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Finanzministerium bewirbt sich um Bankenaufsicht
 

Finanzministerium bewirbt sich um Bankenaufsicht

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Glückwunsch - das ist der langweiligste Imagefilm, der je über Frankfurt gedreht wurde

Foto: Bundesfinanzministerium
Foto: Bundesfinanzministerium
Das Bundesfinanzministerium möchte die Bankenaufsicht EBA von London nach Frankfurt holen. Um die 160 Mitarbeiter der Behörde konkurrieren aber auch sieben andere Städte in der EU. Unter anderem Paris.
Frankfurt hätte gerne die EU-Finanzaufsicht bei sich – das Bundesfinanzministerium hat eine entsprechende Bewerbung um die EBA eingereicht. Ob es klappt? Wolfgang Schäuble (CDU) meint, das gleich mehrere Schlüsselfaktoren für Frankfurt sprechen. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) spricht von kurzen Wegen, erschwinglichen Mieten und einem schönen Umland. Und Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nennt die anderen Aufsichtsbehörden in Frankfurt. Alles nachzulesen auf der Website des Ministeriums. Und tatsächlich scheint Frankfurt nicht die schlechtesten Karten zu haben ... Das Finanzministerium hat allerdings auch dieses Video veröffentlicht:



Puh... Naja... wir wissen jetzt auch nicht. Ist das wirklich Frankfurt? Fahrstuhlmusik und Impressionen von der Skyline. Oder Bilder von Frauen, die Sport machen:




Oder schlimmer: von Männern, die im Borat-Outfit Sport machen:




Oder alten Männern in gesichtslosen Bürogebäuden oder ebensolchen Limousinen ...





... oder verwirrt in die Luft guckend:




Frauen arbeiten übrigens nicht in Banken, dort arbeiten nur alte Männer in Seidenanzügen. Frauen sollen vor allem gut aussehen und damit, wenn sie nicht gerade Sport treiben, noch die verpissteste Ecke der Stadt aufwerten:




Oder lachend durch pittoreske Straßen hüpfen:




Oder sie stehen tätowiert vor dem Eurozeichen an der EZB rum und schmunzeln, weil ... keine Ahnung!




Wenn gar nichts mehr geht, kann man in Frankfurt über den Main paddeln ...




Oder auf Dächern rumhängen und so künstlich lächeln, wie die austauschbaren Gesichter in der Parship-Reklame:




Um es kurz zu machen: Frankfurt ist laut diesem Video nichts weiter als belangloses Schnittmaterial für Werbefilmer und wenn am Ende statt dem verqueren "Ready to host the EBA" etwas stünde wie "Schmeck jetzt das neue Binding Lager" oder "Mercedes - das Beste oder nix", dann hätte uns das auch nicht gewundert.

Ihr lieben, erbarmungswürdigen Leute, die ihr über den neuen Sitz der Finanzaufsicht entscheidet und wahrscheinlich gezwungen seid, in irgendwelchen Meetings diesen Film anzuschauen – wir haben dieses Mantra für Euch: Frankfurt ist ganz anders. Schöner. Überraschender. Und nirgendwo in dieser Stadt gibt es so einen langweiligen Soundtrack. Wenn aber das Ziel dieses Videos gewesen sein sollte, Frankfurt den Zuzug von gut 160 Menschen aus London zu ersparen... Chapeau!
2. August 2017
nil
 
Nils Bremer
Jahrgang 1978, Politologe, seit 2004 beim Journal Frankfurt, seit 2010 Chefredakteur. – Mehr von Nils Bremer >>
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Leser-Kommentare

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Kurt Aaron Wolf am 3.8.2017, 21:45 Uhr:
Es muss in meinem Kommentar vom 03.08, 21.30 Uhr richtig heißen " seines " Brionizwirns und "Ihm " blieb keine andere Wahl. Writing quickly can be fatal.
 
Kurt Aaron Wolf am 3.8.2017, 21:30 Uhr:
Dead Man Walking als Werbefilm wäre besser gewesen. Coole Typen, aufreizende Assistentinnen, Megaskyline, stylische Taunusvilla aus Glas und am Ende die kernige Location,wo es zum Cyder einen ganzen Frankfurter Kranz zum Fingerlöffeln gibt da will der hippe Banker mit fescher Schönheit im Schlepptau gerne hin und er fragt sich wie sophisticated muss man sein um hier aus dem Fenster zu springen ? Gar nicht . Jochen Walter hat diesen Gruselfilm gesehen und keine Ohrstöpsel in der Jackentasche seine Brionizwirns. Im blieb keine andere Wahl.
 
Georg Hansen am 3.8.2017, 21:08 Uhr:
Vielleicht sollten sich die Bewohner zusammentuen und einen Film über das "wahre Frankfurt" zu drehen. Vielleicht sind "normale Leute" in Frankfurt gar nicht mehr gefragt...
 
Oliver Hauck am 3.8.2017, 14:38 Uhr:
Für das Zielpublikum genau das Richtige. Also: Bälle flach halten.
 
Olaf Mill am 3.8.2017, 14:16 Uhr:
..und den Komponisten der Musik sollte man bei Gewitter oben an die EZB binden und ihn den Quintenzirkel rezitieren lassen damit ihm klar wird, dass es mehr als 2 Akkorde gibt, und was für schnöne Dinger.....ist ja grauenhaft und das in der Musikerstadt FFM. Puh....
 
Andreas Kühl am 3.8.2017, 13:13 Uhr:
In welcher Zeit sind wir zuhause? Soll das eine Bewerbung oder Entwerbung sein - selten so was ödes gesehen. Vorallem beliebig und austauschbar kommen die billig aneinander geschnittenen Schnippselchen daher. Hier hat wurde mit dem Laubsauger über das Wesen der Stadt nachgedacht - oh weiah wie peinlich
 
Ulrich Mattner am 3.8.2017, 00:31 Uhr:
Stimmt alles. Aber Du hast vergessen, diese Wahnsinns Musik zu zu erwähnen, die wahrscheinlich irgendwo kostenlos aus dem Internet geladen wurde und alles noch schlimmer macht.
 
 
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