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Foto: FES
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Der Mainbecher kommt

Nachhaltigkeit trifft Lokalpatriotismus

Um den Müll durch Einwegbecher zu reduzieren, hat die FES ein Coffee-to-go-Becher-Pfandsystem im Rhein-Main-Gebiet initiiert. Das Projekt mit den Biobechern ist jetzt in Frankfurt gestartet.
Überall – ob an Tankstellen, an Kiosken oder Bäckereien – können wir Kaffee „to go“, also zum Mitnehmen, in Einwegbechern bekommen. Nach circa zehn Minuten Benutzung landen sie im Mülleimer oder werden achtlos in die Gegend geworfen. Die FES entsorgt jedes Jahr rund 25 Millionen Einwegbecher. Dagegen soll nun ein stadtweites Pfandsystem samt Mehrwegbecher namens Mainbecher helfen. Mit dem Mainbecher knüpft die FES an ein erfolgreiches Pilotprojekt der gemeinnützigen Initiative Cup2gether an. Denn vor mehr als einem Jahr haben Marlene Haas und Claudia Schäfer von der Initiative Cup2gether mit der Stadt gewettet, dass sie ein Mehrwegbecher-Pfandsystem etablieren können. Sie führten das Testmodell Cup2gether in Bornheim ein – mit großem Erfolg. „Uns war klar, dass wir einen Partner brauchen, der das System vertreibt. Die FES hat das getan und somit ging das Projekt in professionelle Hände“, so Haas.

Für einmalig drei Euro können bei teilnehmenden Tankstellen, Bäckereien und allen anderen Systemteilnehmenden Pfandmarken aus Holz inklusive Mainbecher-Pass erworben werden. Die Pfandmarke kann bei jedem Teilnehmenden gegen einen Becher getauscht werden. Benutzte Becher werden an diesen Stellen ebenfalls gegen einen frischen getauscht und wieder befüllt. Wer seinen Becher nicht mehr haben möchte, kann diesen wieder bei den Systemteilnehmenden zurückgeben. Wo genau es den Becher gibt, ist auf der Internetseite des Mainbechers zu sehen. Zudem können teilnehmende Geschäfte auch mit einem Aufkleber von außen darauf aufmerksam machen. Im Moment wird an einer App gearbeitet, mit der man schnell über das Smartphone schauen kann, wo sich der nächste Systemteilnehmende befindet. Vereinzelt wird es auch Geschäfte geben, die die Becher nur zurücknehmen oder nur befüllen.

Laut einer Studie sei die Farbe Grau jene, die Benutzerinnen und Benutzer bei einem Mehrwegbecher bevorzugen. Deshalb ist der Mainbecher grau mit weißem Aufdruck. Darauf zu sehen ist der Frankfurter Adler, die Skyline, das Logo und der Schriftzug „Keiner macht das so wie wir“. Unverkennbar sind auch die Rauten des Gerippten abgebildet. „Der Name und die Frankfurt-Motive auf dem Becher sollen bewusst den Lokalpatriotismus ansprechen“, erklärt Dirk Remmert, Geschäftsführer der FES. Der Mainbecher ist nicht nur für Kaffee gedacht, auch Getränke wie Apfelwein können daraus getrunken werden. Der Becher hat jedoch nicht nur ein außergewöhnliches Design, er ist auch zu 100 Prozent biologisch abbaubar und kann somit recycelt werden. Er wird ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen produziert. Der Hauptbestandteil Lignin ist ein Baumharz, ein Abfallprodukt der Papierherstellung. Zusätzlich sind pflanzliche Öle, Glucose, Stärke und mineralische Füllstoffe enthalten. Demnächst soll es auch einen blauen biologisch abbaubaren Deckel für den Mainbecher geben. Dieser wird zwei Euro kosten und ist nicht Bestandteil des Pfandsystems.




© FES

Geschäfte, Tankstellen, Cafés und alle anderen interessierten Gewerbetreibenden kostet es nichts, an dem Pfandsystem teilzunehmen. Weitere Informationen sind auf der Webseite von Mainbecher zu finden. Das Ganze ist eine Nonprofit-Aktion und wird aus dem Marketingbudget der FES finanziert. Um den Effekt tatsächlich validieren zu können, hat die FES ein Unternehmen engagiert, welches Sortieranalysen von öffentlichen Mülleimern durchführen wird. Damit soll festgestellt werden, um wie viel sich der Anteil der Einwegbecher im Müll reduziert. Jedes Jahr kostet die Reinigung der Straßen und Grünflächen 50 Millionen Euro, ein beträchtlicher Teil des Mülls besteht aus Einwegbechern.

Bis jetzt gibt es 30 000 Mainbecher und 25 Gewerbetreibende, die sich an dem Pfandsystem beteiligen. Ziel ist es, dass es bis Ende 2021 mehr als 200 Systemteilnehmende gibt und 150 000 Becher im Umlauf sind.
 
20. September 2019, 12.17 Uhr
Ricarda Paul
 
 
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Text: sfk / Foto: AdobeStock/Marina Lohrbach
 
 
 
 
 
 
 
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