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Wenn Unternehmen twittern

Beim Twittwoch Rhein-Main sagten die Messe Frankfurt, die Telekom und Dailyplaces etwas mehr als 140 Zeichen über soziale Netzwerke. Das Fazit des Abends ist aber kurz: Twitter ist eine Nische. Noch.
Das Institut für Neue Medien ist für den ungeübten Osthafenbesucher doch eine Herausforderung. Von der Straßenbahnhaltestelle Richtung Hafenbehörde, dann den Schleichweg am Schwedler See vorbei, dann zum Musikbunker, rechterhand die Außentreppe nehmen, und schon ist man da. Da kann ein schlaues Telefon schon hilfreich sein - aber an denen herrschte bei den Teilnehmern des Twittwochs ja ohnehin kein Mangel.

Thema der Veranstaltungsreihe: Social Media von und für Unternehmen. Diesmal präsentierten die Messe Frankfurt, die Telekom und Dailyplaces ihre neuesten Internetaktivitäten. Einmal über Twitter zu Facebook und zurück - die Sinnfrage wird schon gar nicht mehr gestellt. Man muss einfach dabei sein. Auch als Messe Frankfurt. "Bei uns dreht sich alles schon immer um Kommunikation", sagt Kai Hattendorf, der, na klar, Kommunikator der Messe. Also wird getwittert. Unter @messefrankfurt ganz offiziell, unter @musikmesse und anderen Accounts ganz fachspezifisch und unter @kaihattendorf ganz persönlich. "Wir können über Social Media Diskussionen über den Zeitraum der eigentlichen Messe hinaus führen", sagt Hattendorf. Auch bei Facebook ist die Messe aktiv, mittlerweile auch ihren ausländischen Tochterunternehmen.

Während bei der Messe vor allem infomiert und dialogisiert wird, steht bei der Telekom der Support im Vordergrund. "Wir haben damit ganz heimlich, still und leise bei Twitter angefangen - sofern das überhaupt geht", sagt Renate Schöttler, die Social Media Managerin des Kommunikationskonzerns. Hilft @telekom_hilft dem Unternehmen wirklich? Zumindest gibt es neben den Callcentern nun einen weiteren Weg mit der Telekom in Kontakt zu treten - um eine Störung zu melden oder eben zu erfahren, wann denn das iPhone 4 endlich ausgeliefert wird. Ja, es gibt tatsächlich Menschen, die auf so etwas ungeduldig warten - und die können dann ja mal mit dem Vorgängermodell die Telekom antwittern, was denn da schon wieder los ist. Ein Massenmedium ist Twitter in dieser Hinsicht noch nicht. Zwar ist die Zahl der Follower von @telekom_hilft mittlerweile fünfstellig - angesichts von vielen Millionen Kunden nun aber auch keine wirklich beeindruckende Zahl. "Wir sind da noch klein", sagt Renate Schöttler.

Auch klein: Dailyplaces, ein soziales Netzwerk, das - ähnlich wie das US-Vorbild Foursquare, ganz darauf setzt, dass die Mitglieder ihren Standort preisgeben. In dieses Geschäft ist kürzlich auch Facebook eingestiegen. Und was macht die Frankfurter Firma anders als ihre großen Brüder? Sie versucht sich demnächst zum Beispiel mit einem neuen Geschäftsmodell. Wer übers Handy in einem der teilnehmenden Geschäfte eincheckt, der kann sich durch Werbeanzeigen des Unternehmens durchklicken und bekommt Bares Geld dafür überwiesen. "Der beste Rabatt ist Geld", sagt Andreas Ebert, der CEO der Start-up-Firma. Das Problem ist nur: anders als bei Gutscheinen hat das Geschäft erstmal nichts davon. Das Geld kann der Kunde nämlich auch woanders lassen. Andreas Ebert ist natürlich überzeugt davon, dass das funktionieren wird - auch wenn am Ende nur Cent-Beträge auf den Konten der Mitglieder landen. Letztlich erhofft sich Dailyplaces mit der neuen Idee nämlich auch, dass mehr Menschen Mitglied werden. Derzeit sind 45.000 Nutzer angemeldet - kein Vergleich mit den zehn Millionen Foursquare-Nutzern, von Facebook ganz zu schweigen.

Und nach den Vorträgen und vielen Fragen? Wird erstmal genetzwerkt. Ganz sozial bei echtem Bier. Schließlich geht es zurück durchs wilde Ostend. Dort findet am Donnerstagabend dann das erste Frankfurter Nutzertreffen von Dailyplaces statt - am lauschigen Schwedler See, gleich ums Eck vom Bunker. Der Weg ist bekannt.
29. Juni 2011
Nils Bremer
 
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