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Ada-Kantine in Bockenheim
 

Ada-Kantine in Bockenheim

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Solidarisches Mittagessen

Foto: Eleonora Herder
Foto: Eleonora Herder
Mit einem solidarischen System will die Ada-Kantine in Bockenheim Bedürftigen ein gutes Mittagessen servieren. Überraschenderweise erfuhr das Projekt gerade durch die Corona-Krise einen Aufwind. Am Samstag findet die offizielle Eröffnung statt.
Seit vergangenen September steht die Akademie für Arbeit (Ada) in Bockenheim auf der Gräfstraße, Ecke Mertonstraße leer. Zu ihr gehört auch eine rund 300 Quadratmeter große Kantine mit Speiseraum, professioneller Küche und Aufenthaltsraum, die zwar nicht mehr ganz neu, aber vollwertig nutzbar ist. Deshalb entschlossen sich Anfang des Jahres einige Initiativen im Stadtteil dazu, die Großküche in Stand zu bringen und für einen guten Zweck zu verwenden. Das Konzept: kostenloses Essen für Bedürftige und günstiges Essen für alle, die sich eine Spende leisten können.

Tim Schuster vom Offenen Haus der Kulturen und rund sechzig weitere Helferinnen und Helfer waren im Februar gerade dabei, Ideen für das Projekt Ada-Kantine zu sammeln. Dann kam, wie bei so vielen Projekten, die Corona-Krise dazwischen. Das brachte die Planung erst ins Straucheln, gab ihr kurz darauf aber einen wichtigen Antrieb. „Es scheint so, als wäre da Bedürfnis ein solches Projekt zu unterstützen, durch die Corona-Krise gewachsen“, so Schuster. „Einen solchen Zulauf hatten wir noch nie. Wir sind ziemlich begeistert.“ Am kommenden Samstag, dem 11. Juli, ist um 15 Uhr die offizielle Eröffnung der Kantine mit einer kleinen Feier und Musik. Dvor findet ab 13 Uhr die Essensausgabe statt.

Viele Tafeln mussten ihren Betrieb während der Corona-Krise herunterfahren, da die Nahrungsmittelspenden nachließen und viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aufgrund ihres Alters zur Risikogruppen gehörten. Mit der Ada-Kantine wolle man diese Lücke schließen. Besonders sonntags erwarte man einen großen Zulauf, da die Tafeln in Frankfurt dann geschlossen bleiben, so Schuster. Das Projekt funktioniert mit Hilfe eines solidarischen Preissystems: Wer spenden kann, der spendet und finanziert damit, für die diejenigen das Essen, die es sich nicht leisten können. In eine Spendendose am Eingang kann jeder Besucher und jede Besucherinnen so viel Geld einwerfen, wie sie möchten. „Im Probebetrieb hat das bisher sehr gut funktioniert“, so Schuster.

Rund 80 Gerichte pro Tag

„Wir wollen zeigen, dass gesundes, nahrhaftes und umweltverträgliches Kochen auch in großen Portionen und zu einem kleinen Preis möglich sein kann. Des Weiteren ist ein Ausbildungsprojekt in Planung“, heißt es vom Team von Ada-Kantine. Die Idee stammt ursprünglich von Annett Mönich von der Initiative Zukunft Bockenheim. Mittlerweile beteiligen sich neben der Initiative und dem Offenen Haus der Kulturen auch Project Shelter, Begegnen in Bockenheim, Über den Tellerrand Frankfurt e.V., das Frankfurter Archiv der Revolte, die Künstlergruppe andpartnersincrime und die Wohngruppen Dialog und SyndikAda. Clara Speer von Über den Tellerrand erklärt, dass sie das Projekt vor allem mit ihrer Expertise rundum das Kochen unterstützen wollen. Die Initiative veranstaltet sonst kostenlose Kochabende mit Geflüchteten sowie jeder und jedem, der Lust hat.

Zwischen 60 und 80 Gerichte wurden in der Ada-Kantine während des Probedurchlaufs gekocht, mehr wäre bei Bedarf auch möglich. „Einer unserer Köche ist hauptberuflich in einem großen Hotel tätig. Für ihn sind die Abläufe in der Ada-Kantine kein Problem“, so Speer. Ob die angebotenen Gerichte dauerhaft vegan bleiben, wie es während des Probedurchlaufs der Fall war, werde sich in dem kommenden Tagen entscheiden. „Wir sind noch in einer Findungsphase“, sagt Speer.

Neben der Kantine existiert auf dem Gelände auch ein Gemeinschaftsgarten, aus dem teilweise Kräuter und Gemüse für die Gerichte bezogen werden. Dafür wurden in den vergangenen Wochen mehrere Hochbeete angelegt. Ein Großteil der Lebensmittel stammt aus Spenden von Wochenmärkten, Supermärkten und anderen kleineren Läden. Für den Garten hat man jedoch noch mehr vor als den Anbau von Gemüse: In den kommenden Monaten soll auch ein Kulturprogramm mit Filmabenden, Musik und Kunstprojekten entstehen.
 
7. Juli 2020, 13.01 Uhr
Johanna Wendel
 
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