Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kultur
Startseite Alle NachrichtenKultur
Ausstellung Frankfurter Paulskirche
 

Ausstellung Frankfurter Paulskirche

0

Ein Denkmal unter Druck

Foto: AUSGEBRANNTE PAULSKIRCHE, 1946; Kurt Weiner, Institut für Stadtgeschichte
Foto: AUSGEBRANNTE PAULSKIRCHE, 1946; Kurt Weiner, Institut für Stadtgeschichte
Das Deutsche Architekturmuseum befasst sich in seiner neuen Ausstellung mit der Baugeschichte der Paulskirche – und mischt sich damit in die Diskussion um die Zukunft des Denkmals ein. Eine Rekonstruktion zum Vorkriegszustand lehnt Direktor Peter Cachola Schmal ab.
Die Paulskirche – Wiege der deutschen Demokratie und aktuell regelmäßig Gegenstand politischer Debatten. Um ihre Bedeutung als Ort der ersten Nationalversammlung von 1848 hervorzuheben, soll sie baulich aufgewertet werden. Wie diese Aufwertung konkret aussehen kann, wird seit Monaten diskutiert. Mitten in die Überlegungen um eine mögliche Rekonstruktion kommt nun eine Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums (DAM).

„Paulskirche. Ein Denkmal unter Druck“ befasst sich mit der Baugeschichte des Denkmals von 1786 bis heute unter Berücksichtigung der jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Zahlreiche historische und aktuelle Fotos sowie diverse Entwurfszeichnungen zeigen die bewegte Geschichte der Paulskirche und ermöglichen einen Eindruck von den vielen, schon seit Jahrzehnten immer wieder laut werdenden Rufen nach einer Rekonstruktion des Vorkriegszustandes.




AUSGEBRANNTE PAULSKIRCHE, 1945; Foto: Peter Nagel, Institut für Stadtgeschichte

In diesen Ruf möchte Peter Cachola Schmal, Direktor des DAM nicht einstimmen. Um den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, müsste das Gebäude abgetragen und neu gebaut werden, prophezeit Schmal. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der die Ausstellung am Donnerstag gemeinsam mit Schmal eröffnete, erinnerte beim Rundgang durch die Schau einmal mehr daran, dass die Paulskirche ein starkes Symbol sei, das von der Öffentlichkeit aber oft „stiefmütterlich“ behandelt werde. „Wir wollen das ändern und die Paulskirche zu einem Ort lebendiger Demokratie für Alle machen“, sagte Feldmann. „Um bei dieser Debatte mitreden zu können, braucht es fundiertes Wissen, auch über die politische Geschichte der Paulskirche. Die Ausstellung liefert dieses Wissen.“




JOHN F. KENNEDY, REDE IN DER PAULSKIRCHE ANLÄSSLICH SEINES DEUTSCHLANDBESUCHS, 25. JUNI 1963; Foto: Associated Press, Institut für Stadtgeschichte

Der Oberbürgermeister betonte, dass er kein bestimmtes bauliches Vorgehen favorisiere. Die Entscheidung hierüber müsse das Stadtparlament treffen. Er möchte vielmehr einen offenen Diskurs über die inhaltliche Nutzung fördern. „Ich würde mich sehr freuen, wenn möglichst viele Menschen, die sich in nächsten Monaten an der Debatte um den Demokratieort Paulskirche beteiligen werden, diese Ausstellung besuchen. Es geht um die Inhalte. Was gehört zu so einem Ort? Wer spielt hier eine Rolle? Welche Themen sollen verhandelt werden?“, so Feldmann. Dazu gehöre auch, so der Oberbürgermeister, Veranstaltungen auszurichten, die der politischen Bildung zugute kommen und dazu beitragen, dass die Paulskirche als Demokratiezentrum wahrgenommen werde.

>> „Paulskirche. Ein Denkmal unter Druck“, bis 16. Februar, Deutsches Architekturmuseum
 
6. September 2019, 10.49 Uhr
Ronja Merkel
 
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, seit September 2018 Chefredakteurin. – Mehr von Ronja Merkel >>
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kultur
 
 
Hafen 2-Festival
0
Süße Sechzehn
Auf den Hafen 2 ist Verlass. Denn immer im Februar feiert das Kulturzentrum in Offenbach seinen Geburtstag mit einem imposanten interdisziplinären Festival. In diesem Jahr lädt der Hafen 2 zum 16. Geburtstag ein. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Andrej Topas
 
 
Als einziges deutschsprachiges Literaturfestival ist „Frankfurt liest ein Buch“ für den International Excellence Award im Rahmen der Londoner Buchmesse nominiert. Projekte aus aller Welt werden in 16 unterschiedlichen Kategorien ausgezeichnet. – Weiterlesen >>
Text: jwe / Foto: Julia Schopferer
 
 
Die Umbauarbeiten im Museum Angewandte Kunst werden genutzt, um die leeren Räume zum „Open House“ zu erklären. Drei Wochen lang wird das Museum ab 26. Februar bis zum 15. März auch zum Klangkörper. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Florian Waadt
 
 
 
Vom 14. bis 16. Februar öffnet die Städelschule wieder ihre Pforten zum jährlichen Rundgang und gibt Einblick in das Schaffen der Studierenden. Auch Yasmil Raymond, die ab dem 1. April die Leitung der Hochschule übernimmt, ist bei dem diesjährigen Rundgang anwesend. – Weiterlesen >>
Text: ez / Foto: ez
 
 
Denkmal Kindertransporte
1
Auf bald, mein Kind
An der Kreuzung Gallusananlage/Kaiserstraße soll ein Denkmal zur Erinnerung an die rettenden Kindertransporte während des Nationalsozialismus entstehen. Nun hat sich die Jury für einen Entwurf entschieden: „The Orphan Carousel“ von der israelischen Künstlerin Yael Bartana. – Weiterlesen >>
Text: jwe/rom / Foto: Stadt Frankfurt
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  679