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Kunststreit mit der DekaBank
 

Kunststreit mit der DekaBank

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Clubmacher vom NuSoul gehen in die nächste Instanz

Foto: nil
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Wie das Capital-Magazin schreibt, geht der Prozess um eine zerstörte Skulptur eines renommierten Künstlers in die nächste Instanz: Die Clubmacher des NuSoul ziehen mit neuen Argumenten vors Oberlandesgericht.
"Wirtschaft ist Gesellschaft", so lautet das Motto des Magazins Capital. Man ahnt also, was die Kollegen der Zeitschrift an diesem besonderen Frankfurter Gerichtsprozess interessiert haben mag, am Verfahren NuSoul gegen die DekaBank – und die Geschichte fügt sich auch gut in das Heft ein, dass auf dem Titel schon den Frankfurter Westhafen zeigt, um eine Geschichte über Immobilienpreise zu illustrieren. Um Immobilien geht es auch beim NuSoul, diesem vor drei Jahren geschlossenen Club am anderen Ende der Stadt, dem Ostend. Es geht aber auch um Kunst, um die Stadtgesellschaft und um die Nachtlebenszene, kurzum: es kommt einiges zusammen.

Zur Vorgeschichte: Clubmacher Mengi Zeleke und seine Brüder mussten vor zwei Jahren das NuSoul aufgeben – die Vermieter tauschten die Schlösser aus, nachdem sie eine Monatsmiete zu spät zahlten und damit gegen einen zuvor geschlossenen gerichtlichen Vergleich verstießen. Im Club befand sich auch eine Raumskulptur des Städelschul-Professors Tobias Rehberger. Und der Vermieter war auch nicht irgendwer, sondern ein Tochterunternehmen der DekaBank, die wiederum die Investmentsparte des Sparkassen Giroverbandes ist. Ein Geschenk für seine Freunde sei die Arbeit gewesen, so gab der Künstler der DekaBank hernach bekannt – keinesfalls solle sie verkauft oder an Dritte weitergegeben werden. Lieber solle man sie vernichten. Teile der Arbeit wurden aber doch weitergegeben, wie spätere Recherchen ergaben – was den Künstler nicht weiter aufregte: "Der Wert lässt sich schwer beziffern - es war ein Geschenk, es hat also niemand dafür bezahlt. Das Geschenk wurde zerstört, also auch nie verkauft", so Rehberger bei der Inaugenscheinnahme eines Teils der Kunst im Club Monza. Die Bank entschuldigte sich beim Künstler.

Die Clubmacher strengten eine Millionenklage gegen die Bank an – und unterlagen im August 2014 vor dem Landgericht. Womit wir in der Gegenwart wären: Capital schreibt in seiner aktuellen Ausgabe, dass es eine Fortsetzung vor der nächsten Instanz geben soll. Die Brüder Zeleke wollen es also noch einmal wissen. Aber mehr noch: Sie sollen auch neue Beweise vorgelegt haben – etwa, dass Sie in der Räumungsfrist sehr wohl die Bank kontaktiert hätten, um an das Inventar des Clubs zu kommen. Dies hatten der Hausmeister und ein DekaBank-Mitarbeiter vor Gericht noch verneint. Taff Zeleke sagt dem Magazin gerade heraus: "Die Zeugen haben dem Richter ins Gesicht gelogen."

Ob es so war und wie das Urteil der Vorinstanz zu bewerten ist, muss nun das Oberlandesgericht herausfinden. Wann der Prozess steigt ist aber noch unklar, die Bank hat sich jedoch bereits mit den Vorwürfen auseinandergesetzt. Gegenüber dem Journal Frankfurt äußert sie sich wie auch gegenüber der Online-Ausgabe von Capital (im Heft fehlt diese Stellungnahme) so: „Die Vorwürfe der Kläger gegen die Deka sind falsch und deshalb hat das Landgericht die Klage zu Recht abgewiesen. Es steht der Gegenseite frei, dagegen Rechtsmittel einzulegen – auch die Berufung hat jedoch keinerlei Grundlage und wird keinen Erfolg haben.“
 
23. April 2015, 10.33 Uhr
Nils Bremer
 
Nils Bremer
Jahrgang 1978, Politologe, insgesamt 14 Jahre beim Journal Frankfurt, von 2010 bis Juni 2018 als Chefredakteur. – Mehr von Nils Bremer >>
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