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Kollektiv IGNAZ setzt modisches Zeichen
 

Kollektiv IGNAZ setzt modisches Zeichen

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Farbenfrohe Kippa-Kapuzenshirts gegen Antisemitismus

Foto: Jakob Blumenthal
Foto: Jakob Blumenthal
Rechtzeitig zur Berlin Fashion Week hat das Frankfurter Kollektiv IGNAZ in Zusammenarbeit mit dem Berliner Galeristen Johann König eine Hoodiekollektion herausgebracht, die Intoleranz den Kampf ansagt.
Mode kann eine dekorative Protestform sein. Das zeigt sich etwa bei den ab dem heutigen Donnerstag erhältlichen „Solidarity Hoodies“, eine Erfindung des Frankfurter Kollektivs IGNAZ. In Zusammenarbeit mit dem Berliner Galeristen Johann König entstand die Idee, Kippas auf Kapuzenpullis zu applizieren, sie so zu einem Teil der Mode und Straßenkultur zu machen und auch eine Botschaft gegen Antisemitismus damit auszusenden. IGNAZ, das sind drei junge Männer im Alter zwischen 17 und 18 Jahren: Jakob Blumenthal, Joel Olchow und Bernado Macedo Weiß, sie interessieren sich für Design, Fotografie und Musik. Schon im März 2017, als sie also sogar noch jünger waren, haben die drei gemeinsam mit Freunden eine partyähnliche Veranstaltung im Museum Angewandte Kunst auf die Beine gestellt, denn – so ihre Mission – sie wollen der Kreativszene einen Treffpunkt bieten, die Leute in angenehmem Ambiente zueinander bringen. Mittlerweile, so berichtet Jakob Blumenthal habe man auch schon eine IAA-Party mit Mercedes konzipiert und bei einer Kooperation mit dem berühmten Männermodeblog Dandy Diary den Galeristen Johann König kennengelernt. „Er hat uns dann auch gefragt, ob wir für ihn ein modisches Souvenir gestalten wollen“, berichtet Blumenthal. Und so habe man nach einem politischen Thema gesucht, das als Bekleidungsstück transportiert werden kann.

„Wir sind in Frankfurt oft auch mit der Jüdischen Gemeinde in Kontakt und als in Berlin ein Mann geschlagen wurde, weil er eine Kippa getragen hat, da hatten wir ein Thema, das uns wirklich stört“, sagt der 18-jährige Kreative. „Wir sind gegen die Unterdrückung von Religionen, ganz gleich welcher Art.“ Mit den entwickelten Kapuzensweatshirts könne man sich solidarisieren. Auf die Kapuzen wurden traditionell in Israel gefertigte Kippas aufgenäht, fernen prangen auf den Sweatshirts die Logos von IGNAZ und der König Galerie. Die Hoodies sind ab sofort in Gelb, Grün, Schwarz, Grau und Blau im Onlineshop, im Kaufhaus des Westens und in Frankfurt bei Uebervart (Kleiner Hirschgraben 14) für 89 Euro erhältlich. Auch wenn normalerweise eher die Männer Kippa tragen, so sind die Hoodies für Damen und Herren gedacht und werden in den Größen S bis XXL angeboten.





„Die zunächst auf 500 Stück limitierten Hoodies sind ein Zeichen für die Glaubensfreiheit und gegen Intoleranz, Hass und Antisemitismus. In der heutigen Zeit ist Deutschland eigentlich das perfekte Land für Gleichberechtigung, aber wenn es um Religion geht, da hakt es oft noch etwas“, sagt Blumenthal. Es gebe also noch viel zu tun. „Bei unseren Projekten steht der künstlerische Aspekt im Vordergrund, weniger das Geldverdienen. Uns geht es darum die eigene Kreativität auszudrücken und sie zu teilen.“
5. Juli 2018
Nicole Brevoord
 
Nicole Brevoord
Jahrgang 1974, Publizistin, seit 2005 beim JOURNAL FRANKFURT als Redakteurin u.a. für Politik, Stadtentwicklung, Flughafen, Kultur, Leute und Shopping zuständig – Mehr von Nicole Brevoord >>
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Ronald M. Filkas am 9.7.2018, 18:41 Uhr:
Die funktionieren aber auch nur, solange man die Kapuze aufhat. Klappt man sie herunter, sieht es aus, als ob im Nacken eine Kippa klemmen würde.
 
Bernhard Wolf am 6.7.2018, 10:00 Uhr:
..... gegen die Unterdrückung von Religonen..... Da gebe ich Herrn Reichert recht: Unterdrücker in Schutz zu nehmen geht gar nicht, ist wohl auch nicht so gemeint, wenn lt. Deutscher Welle ledglich Herr Blumenthal jüdischen Glaubens ist, die Aktion also den Schwerpunkt auf "Gegen Hass & Intoleranz" legt. Die Aktion an sich finde ich daher gut. Man kann wahrscheinlich wochenlang darüber diskutieren und das wünsche ich mir dabei. Ein bißchen grinsen musste ich schon beim Anblick der Hoodies: Ich stelle mir gerade die Reaktion von Ultra-Orthodoxen Menschen vor :-D
 
Thomas B. Reichert am 5.7.2018, 12:57 Uhr:
"HIMMEL HILF!"
Zitat „Wir sind gegen die Unterdrückung von Religionen, ganz gleich welcher Art.“
Religionen waren schon immer Macht- und Herrschaftssysteme - sie sind der Unterdrücker. Zur Erinnerung: Millionen von Menschen sind wegen diesen logisch konstruierten Irrlehren umgekommen. Diese Ideologien haben Menschen mit Brimborium, Feste, Rituale ... geködert, um diese gegeneinander zu hetzen, zu führen, formen, trösten, programmieren ... nutzen.
In was für einen kollektiven Wahn sich doch die Menschn befinden.
 
 
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