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Spendenübergabe bei der Teestube Jona
 

Spendenübergabe bei der Teestube Jona

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Ein Lichtblick in harten Zeiten

Foto: Nicole Brevoord
Foto: Nicole Brevoord
Die Teestube Jona ist seit 30 Jahren ein Wohnzimmer für hilfsbedürftige, zumeist wohnungslose Menschen. Doch nun braucht der Verein selbst eine neue Bleibe. Da ist die Spende der Frankfurter Stadtevents zumindest ein Lichtblick.
Von außen sieht die Teestube Jona in der Pforzheimer Straße nahe des Südausgangs des Hauptbahnhofs wirklich wie ein kleines Lokal aus, mit großen Schaufenstern, die einen Blick in die grüngetünchte Stube mit den vielen Bildern an der Wand erlaubt. An den neun runden Tischen im Gastraum sitzen rund 15 Männer im Raum verteilt, trinken Kaffee, Saft oder Tee, der hier für 30 Cent serviert wird. „Wir haben hier eine bunt gemischte Klientel. Darunter sind Wohnungslose, Menschen, die in Notunterkünften übernachten, Rentner oder auch Leute, die auf den Bus warten“, sagt Nadine Müller. Bis zu 130 Besucher zähle die nur 50 Quadratmeter große Teestube am Tag. Jona sei eine Art Wohnzimmer, eine Anlaufstelle, die ganz bewusst seit 30 Jahren im Dunstkreis des Hauptbahnhofs liege und ein niedrigschwelliges Angebot biete. In der von der Projektgruppe Bahnhofsviertel e.V. betriebenen Teestube arbeiten Sozialarbeiter und insgesamt 19 Ehrenamtliche und bieten den rund 450 Stammgästen neben einer familiären Atmosphäre mit Gesellschaft, Erfrischungen und Brettspielen auch die Möglichkeit Wäsche zu wachsen, hier bekomme man auch eine Isomatte, einen Schlafsack oder Kleidung, können kostenlos den PC und das Gratis W-LAN nutzen. Finanziert wird all das durch Gelder des Landeswohlfahrtsverbands, durch die Stadt, durch Bußgeldzuweisungen und private Spenden. Doch nicht nur die Kunden der Teestube haben Sorgen, auch die Betreiber der Teestube Jona haben Kummer. Ende November müssen sie endgültig aus den Räumen in der Pforzheimer Straße raus.

Mitte 2017 ist das Gebäude verkauft worden und ganz offensichtlich hat der neue Besitzer konkrete Pläne, weshalb er der Teestube auch kurz nach dem Kauf kündigte. Nun geht die Suche nach einer neuen Bleibe los. Zwar ist bis zum Vertragsende noch Zeit, doch es wird immer ungemütlicher in der Teestube. „Seit Monaten haben wir keinen funktionierenden Abfluss hier, irgendwie wurde uns auch ein Starkstromkabel durchgesägt, darum hatten wir an Weihnachten auch keinen Strom“, sagt Nadine Müller. Tatsächlich fällt während unseres Gesprächs mehrfach der Strom aus. Auch die Heizung funktioniere nicht zuverlässig. Doch es scheint gar nicht so einfach, neue Räume zu finden. In der Moselstraße 47 wollte die Stadt eigentlich eine Fläche für die Teestube einrichten, entschied sich dann aber wegen der verschärften Drogenproblematik im Viertel dagegen, die soziale Anlaufstelle dorthin zu verlegen. Nadine Müller wirkt etwas enttäuscht, auch wenn sie grundsätzlich dankbar für die Unterstützung durch die Stadt ist. Derzeit würden Räumlichkeiten in der Gutleutstraße 121 auf ihre Tauglichkeit überprüft, doch Müller ist skeptisch: „Das wäre für beide Seiten allenfalls eine Zwischenlösung. Wir finden schon was Anderes.“ Die Teestube wäre dann nicht mehr ebenerdig, was ein Problem für kraftlose, altersschwache Personen darstelle. 150 bis 250 Quadratmeter Fläche fände Müller gut, damit es nicht mehr wie bisher so beengt zugehe. Man brauche einen Lager- und einen Beratungsraum und einen gastronomietauglichen Raum, all das fußläufig zu erreichen.

„Wir haben ein gutes, kreatives Team“, sagt Nadine Müller. Und das hatte am Mittwoch bei all den Sorgen um die künftigen Räume zumindest einen kleinen Höhepunkt, als Vertreter der Frankfurter Stadtevents einen Scheck in Höhe von 3500 Euro überreichten. Das Besondere: Die Spendensumme ergibt sich aus den Einnahmen einer sehr gefragten und auch sehr speziellen Führung. Thomas Adam, ein ehemaliger Obdachloser, führt dabei durch die Stadt und erzählt dabei sehr anschaulich aus seinem Leben auf Platte. „Das Geld ist uns eine große Hilfe“, sagt Nadine Müller, wir sind auf Spenden angewiesen und so ein Scheck freut uns natürlich sehr.“
17. Januar 2018
Nicole Brevoord
 
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