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Vergabe von Goethe- und Ehrenplaketten beschlossen
 

Vergabe von Goethe- und Ehrenplaketten beschlossen

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Auszeichnungen für Max Hollein, Rainer Weiss und Charly Körbel

Foto: Harald Schröder
Foto: Harald Schröder
Der Magistrat hat die Vergabe der Ehren- und Goetheplaketten beschlossen. Eine Goetheplakette geht unter anderem an den Kunsthistoriker Max Hollein. Der Verleger Rainer Weiss und Fußball-Urgestein Karl-Heinz Körbel werden jeweils mit einer Ehrenplakette bedacht.
Wohl jeder, der sich auch nur oberflächlich mit Kunst und Kultur befasst, kennt den Namen Max Hollein. Als Direktor des Metropolitan Museum of Art in New York, einem der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt, ist er eine der wegweisenden Persönlichkeiten in der internationalen Kunstwelt. Vor allem aber prägte Max Hollein die Frankfurter Museumslandschaft wie wohl kaum ein anderer Kunsthistoriker vor oder nach ihm. 2001 übernahm der damals erst 32-jährige Hollein die Leitung der Schirn Kunsthalle. Mit der zusätzlichen Übernahme des Städel Museums und der Liebieghaus Skultpturensammlung im Jahr 2016 gelang Hollein nicht nur, drei sehr anspruchsvolle Häuser näher zu einander zu rücken, vor allem festigte er den Ruf Frankfurts als Kulturhauptstadt.

Nun wird der inzwischen 49-Jährige mit einer der höchsten Auszeichnungen der Stadt Frankfurt bedacht: Noch in diesem Jahr soll Max Hollein die Goetheplakette erhalten. Der Kulturpreis wird regelmäßig an „Dichter, Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler und andere Persönlichkeiten des kulturellen Lebens verliehen, die durch ihr schöpferisches Wirken einer dem Andenken Goethes gewidmeten Ehrung würdig sind“.

„Max Hollein ist Frankfurt immer noch eng verbunden“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann zu der Entscheidung. „Ich freue mich, dass er von einem der renommiertesten Museen der Welt, Metropolitan Museum of Art in New York, die Verbindung in unsere Stadt sucht – und bin stolz auf die Spuren, die sein Wirken hier am Main hinterlassen hat.“ Feldmann hob insbesondere den Erweiterungsbau des Städels hervor und Ausstellungen wie die zu Ernst Ludwig Kirchner und Botticelli im Städel Museum oder Henri Matisse in der Schirn Kunsthalle, die auch weit über Frankfurt hinaus Strahlkraft hatten.

Max Hollein ist kein gebürtiger Frankfurter, ein Sohn dieser Stadt ist er dennoch. 2013 schlug er ein Angebot des Centre Pompidou in Paris aus. Eine Entscheidung, die für enorme mediale Aufmerksamkeit sorgte. Damals sagte er unmissverständlich, dass er noch nicht bereit sei, die Stadt am Main zu verlassen. Auch 2016, als er schließlich dem Ruf nach San Francisco folgte, fiel ihm die Entscheidung nicht leicht. „Frankfurt nach über fünfzehn Jahren zu verlassen ist für mich und meine Familie eine schwere Entscheidung“, sagte Hollein zum Abschied. „Wir haben diese Stadt und deren Menschen sehr in unser Herz geschlossen“.

In den vergangenen Jahren ging die Goetheplakette unter anderem an den Künstler Tobias Rehberger, den Musiker Moses Pelham und den DJ Sven Väth.

Rainer Weiss und Charly Körbel erhalten Ehrenplaketten

Die Auszeichnung mit einer Ehrenplakette wurde unter anderem für den Verleger Rainer Weiss und Eintracht Frankfurt-Urgestein Karl-Heinz „Charly“ Körbel beschlossen. Geboren und aufgewachsen ist Rainer Weiss zwar in Karlsruhe, in Frankfurt lebt er nun aber bereits seit Mitte der 1980er-Jahre. Über 21 Jahre war er für den Suhrkamp Verlag tätig: Zunächst als Lektor, dann als Leiter des Theaterverlags, Pressesprecher, Programmdirektor und schließlich als Programmgeschäftsführer der Verlage Suhrkamp und Insel. In dieser Zeit prägte er die Buchbranche und die kulturelle Landschaft Frankfurts entscheidend mit und verhalf der Frankfurter Buchmesse auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu Popularität. Auch nach seinem Ausscheiden bei Suhrkamp machte Rainer Weiss weiter Bücher; 2008 gründete er gemeinsam mit Anya Schutzbach den Independent-Verlag Weissbooks.w. Bücher zu publizieren, die zur Diskussion beitragen, sehe er als die „große und schöne Aufgabe“ eines Verlages.

Dazu passt auch sein Engagement beim Kreisligaverein FC Gudesding, dessen 1. Vorsitzender er ist und dem er sich hauptsächlich widmet seit er sich 2017 aus dem operativen Geschäft des Weissbooks-Verlags zurückgezogen hat. Der FC Gudesding steht wie kaum ein anderer Sportverein in Frankfurt für den Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und jede andere Form von Diskriminierung. Die Spieler tragen bei Turnieren das weiße X als Zeichen gegen Kindesmissbrauch, regelmäßig rufen sie zu Spieltagen gegen Antisemitismus auf, an denen sich auch die Eintracht und der FSV beteiligen. Rainer Weiss und seine Mannschaft haben darüber hinaus etlichen jungen Geflüchteten eine sportliche Heimat gegeben und beim Ankommen in unserer Stadt unterstützt.

Karl-Heinz „Charly“ Körbel kam 1972 zur Eintracht Frankfurt. Dem Verein blieb er bis 1991, also seine gesamte Profikarriere über, treu. In dieser Zeit absolvierte er 602 Bundesligaspiele – damit hält er den Rekord für die meisten Einsätze in der Bundesliga. Auch heute ist Charly Körbel noch beratend im Vorstand der Eintracht tätig, außerdem verantwortet er den Jugendfußballclub Frankfurt am Main. Eine echtes Fußball-Urgestein.

Weitere Preisträger

Mit der Goetheplakette werden weiterhin die Schriftstellerin Silke Scheuermann und der Konzertpianist Burkard Schliessmann ausgezeichnet. Eine Ehrenplakette erhalten IHK-Präsident Mathias Müller, Berami-Geschäftsführerin Rosina Walter, Bürgermeisterin a. D. Jutta Ebeling, DGB-Vorsitzender Harald Fiedler, Romanfabrik-Inhaber Michael Hohmann sowie der Direktor des Kulturzentrums Haus am Dom Joachim Valentin.
 
18. März 2019, 09.55 Uhr
Ronja Merkel
 
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, seit September 2018 Chefredakteurin. – Mehr von Ronja Merkel >>
 
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