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Interview mit Verkehrsdezernent Stefan Majer
 
Interview mit Verkehrsdezernent Stefan Majer
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„Zwei Drittel waren nicht zu schnell“
Foto: Harald Schröder
Foto: Harald Schröder
Verkehrsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) über den Tempo 30-Modellversuch auf Frankfurter Hauptverkehrsstraßen.
JOURNAL Frankfurt: Die Geschwindigkeitsmessungen zum Tempo 30-Modellversuch sind am 20.07. zu Ende gegangen. Können Sie bereits eine Bilanz ziehen?
Stefan Majer: Nein, denn nur die angekündigten Geschwindigkeitsmessungen endeten am 20. Juli, der Modellversuch selbst geht aber noch bis Juni 2016. Insofern lässt sich hier auch noch keine Bilanz ziehen.

Hat sich der Lärmpegel deutlich messbar verändert oder gesenkt?
Da der Versuch insgesamt noch läuft, kann ich das noch nicht beantworten. Allerdings: Auf der Höhenstraße hatte 2012 sogar Herr Rentsch ein Einsehen und wir konnten damals schon dort messen. Da kamen auch zwischen 50 und 30 km/h klar messbare Unterschiede vor allem in den Nachtrandzeiten heraus, wo die Menschen einschlafen oder aufwachen.

Wie viele Verkehrsteilnehmer sind mit erhöhter Geschwindigkeit geblitzt worden?
Von den gut 16.000 während der Tempo-30-Phase gemessenen Fahrzeugen waren zwei Drittel nicht zu schnell.

Als Gegner des Modellversuchs könnte man folgendes einwenden: Anwohner in Sachsenhausen, die in Flughafennähe wohnen, wussten vor zehn oder 15 Jahren noch nicht, was lärmtechnisch noch auf sie zukommen würde. Menschen, die auf den Alleenring oder auf die Eschersheimer Landstraße ziehen, wissen das sehr wohl. Warum sollte das Recht auf Lärmschutz dieser Anwohner Vorrang haben vor dem Recht der Verkehrsteilnehmer auf ein sinnvolles Fortkommen?
In Frankfurt haben wir ja ziemlich viel Erfahrung mit Konflikten zwischen dem Schutz der Gesundheit – um den geht es hier nämlich – und dem Verkehr, denken Sie nur an das Thema Feinstaub. Da gibt es klare rechtliche Rahmensetzungen und der Verwaltung obliegt es, auf dieser Basis alle Ansprüche bestmöglich zu berücksichtigen. Was da sinnvoll ist und was nicht wollen wir ja gerade herausfinden, denn darauf haben die betroffenen Bürgerinnen und Bürger ein, übrigens auch einklagbares, Anrecht. Eines möchte ich auch klar sagen: Ich glaube nicht, dass die automobile Fortbewegung in den Nachtstunden sogleich ihres Sinnes beraubt würde, wenn man auf einigen wenigen Straßenabschnitten, an denen viele Menschen leben, nachts ein paar Sekunden länger braucht.

Wäre es nicht sinnvoller, die Tempo 50-Beschränkung auf diesen Straßen streng und kontinuierlich zu kontrollieren und auf diese Weise die bestehenden Regelungen durchzusetzen, anstatt auf zum Teil sechsspurigen Hauptverkehrsadern über Tempo 30 nachzudenken?
Der Versuch geht ja auch genau dieser Fragestellung gezielt mit den gestaffelten Messungen bei 30 und 50 km/h nach. Die entscheidende Frage ist: Womit erreichen wir an welcher Stelle den besten Schutz für die Anwohnerinnen und Anwohner? Da gibt es weder Dogma noch Denkverbote.

