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Zweiter Anne-Frank-Tag
 

Zweiter Anne-Frank-Tag

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Frankfurt gedenkt seiner bekanntesten Bürgerin

Foto: Anne Frank Fonds
Foto: Anne Frank Fonds
Am Dienstag hätte Anne Frank Geburtstag gehabt, wenn sie nicht 1945 im KZ Bergen-Belsen gestorben wäre. Doch die Botschaft der Frankfurter Tagebuchschreiberin ist heute aktueller denn je. Mit Veranstaltungen wird Anne Frank gedacht.
Den Auftakt zum Anne Frank Tag, der am Dienstag in diesem Jahr schon zum zweiten Mal stattfindet, bildet die Online-Ausstellung zur Geschichte der Anne Frankfurt und die szenische Lesung des Graphic Diarys mit Alina Levshin am Montagabend um 18.30 Uhr im Leopold-Sonnemann-Saal im Historischen Museum. Anmeldung unter besucherservice@historisches-museum-frankfurt.de.

Zum vielfältigen und umfangreichen Veranstaltungsprogramm gehört aber auch die erstmalige Verleihung des Frankfurter Schulpreises. Außerdem finden SchülerInnenworkshops, geführte Touren durch Stadt und Synagoge statt und die neue und entdeckungswürdige Dauerausstellung der Bildungsstätte Anne Frank „Anne Frank. Morgen mehr“ wird eröffnet. Im Zentrum des Gedenkens steht in diesem Jahr ein Zitat der berühmten Frankfurter Jüdin: „Wir können niemals nur Niederländer oder nur Engländer oder was auch immer werden, wir müssen daneben immer Juden bleiben. Aber wir wollen es auch bleiben.“ (Anne Frank, 11.4.1944)

Oberbürgermeister Peter Feldmann begrüßt den Anne Frank Tag: „Mich begeistert das Programm, das maßgeblich von meinem Freund und Leiter der Bildungsstätte Anne Frank, Meron Mendel, auf die Beine gestellt wurde. Denn der Anne Frank-Tag und sein Programm passen gut zu Frankfurt, weil der Tag die Vielfalt Frankfurts mit ihren unterschiedlichen Nationen widerspiegelt. Frankfurt nimmt dadurch das Schicksal einer seiner bekanntesten Töchter zum Anlass, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Mich hat als Jugendlicher das Tagebuch sehr bewegt, denn es hat mir, wie ich heute weiß, die Möglichkeit der Identifikation mit ihrem Schicksal ermöglich. Was wäre aus Anne Frank für eine großartige Schriftstellerin geworden, diese Frage bewegt viele Menschen – auch mich – noch heute. Das Schicksal Anne Franks und ihr Ringen um Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung verweist uns gleichzeitig auf den unermesslichen Verlust, zu dem die Nazi-Verbrechen geführt haben. Unsere Lehre daraus? Nie wieder Nazismus und Ausgrenzung, gemeinsam wachsam bleiben!“ 

Das Schicksal der am 12. Juni 1929 geborenen Anne Frank mit Flucht und Verfolgung stehe exemplarisch für das Los, das Millionen europäischer Jüdinnen und Juden, die im Holocaust von den Nazis ermordet wurden, ereilt habe. „An dem Tag, an dem Anne Frank 89 Jahre alt geworden wäre, möchten wir als Stadt Frankfurt darum an Anne Frank erinnern und die Botschaft ihres weltberühmten Tagebuchs ins Zentrum des Gedenkens und des Engagements stellen. In Zeiten eines erstarkenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft ist uns das ein besonderes Anliegen. Wir möchten alle Frankfurterinnen und Frankfurter herzlich dazu einladen, sich bei den unterschiedlichen Veranstaltungen, Ausstellungen und Führungen des zweiten Anne Frank-Tags mit aktuellen Formen von Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit auseinanderzusetzen.“

Im Rahmen eines Fachbeirates haben mehrere städtische Einrichtungen und Vereine ein vielfältiges Programm für den ersten Anne Frank-Tag zusammengestellt. Den Impuls für einen Anne Frank-Tag in Frankfurt hatte Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, Jahr gegeben. „Die Etablierung des Anne Frank-Tags ist für mich und die Bildungsstätte Anne Frank ein ganz wichtiges Anliegen, um in Frankfurt, wo Anne Frank geboren wurde und ihre Vorfahren schon lange Zeit lebten, an die Geschichte von Judenhass, Verfolgung und Vernichtung im Nationalsozialismus zu erinnern, und sich außerdem mit aktuellen Fragen des Zusammenlebens in der Stadtgesellschaft auseinanderzusetzen“, sagt Mendel. „Nach unserer Erfahrung kann die aktive Aneignung der Geschichte dann gut gelingen, wenn sie mit den Lebensrealitäten von Menschen in unserer Gesellschaft heute verknüpft wird. Die Geschichte von Anne Frank bietet zugleich einen einzigartigen Zugang, sich mit aktuellen Formen von Menschenfeindlichkeit auseinanderzusetzen. Gedenken und Engagieren – diese Ziele werden mit dem vielfältigen Programm des Tages schon sehr erfolgreich umgesetzt.“
11. Juni 2018
nb/ffm
 
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