidt. Ziel des Veränderungsprozesses sei es, digitale Produkte grundsätzlich zu stärken und für alle Zielgruppen auszubauen. Hammerschmidt verwies aber auch noch einmal darauf, dass eine genaue Ausgestaltung sowie einzelne Maßnahmen nicht festgelegt seien.
 
18. Juli 2019, 13.12 Uhr
ez
 
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Leser-Kommentare

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Antje Schöny am 25.7.2019, 18:26 Uhr:
Für mich ist HR2 täglich präsent, ob im Auto oder zuhause. Ich schätze das breite Angebot an Musikrichtungen, die Werbefreiheit und die ausführlichen Informationen zu Neuerscheinungen in Literatur und Musik. Frau Morell hat ja die ganzen Programmangebote aufgelistet, ich kann mich ihr nur anschließen. Das Ende des HR2 in seiner jetzigen Form wäre ein herber Verlust für alle, die Radio gegen den Mainstream bevorzugen. Hier geht eine Plattform verloren, die Hintergründe und Recherchen zu den Themen unserer Zeit bietet. EInen reinen Klassiksender braucht die Welt nicht! Ich vermute hinter der Umstellung eher ein Ausbremsen kritischer Berichterstattung. Sehr sehr schade!
 
QR Code ART am 18.7.2019, 14:51 Uhr:
Der HR sollte eher Sender zumachen und Geld sparen als wieder alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen. Wie viele Leute würden einen (reinen) Klassik Sender überhaupt hören? Wird da überhaupt seriöse etwas erfasst? Da würde sich eher ein Jazz Sender empfehlen, den würden wohl mehr Leute hören. Man muss nicht jede Sparte ausführlichst bedienen, nur um das Geld los zu werden. Jugendliche und jung gebliebene hören kein Radio mehr, d.h. eine Reduzierung auf das notwendigste ist angebracht.
 
Carola Morell am 18.7.2019, 14:40 Uhr:
Ich bin seit vielen Jahrzehnten in kritischer Begeisterung dem hr2 verbunden und möchten nicht auf ihn verzichten! Auf keinen einzigen seiner hochinteressanten Programmpunkte, für mich ist der hr2 mein "Tor zur kulturellen politischen und sozialen Welt" zudem auch mit Fokus auf Hessen. Also aus meiner Sicht unverzichtbar und in keinster Weise durch einen Klassiksender ersetzbar!
Hr2 war immer schon laut Statistik ein Minispartensender, in den vergangenen Jahren wurde bereits Veränderungen umgesetzt, die in Richtung Mainstream gingen und komplexe hochinteressante Formate, wie Mikado, eingestellt. Gerade in einer Zeit des medialen Fast food, der Dominanz und Omnipräsenz von Bildern als "Info-Bits" ist hr2 ein extrem wichtiger Sender mit Programmformaten wie: Kultur- Presseschau, Früh-Kritik, den Lesungen und Buchbesprechnungen, der Hörbar, der Tag und natürlich Doppelkopf - und vielen anderen mehr.
Einen "Klassiksender" braucht in Zeiten von YouTube, etc. nun wirklich niemand - dies ist weniger als eine Beerdigung 2. Klasse. Ich hoffe, das es doch eine Möglichkeit gibt diese Katastrophe abzuwenden!
Nebenbei eine Frage: Die angeblich weniger als 2 % der Hörer, die hr2 hören - wie werden die eigentlich solide statistisch erfasst?
Carola Morell
 
 
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