Warum war der Einsatz von privaten Sicherheitskräften zum Schutz der Radarkontrollen notwendig? Hat es Vorfälle gegeben?
Es kommt durchaus regelmäßig vor, dass geblitzte Fahrzeugführer umkehren und sich an den Messtrupp vor Ort wenden. Das bleibt erfreulicherweise meist sachlich, aber leider nicht immer. Mitunter mischen sich dann auch noch Passanten ein und dann wird’s ungemütlich. Das ist der Alltag am helllichten Werktag. Für den Verkehrsversuch mussten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun aber nachts und auch an Wochenenden auf die Gass‘, wo mitunter schon ein anders Publikum auf den Straßen unterwegs ist. Das ist nicht der Alltag und da finde ich es völlig richtig, dass der Personalrat sich dafür eingesetzt hat. Die Sicherheitskräfte hatten sich dezent im Hintergrund zu halten und nur, wenn es nötig schien, Präsenz gezeigt. Zu Eskalationen kam es nicht.
28. Juli 2015
Interview: Christoph Schröder
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
dieter baden am 28.7.2015, 14:26 Uhr:
ups..sogar Herr Lange hat die gleiche Meinung...
 
dieter baden am 28.7.2015, 14:25 Uhr:
LACH LACH,ja,hätte nicht gedacht das ich eine gleiche Meinung mit Herrn Looschen habe.
Herr Majer(was war der in der Vergangenheit,was qualifiziert ihn für den Posten?) könnte sich auch um die rumpelnden und quietschenden Strassenbahnen kümmern.Vielleicht auch ein Verbot für Bikes und laute Sportwagen. Hunde sollten nach 22Uhr nicht mehr laut kläffen(vorher nervt es auch schon) und die Mitbürger sollten nicht ihre Rolläden knallen lassen(auch nach 23 Uhr noch).
Es ist typisch grüner Aktionismus
 
Uwe Looschen (GastronomieRheinMainde) am 28.7.2015, 13:41 Uhr:
Schaue gerade aus dem Fenster und sehe Stadtmitarbeiter mit einem Laubbläser der auch extrem laut ist (hat ja am WE gestürmt und die Blätter müssen jetzt weg). Wäre doch mal eine wirkungsvolle Arbeit für Herrn Majer, wenn er seinem Magistratskollegen dazu bringt, auf Elektromotoren umzusteigen. Dann wäre noch mehr Ruhe auf unseren Straßen.
 
Uwe Looschen (GastronomieRheinMainde) am 28.7.2015, 13:24 Uhr:
Ich kann Herrn Lange voll beipflichten. Anmerken möchte ich aber auch, dass Herr Majer sich mal den laut knatternden Mofas, Mopeds, etc. annehmen sollte. Die haben einen wesentlich höheren Lärmpegel, als Autos. Denn viele Schalldämpfer sind kaputt.
Und dann würde ich es auch begrüßen, wenn Herrn Majer seine Leute diese rasenden Mofas ebenfalls nachgeht. Denn selbst nachts fahren diese schneller als 50 mit tlw. ohrenbetäubenden Lärm. Und an 30 halten die sich übrigens überhaupt nicht. Selbst in einer Nacht, wo auf diesen 30er-Straßen geblitzt wurde, fuhren die Mofas munter mit überhöhter Geschwindigkeit. Und es ist wahr: keines davon wurde angehalten und bekam einen Strafzettel.
Herr Majer: Wenn Sie schon die Geschwindigkeit reduzieren wollen, dann bitte für alle Verkehrsteilnehmer gleich. Sie täten viel für die nächtliche Ruhe, wenn die Mofas ebenfalls leiser werden. Dann wäre ein guter Schlaf möglich.
 
Ralph Lange am 28.7.2015, 13:09 Uhr:
Statt Tempo 30 auf den Hauptverkehrsstraßen sollte man nachts lieber die grüne Welle schalten. Autos, die nicht ständig anfahren und bremsen müssen sind viel leiser und sparsamer. Mit entsprechender Ampelschaltung könnten alle ruhiger schlafen und schneller ans Ziel kommen.
 
 
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