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Foto: Städel Museum/Norbert Miguletz
Foto: Städel Museum/Norbert Miguletz

Städel Museum

Bildsprache verstehen, Meinungen bilden

Sich eine Meinung zu bilden und darüber debattieren zu lernen, darum geht es in der neuen Bildungsinitiative des Städels. Im Fokus stehen dabei Narrative und die Geschichten hinter den Werken der Museumssammlung. Angesprochen sind Kitas ebenso wie erwachsene Besucher.
„Meinungsbilder. Anders sehen. Einander verstehen.“ Unter diesem Namen hat das Städel Museum eine Bildungsinitiative gestartet, die vor allem darauf abzielt, demokratisches Denken und Handeln zu fördern. Lernen, nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit zu verstehen, sich eine eigene Meinung zu bilden und Diskussionen zu führen, darum soll es in den Angeboten der Initiative gehen.

Im Fokus stehen dafür unterschiedliche Kunstwerke aus der Sammlung von 1300 bis zur Gegenwart, die nach mehreren Themen aufgeteilt sind. So geht es in Führungen, Workshops, kunstpraktischen Seminaren und digitalen Angeboten unter anderem um Natur und Lebensraum, das Selbst und das Andere vor dem Hintergrund von Rassismus oder kultureller Aneignung, um Geschlechterfragen, Familienbilder oder um die Demokratie und ihre Geschichte. „Im Bereich Natur und Lebensraum haben wir beispielsweise ein flämisches Winterbild ausgewählt, das nicht nur Menschen beim Schlittschuhfahren zeigt, sondern die künstlerische Manifestation der kleinen Eiszeit ist, die immerhin 200 Jahre lang zu extrem kalten Temperaturen und als Folge auch zu schlechten Ernten und Hungersnot geführt hat“, erklärt Projektleiterin Chantal Eschenfelder.

Mit der Bildungsinitiative wolle das Städel zeigen, worin der Beitrag eines Museums zu politischen Themen besteht. „Es geht darum, Bildsprache zu verstehen. Diese Sprache ist schon immer Teil von Propaganda gewesen. Heute leben wir in einer sehr bildlastigen Welt, deshalb sollte man lernen, die Strukturen und bestimmte Narrative von Bildern zu erkennen, um sich eine Meinung bilden zu können“, sagt Eschenfelder. Warum das wichtig ist, sei nicht zuletzt bei der Documenta deutlich geworden.

Mit seinem Programm will das Städel Museum alle Generationen von der Kita bis zum Erwachsenenalter einbinden. Mit den Kindern behandle man dabei vor allem Themen wie Artenvielfalt, das Zusammenleben in der Familie, oder was Gerechtigkeit bedeutet. „Dafür haben Kinder ein ganz starkes Gefühl“, so Chantal Eschenfelder. Für Kinder im Schulalter gehe es dann auch um demokratische Prozesse und wie diese zum Beispiel durch Falschinformationen beeinflusst werden können. „Was man aber allen Generationen mitgeben kann, ist: erst hinschauen, nachdenken, sich eine Meinung bilden und sich dann äußern.“

Für Besucherinnen und Besucher, die dem Schulalter entwachsen sind, läuft aktuell unter anderem das „CLOSE UP“ zum Thema Kunst und Politik. In dem Vermittlungsraum im Bereich Gegenwartskunst werden bestimmte Themen anhand weniger Kunstwerke angesprochen und erläutert; derzeit ist unter anderem das Kunstwerk „Olympia“ von Bettina Semmer zu sehen, das die Olympiade und das Attentat von München 1972 behandelt. „Dabei stellt sich zum einen die Frage, wie die Künstlerin damit umgeht und ein damals tagespolitisches Ereignis in ein überzeitliches Werk überführt, und zum anderen, wie man sich – auch heute noch – dazu verhalten kann“, erklärt Eschenfelder. Durch das hybride Angebot können die Themen aus dem „CLOSE UP“ anschließend auch online weiter vertieft werden.

>> „Meinungsbilder. Anders sehen. Einander verstehen.“, Städel Museum, mehr Informationen und das Programm zur Bildungsinitiative gibt es hier.
 
27. Juli 2022, 12.02 Uhr
Laura Oehl
 
Laura Oehl
Jahrgang 1994, Studium der Musikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt, Journalismus-Master an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, seit Dezember 2020 beim JOURNAL FRANKFURT. – Mehr von Laura Oehl >>
 
 
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