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Foto: VfL Germania/Facebook
Foto: VfL Germania/Facebook

Den Mainwasen droht Bebauung

Verliert Frankfurt eine weitere Sportanlage?

Auf der Sportanlage Mainwasen in Sachsenhausen trainieren die beiden Vereine VfL Germania 1894 und der SV 1894 Sachsenhausen. Nun steht das Gelände als potenzieller Standort für einen Neubau der Europäischen Schule zur Diskussion. Die Überlegung stößt auf Kritik.
Basierend auf einem Vertrag mit der Stadt nutzen die beiden Vereine VfL Germania 1894 und der SV 1894 Sachsenhausen die Sportstätte Mainwasen in Sachsenhausen. Doch das Gelände, das gegenüber der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt, wird nun als potenzieller neuer Standort für die Europäische Schule in Betracht gezogen. Die jetzige Europäische Schule braucht dringend mehr Platz. Da viele Mitarbeiter der EZB ihre Kinder auf die Europäische Schule schicken, hätte man am liebsten einen Standort in der Nähe der EZB. „Aber in der Innenstadt gibt es nicht viele Plätze, die in Frage kommen. Wohl deswegen wurde der Standort der Mainwasen in Erwägung gezogen“, vermutet Isabell Boger vom Landessportbund Hessen (lsb h). „Aus unserer Sicht ist die mögliche Umwidmung der Mainwasen suboptimal. Es gibt ohnehin wenige Sportflächen in der Stadt.“

Es sei wichtig, dass die Sportstätten wohnortnah seien, damit man, um zum Sport gehen zu können, nicht erst rausfahren müsse. Zudem seien die Vereine in Frankfurt in den vergangenen Jahren gewachsen, die Nachfrage nehme mit der steigenden Bevölkerungszahl zu. „Deshalb wäre es aus unserer Sicht sinnvoller, man würde den Standort stärken und in ihn investieren“, so Boger. „Frankfurt wächst und die Vereine wachsen mit. Sportstätten werden gebraucht.“ Auch sei die Mainwasen eine besonders tolle Anlage, weil sie von Grün umgeben ist. Dadurch gebe es keine direkten Anwohner, man störe niemanden.

Der Hessische Landessportbund setzt sich dafür ein, dass Sporträume erhalten bleiben. Der konkrete Fall in Frankfurt stehe für eine generelle Entwicklung im städtischen Raum. „Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte zeigen, dass der Sport im Wettstreit um Flächen häufig nicht ausreichend berücksichtigt wird“, sagt Frank Weller, Vizepräsident des lsb h. Deshalb wendet er sich mit einem Appell an alle hessischen Großstädte und Kommunen in Ballungszentren: „Insbesondere dort, wo die Zahl der Einwohner steigt, müssen Sporträume erhalten, modernisiert und weiterentwickelt sowie neue Anlagen errichtet werden. Eine Umwidmung von Sportstätten im urbanen Raum darf auf keinen Fall zugelassen werden. Denn: Wenn die pro Einwohner für Sport und Bewegung verfügbare Fläche in den Ballungsräumen noch weiter sinkt, sind negative Auswirkungen für die städtische Bevölkerung sowie die Gemeinschaft vorprogrammiert“, so Weller.

Auch Bela Cohn-Bendit, Mitbegründer des Vereins FC Gudesding, hat Erfahrung mit dem Magel an Sportstätten. „Es ist aus meiner Sicht absolut das falsche Zeichen, die Europäische Schule an den Mainwasen zu bauen. Das würde ja nur aus Bequemlichkeitsgründen der Mitarbeiter der EZB geschehen. Das ist für mich nicht nachvollziehbar.“ Dagegen stünden zwei alteingesessene Frankfurter Vereine, die ihrer Existenzgrundlage beraubt werden würden. „Das würde der Sportlandschaft in Frankfurt definitiv schaden“, so Cohn-Bendit.

Doch was passiert, wenn der Neubau der Europäischen Schule tatsächlich auf der jetzigen Mainwasen gebaut wird? „Ausweichmöglichkeiten müssten geprüft werden“, so Isabell Boger. Doch in der unmittelbaren Umgebung gebe es keine Sportstätten. Im dicht besiedelten Sachsenhausen sei das Gelände nahezu die einzige Freisportanlage. Und: „Die Vereine wollen an den Mainwasen bleiben, sie sind dort verortet.“
 
13. März 2019, 13.10 Uhr
Helen Schindler
 
Helen Schindler
Jahrgang 1993, Studium der Politikwissenschaft an der Goethe-Universität, seit 2017 beim Journal Frankfurt – Mehr von Helen Schindler >>
 
 
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