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Jüdische Akademie: Baugenehmigung erteilt
 

Jüdische Akademie: Baugenehmigung erteilt

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Ein „Jüdischer Thinktank“ für Frankfurt

Foto: Turkali Architekten
Foto: Turkali Architekten
Bereits 2018 hatten sowohl Bund und Land Hessen als auch die Stadt Frankfurt zugestimmt, sich mit Zuschüssen in Millionenhöhe am Bau einer Jüdischen Akademie in Frankfurt zu beteiligen. Nun wurde die Baugenehmigung erteilt.
Rund 21 Millionen Euro wird der Bau der Jüdischen Akademie in Frankfurt voraussichtlich kosten – so zumindest lautete eine Schätzung im November 2018. Der Magistrat der Stadt Frankfurt stimmte in diesem Kontext einem Investitionskostenzuschuss in Höhe von 4,5 Millionen Euro für die Errichtung der Akademie zu, auch das Land Hessen und der Bund versicherten eine Beteiligung in Millionenhöhe. Nun wurde eine weitere wichtige Hürde genommen: Dem Projekt wurde die Baugenehmigung erteilt.

Bereits zu Beginn der Planungen zeichnete sich ab, dass der Bau auf einem Grundstück am südöstlichen Ende des geplanten Kulturcampus an der Senckenberganlage nahe dem Messegelände errichtet werden soll. Wie Bürgermeister Uwe Becker (CDU), Planungsdezernent Mike Josef (SPD) und Harry Schnabel, Mitglied des Zentralrats der Juden und des Gemeindevorstandes in Frankfurt, am gestrigen Donnerstag gemeinsam bekannt gaben, werden die Bauarbeiten vorrausichtlich im Spätsommer dieses Jahres beginnen. Umgesetzt wird der Bau vom Architekturbüro Turkali, deren preisgekrönter Entwurf an dieser „prägnanten Stelle“ laut Mike Josef erheblich zur Aufwertung der Senckenberganlage beitrage.

Frankfurt sei „der richtige Ort für diese wichtige Institution“, sagte Uwe Becker, er freue sich, dass die Umsetzung nun Gestalt annehme, jüdisches Leben und jüdische Traditionen seien ein wichtiger Bestandteil der Identität Frankfurts. „Das Judentum bereichert mit seinen verschiedenen Facetten das religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Leben in Frankfurt am Main und in Deutschland“, so Becker. „Die Jüdische Akademie wird diese Bandbreite einer lebendigen Religion jenseits von Angst einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen können.“

Auch Mike Josef sieht in dem Bau der Jüdischen Akademie, abseits der städtebaulichen Aufwertung, eine Bereicherung für den Campus Bockenheim, die eine „gute Tradition der jüdisch geprägten Sozialwissenschaften an diesem Ort“ fortsetze: „Die jüdische Tradition des Weiterdenkens und Diskurses erhält damit in Frankfurt einen weiteren wichtigen Ort, denn schon die Gründung unserer Bürgeruniversität wäre ohne das Engagement der jüdischen Bürgerinnen und Bürger Frankfurts nicht denkbar gewesen.“

Der Zentralrat der Juden sieht in der Erteilung der Baugenehmigung einen entscheidenden Schritt für die „Verwirklichung seiner wegweisenden Bildungseinrichtung“. Die Jüdische Akademie solle den Diskurs über jüdisches Leben und jüdische Kultur in die Bevölkerung hineintragen, so Harry Schnabel. Das Seminar-, Konferenz-, Vortrags- und Fortbildungsangebot richte sich gleichermaßen an jüdische und nicht-jüdische Bürgerinnen und Bürger. „Die von der Akademie vermittelten Inhalte dienen der Aufklärung, die nach Überzeugung des Zentralrats der Juden auch eine präventive Wirkung gegen zunehmenden Antisemitismus haben wird“, sagte Schnabel. Nun warte man darauf, dass die Stadt Frankfurt, das Land Hessen und das Bundesinnenministerium als Zuwendungsgeber bei dem für Ende Januar anberaumtem Koordinierungsgespräch „grünes Licht“ geben, um mit der Ausschreibung der Gewerke beginnen zu können.

Das Grundstück wird durch die Wohnungsbaugesellschaft ABG zur Verfügung gestellt. Dies zeige laut Uwe Becker und Mike Josef, dass die städtische Wohnungsgesellschaft nicht nur für den Wohnungsbau, sondern auch für die kulturelle Entwicklung Frankfurts große Dienste leiste: „Mit der Jüdischen Akademie wird ein Ort in Frankfurt am Main entstehen, der die Diskussion über die Zukunft unserer Gesellschaft aus jüdischer Perspektive betrachten und befördern wird, Ein ‚Jüdischer Thinktank‘, der in keine Stadt in Deutschland so gut passt wie nach Frankfurt am Main.“
 
3. Januar 2020, 11.14 Uhr
Ronja Merkel
 
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, seit September 2018 Chefredakteurin. – Mehr von Ronja Merkel >>
 
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