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Foto: John Cryan (©Deutsche Bank)
Foto: John Cryan (©Deutsche Bank)

Trotz schwächelnder Bilanz

Millionenabfindung für Ex-Deutsche-Bank-Chef

Während das Top-Management sich über hohe Gehälter freuen darf, schrumpfen die Bonuszahlungen der Mitarbeiter pro Kopf kräftig. Der ehemalige Vorstandschef John Cryan erhält knapp 8,7 Millionen Euro.
Die Bankenbranche kämpft seit Jahren mit den Folgen niedriger Zinsen. Dennoch verdienen viele Bankenchefs weiterhin prächtig. Seitdem die Deutsche Bank und die Commerzbank offiziell Verhandlungen über eine mögliche Fusion aufgenommen haben, herrscht unter den Mitarbeitern zunehmende Unruhe. Wie das Handelsblatt berichtete, sind Mitarbeiter der beiden Banken bereits auf Jobsuche. Für zusätzlichen Frust dürften die hohen Zahlungen an das Top-Management sorgen. Vergangenen Freitag wurde der Geschäftsbericht der Deutschen Bank vorgestellt. Trotz geplantem Sparkurs der Bank, bekommen die rund 90 000 Mitarbeiter der Bank für das zurückliegende Geschäftsjahr Prämien. Insgesamt werden 1,9 Milliarden Euro an Bonuszahlungen ausgezahlt. Im vergangenen Jahr gab es 2,3 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2017 sank aber auch die Mitarbeiterzahl um acht Prozent.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing kann sich mit einer Auszahlung über sieben Millionen Euro amüsieren. Knapp 3,3 Millionen Euro davon sind sein Grundgehalt, der Rest geht auf Bonuszahlungen zurück. Der Top-Verdiener 2018 ist jedoch der stellvertretende Deutsche-Bank-Vorstand und Leiter der Investmentbank Garth Ritchie. Er erhält 8,6 Millionen Euro. Außerdem ist er für die Brexit-Vorbereitungen der Bank verantwortlich. Sewings Vorgänger, der gebürtige Brite John Cryan, war von Juli 2015 bis April 2018 Vorstandsvorsitzender des Frankfurter Geldhauses. Rückwirkend für das vergangene Jahr, also für die drei vollen Monate, erhält er eine üppige Summe von 8,7 Millionen Euro. Für seinen unfreiwilligen Abschied erhält er neben der Abfindung auch noch eine Entschädigungszahlung in Höhe von 2,2 Millionen Euro mit dem Verbot in einem bestimmten Zeitraum für ein Konkurrenzunternehmen zu arbeiten.

2018 hatte die Deutsche Bank einen Gewinn von 341 Millionen Euro eingefahren, nach einem Verlust von 735 Millionen Euro im Vorjahr. Das größte deutsche Geldhaus ist auch immer wieder in teure Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Laut dem aktuellen Geschäftsbericht erwarten die Banker im laufenden Jahr teure Rechtsstreitigkeiten im Vergleich zum vergangenen Jahr. „Für 2019, und mit der Einschränkung, dass Prognosen für Aufwendungen von Rechtsstreitigkeiten von Natur aus schwierig sind, gehen wir davon aus, dass die Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten signifikant über dem Niveau von 2018 liegen werden.“
 
25. März 2019, 12.32 Uhr
Sheera Plawner
 
 
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