Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kultur
Startseite Alle NachrichtenKultur
Nach Skandal-Echo-Verleihung
 

Nach Skandal-Echo-Verleihung

0

Bildungsstätte Anne Frank sieht Farid Bang und Kollegah als Fall für die Bildungsarbeit

Foto: BVMI/Mo Wüstenhagen
Foto: BVMI/Mo Wüstenhagen
Echo-Auszeichnung am Holocaust-Gedenktag für zwei Rapper mit antisemitischen, menschenverachtenden Texten – die Bildungsstätte Anne Frank sieht den Eklat als Gesprächsanlass mit Jugendlichen.
Als Zentrum für politische Bildung und Beratung Hessen entwickelt die Bildungsstätte Anne Frank Methoden, "um Jugendliche und Erwachsene für die aktive Teilhabe an einer offenen und demokratischen Gesellschaft zu stärken", wie es in einer Selbstbeschreibung heißt. Dazu gehört auch in Workshops für Jugendliche und Fortbildungen für Erwachsene aktuelle Diskurse und Konflikte aufzugreifen – wie aktuell das Beispiel antisemitischer Texte im Rap und Hip-Hop.

Kollegah und Farid Bang erreichten mit ihrer Musik hunderttausende Jugendliche. Schulen müssten auf Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in Pop, Hiphop und Subkultur reagieren, meint Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank: „Die Texte von Kollegah und Farid Bang eignen sich hervorragend als Fallbeispiele in unseren Angeboten der Jugend- und Erwachsenenbildung.“

Auf ihrer Grundlage könne man gemeinsam mit Jugendlichen diskutieren, was an Zeilen wie "Mein Körper ist definierter als von Auschwitzinsassen" oder "Diese Syrer vergewaltigen dein Mädel, Bitch" auch aus Betroffenenperspektive problematisch sei.

In einer Zeit, in der menschenverachtende Schimpfwörter wie „Du Jude“, „Bitch“ oder „Schwuchtel“ zum Alltag auf Schulhöfen, in Klassenzimmern und Jugendclubs gehören, seien besonders Pädagogen und Sozialarbeiter gefordert, sofort einzuschreiten. „Wenn Jugendidole wie Kollegah und Farid Bang antisemitische Texte rappen, hat das selbstverständlich eine besondere Kraft und Wirkung auf Jugendliche“, so Herr Mendel weiter. Gleiches gelte für sexistische oder homosexuellenfeindliche Lyrics.

„Im Fall von Antisemitismus stellen wir bei Pädagogen immer wieder eine enorme Unsicherheit fest, antisemitische Äußerungen zu erkennen, zu benennen und einzuschreiten – und das natürlich nicht nur, wenn es um Popkultur geht.“ Nicht zuletzt die Fälle antisemitischen Mobbings an Schulen der vergangenen Monate hätten eine mangelnde Kompetenz bezüglich des Umgangs mit Antisemitismus im deutschen Bildungssystem unter Beweis gestellt.

Die Diskussion im Zusammenhang mit der 'Echo'-Verleihung biete außerdem die Möglichkeit, mit Jugendlichen über Meinungs- und Kunstfreiheit, Provokation und demokratische Gegenrede zu diskutieren, sagt Mendel: „Wir laden Jugendliche dazu ein auszuhandeln, wo Provokation und Kontroversen in der Kunst produktiv sind – und wo die Grenzen zu Antisemitismus, Rassismus und Homosexuellenfeindlichkeit überschritten werden.“

Die Musiker Farid Bang und Kollegah waren am Donnerstag beim Echo für ihr Album "Jung Brutal Gutaussehend 3" in der Kategorie Hip-Hop/Urban national" ausgezeichnet worden. Vorausgegangen war eine Protestwelle angesichts der oben genannten Textpassagen. Eine Echo-Ethikkommission hatte aber keine Einwände gegen einen Auftritt der beiden sehen können.
13. April 2018
nil
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kultur
 
 
„Grey Is the New Pink“ im Weltkulturen Museum
0
Altern ist relativ
Die Ausstellung „Grey Is the New Pink“ im Weltkulturen Museum beleuchtet verschiedene Aspekte des Alterns. Der Besuchersansturm auf die vielfältige Schau ist enorm. Besonders junge Menschen scheinen dem Thema zugeneigt. – Weiterlesen >>
Text: Anett Göthe / Foto: Weltkulturen Museum
 
 
Mit dem Erwerb von neun Werken des Künstlers Maximilian Klewer schließt das Städel Museum eine Lücke in der Kunstgeschichte. Seine Werke waren fast vergessen, finden durch die Initiative seiner jüngsten Tochter und mit der Unterstützung des Städel Museums nun aber wieder Beachtung. – Weiterlesen >>
Text: Anett Göthe / Foto: Maximilian Klewer / Städel Museum
 
 
Der Magistrat wird voraussichtlich am Montag, den 17.12., beschließen, dass Effi Rolfs, die Direktorin des Theaters „Die Schmiere“, und der Schriftsteller Bodo Kirchhoff 2019 mit der Goetheplakette ausgezeichnet werden. – Weiterlesen >>
Text: Karl Linsler / Foto: Tanja Leonhardt
 
 
 
Funny van Dannen im Mousonturm
0
Terminänderung bei Funny van Dannen
Aus gesundheitlichen Gründen muss der Liedermacher Funny van Dannen die Konzerte vom 13.12. bis zum 22.12. seiner Tour verschieben. Bereits gekaufte Tickets behalten für die jeweiligen Nachholkonzerte ihre Gültigkeit. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Jaro Suffner
 
 
Sofia Papazoglou im Omikron
0
Griechischer Blues
Im urigen Kellergewölbe in der Bockenheimer Schlossstraße kann man in der Taverna Omikron nicht nur kulinarische Köstlichkeiten, sondern immer auch wieder Livemusik genießen wie jetzt am Sonntag von der Sängerin Sofia Papazoglou. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Spyridon Asonitis
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  637 

Twitter Activity