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a-ha spielten unplugged
 

a-ha spielten unplugged

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Nordische Melancholie in der Festhalle

Foto: Enrico Sauda
Foto: Enrico Sauda
Die norwegische Popband a-ha zeigte am Mittwoch eindrucksvoll, dass sie mit ihrem Oeuvre noch immer die Festhalle zu füllen vermag – auch wenn auf elektronische Instrumente verzichtet wird.
Totgesagte leben länger: Nach diversen Versuchen die Band aufzulösen und entsprechenden Abschiedstourneen zeigte die norwegische Popgruppe a-ha am Mittwoch, dass das Band zwischen den drei Musikern und dem Publikum auch 33 Jahre nach dem ersten Hit „Take on me“ immer noch hält. Gut besetzt war die Festhalle und das Publikum begrüßte Morten Harket, Magne Furuholmen und Pal Waaktaar-Savoy gleich mit einem warmen, tosenden Applaus. Doch früher war einfach mehr Lametta. Die Zeit hat bei den drei Musikern deutliche Spuren hinterlassen und das machte sich auch am Unplugged Konzert bemerkbar.

Morten Harket, immerhin schon 59, mit Jeans, Shirt und Lederjacke bekleidet, blieb bei dem etwa 100-minütigen Konzert fast die ganze Zeit über hochkonzentriert, fast meditierend auf dem Hocker sitzen, behielt für lange Zeit die Augen beim Singen geschlossen und schien erst bei der Zugabe aus sich herauszukommen, wo er dann doch mal aufstand, und mit einem breiten Grinsen hinter seiner Brille hervorlugend ein paar Worte sprach. Etwa darüber, wie das Lied „Sox oft he Fox“ der Band Bridges ihn als 20-jährigen Musiker inspiriert hatte. Indes zeigte sich Pal Waaktaar erstmals dunkelhaarig und Magne Furuholmen entpuppte sich als Plaudertasche mit Deutschkenntnissen, was zumindest etwas Dynamik und Charme in das Konzert brachte. Tänzerinnen, Konfetti, Glitter, Pyrotechnik, Akrobatik oder Kostümwechsel – all das gab es freilich nicht. Stattdessen flimmerten nordische Landschaftsaufnahmen mit Schnee, belanglos erscheinende Aufnahmen von unspektakulären skandinavischen Häuschen und grafische Muster, etwa Mandalas oder Bäume, – vornehmlich in Schwarz-weiß –  über die Leinwand, während a-ha in einem beleuchteten Kreis saßen, um sich so von den restlichen Musikern hinter ihnen abzugrenzen. Optisch gab es da wenig Abwechslung, ab und an wurde die Bühne denn doch noch in ein rotes Licht getaucht – das musste an Special Effects reichen. A-ha ohne Keyboard und elektronische Geräte ja das geht. Schade, dass aus vielen Songs das Tempo herausgenommen wurde, so dass dann doch alles eher gediegen und balladig daherkam. Dafür wurde bei dem Unplugged-Konzert instrumental aus dem Vollen geschöpft mit drei Streichern, einem Cembalo, Klavier, Gitarren, einem Harmonium und einer Celesta.

Über allem schwebte die wehmütige Falsettstimme Harkets, die gelegentlich durch eine unglaubliche Höhe erstaunte und dann doch bei „Hunting High and Low“ nicht ganz die rechten Töne traf und sich bei „Take on me“ als letzte von drei Zugaben dann gar nicht mehr traute und seltsam tief war. „Wir wünschen Euch eine gute musikalische Reise“ hatte Magne Furuholmen zu Beginn gesagt und tatsächlich gab es ein Wiederhören der a-ha-Klassiker: „I’ve been losing you“, „Forever not yours“, „Foot oft he Mountain“, „Scoundrel Days“, „The living Daylights“. Wehmütig, ja geradezu melancholisch kann man die auf Dauer bleiern wirkende Atmosphäre beschreiben, wie ein langer dunkler Winter in Skandinavien. Einzig das Publikum sorgte mit lautem Klatschen für Aufheiterung, bei „The Sun always shines on TV“ schienen die Zuschauer fast gegen die Müdigkeit anklatschen zu wollen. Was als MTV Unplugged Konzert im intimen Rahmen Lagerfeuerromantik und Wohnzimmerflair schafft, braucht in einem großen Saal wie der Festhalle denn doch etwas mehr akustische und visuelle Reize. Das zum Schluss hin stehende Publikum dankte den Norwegern aber mit einem frenetischen Applaus, der ein oder andere mag auch auf einer Welle der Nostalgie geschwebt sein, um sich dann bettschwer in die Frankfurter Nacht zu begeben.
25. Januar 2018
nb
 
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