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Kulturcampus Bockenheim

Im Namen der Bürger

In Bockenheim soll ein neues Quartier entstehen: Der Kulturcampus für Künstler, Musiker und andere Kulturschaffende. Die Bürger dürfen sich an dem Planungsprozess beteiligen. Am Dienstag fällt der Startschuss.
„Es geht los“, sagt Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU). Und damit meint sie den Kulturcampus Bockenheim – das neue Prestigeobjekt der Stadt Frankfurt. Dort strebt die Stadt „ein energieeffizientes, CO2-freies Areal mit neuen Wohnformen nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit“ an. Am morgigen Dienstag startet der mediale Auftritt des Kulturcampus im Internet. Dort können Bürger ihre Wünsche für das 16,5 Hektar große Areal in Bockenheim niederschreiben, die herausdestilliert und gebündelt werden, um in die Planungswerkstätte einzufließen. Denn: „Bürgerpartizipation wird hier groß geschrieben“, sagt Frank Junker, Geschäftsführer der städtischen Wohnbaugesellschaft ABG Holding. Als Vorbild dienen die Planungswerkstätten für die Sanierung des Höchster Bolongaropalasts, die gezeigt hätten, dass „die Bürger engagiert sind und das Interesse da ist“. Doch bevor diese starten gibt’s am 22. November ein Symposium zum Thema „Wir bauen ein Modellquartier – gemütlich, CO2-frei, mobil“ in der IHK ab 9 Uhr. Die Planungswerkstätten beginnen dann am 25. November mit der Auftaktveranstaltung „Vom Universitätscampus zum Kulturquartier“ in der Kantine der Stadtwerke, Kurt-Schumacher-Straße 10, um 17 Uhr. Im Januar 2012 gehen die Werkstätten in die nächste Runde. Die Themen Wohnen, Arbeiten und Kultur sollen im Mittelpunkt der Diskussionen stehen. Diese werden durch eine Steuerungsgruppe und einen Runden Tisch begleitet. „Wenn es städtebaulich und ökologisch passt, sind wir für alles offen“, sagt Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU). „Es geht eigentlich alles, nur muss man die Konsequenzen und Kosten abschätzen. Denn es muss nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch vertretbar sein.“ Ostern soll die Themensammlung abgeschlossen sein, damit die Ergebnisse in den Beschluss des Bebauungsplans, der am 28. Juni im Plenum verhandelt werden soll, einfließen können. Dann kann Herr Junker, der Eigentümer des Areals, anfangen zu planen. „Und in einem Jahr könnte mit dem Bau begonnen werden“, so Schwarz.

Fest steht schon jetzt: Auf dem Areal zwischen Gräfstraße und Senckenberganlage sollen in Zukunft Tänzer, Musiker und Kulturschaffende ausgebildet werden. Auf dem nördlichen Areal entstehen 225 Wohnungen im Passivhausstandard, gebaut von der ABG Holding. Dort beginnen die Bauarbeiten bereits im Dezember. 50 Millionen Euro kostet allein diese Investition. Auch die Musikhochschule soll dort ihren neuen Standort in der Universitätsbibliothek bekommen. Doch damit gibt sich der Präsident der Hochschule, Thomas Rietschel, nicht zufrieden. Mehr Raum benötige er auf dem neuen Kulturcampus und so wolle man am liebsten bald im Studierendenhaus die Musikschüler unterrichten. Das könnte klappen. Denn der viel diskutierte Abriss des Studierendenhauses auf dem Campus Bockenheim stehe nicht mehr zur Disposition, sagt die Oberbürgermeisterin. Neue Studierendenwohnungen sollen dort entstehen in Verbindung mit einem Offenen Haus der Kulturen – so zumindest haben es sich die zahlreichen Bürgerinitiativen in Bockenheim gewünscht.
 
31. Oktober 2011, 12.05 Uhr
jlo
 
 
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