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Wie zu Joschkas Zeiten
 

Wie zu Joschkas Zeiten

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Debatte über Kultur-Campus eskaliert

Die Diskussion über die Neubebauung des Uni-Campus Bockenheim sollte am Montag in die nächste Runde gehen. Doch der Protest einer Gruppe junger Leute setzte der Veranstaltung ein frühes Ende.
Damit hatte Oberbürgermeisterin Petra Roth wohl kaum gerechnet. Die Veranstaltung „Bürgerforum Kultur-Campus“ gestern Abend in der Aula der Universität war völlig außer Kontrolle geraten. Mit der Diskussion zur Zukunft des Geländes wollten die Veranstalter vom „Bürgerforum“ ein Signal setzen. Neben OB Petra Roth (CDU) saßen auch die beiden Hochschul-Präsidenten Werner Müller-Esterl und Thomas Rietschel von der HfMDK, Frank Junker, Chef der ABG Holding sowie die Dezernenten Felix Semmelroth (Kultur) und Edwin Schwarz (Planung, beide CDU) auf dem Podium. Doch deren Botschaft ging völlig unter. Roth wollte klarmachen, dass die Stadt die Universität beim geplanten Umzug unterstützt und so den Weg für den Kultur-Campus freimacht. Doch die Störer protestierten lauthals: Anhaltendes Applaudieren, Füßestampfen und lautes Johlen machten die Diskussion unmöglich. Die jungen Leute – darunter zahlreiche Studenten - kreideten den Veranstaltern an, dass keine Bürgervertreter eingeladen waren. HfMDK-Präsident Thomas Rietschel hat eigentlich nichts gegen Studentenproteste. „Ich kannte die Situation bisher nur von der anderen Seite, war selbst in Studentenzeiten engagiert.“ Was er jedoch kritisiert: „Jemandem einfach das Wort zu verweigern und nur niederzubrüllen, das haben wir nicht gemacht.“ „Partizipationslüge“ war auf einem Plakat zu lesen. Mit solchen Schriften und Flyern, die sie vor der Veranstaltung verteilten, riefen die Studenten zum Protest auf. „Wir auf dem Podium bedauerten eigentlich alle, dass kein Bürgervertreter eingeladen war“, sagt Rietschel. „Keiner hätte was dagegen gehabt. Aber das Thema Kulturcampus ist einfach zu ernst, um es im Radau untergehen zu lassen.“ Die Gegner der Veranstaltung hatten sich für ihre Revolte einiges einfallen lassen. Auch ein Spiel war Teil der Aktion: Für ihr „Partizipations-Bingo“ verteilten die Protestierenden Zettel mit insgesamt 25 Stichwörtern. Immer wenn ein Begriff wie „Frankfurt“, „Stadtplanung“, oder „Campus“ fiel, machten sich die Störenfriede lautstark bemerkbar und unterbrachen somit die Reden der Diskussionsteilnehmer auf dem Podium. An einen geordneten Ablauf war nicht zu denken. Die OB ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und versuchte, sich mit kräftiger Stimme durchzusetzen. Sie gab den Protestierenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen und somit inhaltlich zu argumentieren. Das Angebot lehnten die Störer jedoch ab und machten weiter Krawall. Es gelang ihnen, die Diskutierenden immer wieder niederzubrüllen. Nach einer Stunde war es nicht mehr möglich, noch etwas zu verstehen. Die OB beendete die Veranstaltung frühzeitig. „Es wird keine weitere Veranstaltung mehr geben, dafür machen wir im Herbst die Planungswerkstätten, da kann sich jeder zu Wort melden“, teilte Roth mit. Die Protestierenden waren zufrieden. Sie hatten ihr Ziel erreicht. HfMDK-Präsident Rietschel zeigte sich heute enttäuscht darüber, dass die Studenten auch nach der Veranstaltung auf stur schalteten. „Ich bin auf einige zugegangen und wollte mit den Leuten sprechen. Aber niemand war bereit dazu.“
 
17. Mai 2011, 12.20 Uhr
Philippa Brühl
 
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