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Foto: Christina Weber
Foto: Christina Weber

Unterkünfte für Flüchtlinge

„Keine Zeltstädte in Frankfurt“

Rund 1500 Asylbewerber hat die Stadt Frankfurt in diesem Jahr untergebracht, dazu weitere 1230 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Stadt rechnet mit vielen anderen und plant weitere Unterkünfte. Zelte will niemand.
Da die Sommerferien in dieser Woche zu Ende gehen, müssen die Flüchtlinge, die Ende Juli die Sporthalle Süd bezogen haben, ihre Unterkunft wieder räumen. Sie sollen laut Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) in einer anderen Halle unterkommen. In welcher, ließ sie am Dienstag offen; noch in dieser Woche soll der Standort veröffentlicht werden. Asylbewerber in Turnhallen unterzubringen, könne immer nur eine Notlösung sein und sei kritisch zu betrachten, sagte Birkenfeld. Aber: „Wir haben keine Alternativen.“

Es fehlt an Raum in der Stadt, um den Flüchtlingen eine Unterkunft zu geben. Nachdem die Bundesregierung ihre Prognose nach oben korrigiert hat und nun mit 800.000 Asylbewerbern in diesem Jahr rechnet, geht die Stadt neuerdings davon aus, dass sie 4000 Menschen aufnehmen muss. Rund 1500 hat Frankfurt in diesem Jahr bereits untergebracht. Außerdem 1232 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF), die in Frankfurt einem Clearingverfahren unterzogen werden, bei dem ihre Identität festgestellt wird. Obwohl das Verfahren drei Monate dauern soll, kann es sogar ein Jahr in Anspruch nehmen.

Die Asylbewerber in Frankfurt leben an mehr als 90 Standorten: in Wohnungen, Wohnheimen, Pensionen, Hotels und Containeranlagen. Um auch den noch kommenden Asylbewerbern eine Unterkunft bieten zu können, untersucht die Stadt derzeit 60 weitere Standorte. Bis Ende des Jahres sollen so rund 1000 weitere Plätze entstehen. „Wir wollen keine Zeltstädte in Frankfurt errichten“, sagte Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne). Hallen seien die letzte Lösung. Die Menschen wollten ein festes Dach über dem Kopf. Um die Einrichtung von Unterkünften zu beschleunigen, sollen laut Cunitz „alle rechtlichen Ermessensspielräume“ ausgenutzt werden. Allerdings nicht um jeden Preis: Es soll für die Menschen, die dort leben sollen, keine Gefahr bestehen. Für die Behörden bedeute das ein „unkonventionelles Arbeiten“. Mittlerweile ist die Stadt auch mit der Messe Frankfurt im Gespräch, um Hallen nutzen zu können. Dies wird laut Birkenfeld jedoch erst nach der Buchmesse möglich sein, weil bis dahin alle Hallen belegt sind.

Olaf Cunitz sprach von einer großen Herausforderung, sagte aber auch, es gebe eine sehr große Akzeptanz in der Bevölkerung. Aus keinem Stadtteil seien bisher Probleme gemeldet worden. „Die Leute zeigen sich solidarisch und wollen helfen“, so Cunitz. Man sollte der Stimmung entgegenwirken, die in der Akzeptanz zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen unterscheide. Er zeigte Verständnis für Menschen, die sich auf den Weg machten, um ein besseres Leben zu finden. Daran sei nichts Illegitimes. Er erinnerte daran, dass Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls viele Flüchtlinge aufgenommen habe.

Deshalb sei es unabdingbar, so Cunitz, legale Wege zu schaffen, damit diese Menschen hier eine neue Heimat fänden. Doch zur Integration sei es wichtig, dass die Menschen aus temporären Unterkünften in dauerhafte Wohnungen kämen. Der Planungsdezernent nahm aber auch die Bundesregierung beim Wort, die Mittel für den geförderten Wohnungsbau zu erhöhen. „Wer die Flucht auf sich genommen hat, der hat eine Chance verdient“, sagte Cunitz. „Unser Land kann das verkraften. Unsere Stärke zeigt sich darin, wie wir den Schwachen helfen."
 
2. September 2015, 11.00 Uhr
Lukas Gedziorowski
 
Lukas Gedziorowski
Jahrgang 1985, Studium der Germanistik in Frankfurt, seit 2011 freier Journalist, seit 2013 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Lukas Gedziorowski >>
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