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Streit um Klapperfeld-Graffito
 

Streit um Klapperfeld-Graffito

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Einmal Bulle weniger

Foto: nb
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"Niemand muss Bulle sein" prangte kürzlich noch an der Wand des Klapperfelds zusammen mit einem Bildnis von Clancy Wiggum, bekannt aus den Simpsons. Nun wurde ein Wort übermalt, um den Streit darüber zu beenden.
An der rechten Hand vier Donuts, in der linken eine Pistole, den Lauf in den Mund gesteckt, daran drei Donuts – so ist die Simpsons-Figur Clancy Wiggum auf der Hausfassade des ehemaligen Polizeigefängnisses abgebildet. Daneben prangte bis letzte Woche noch der Spruch: „Niemand muss Bulle sein“. Was objektiv eine richtige Aussage ist, man könnte ja auch Bäcker werden oder Gärtner, ist genaugenommen eine Provokation. An dem Spruch haben sich vor allem die Mitglieder konservativer Parteien gestoßen und mitunter auch Mitarbeiter des Justizviertels. Gut, der aufgepinselte Spruch ist ein Liedzitat der linksorientierten Punkband Feine Sahne Fischfilet und dann kommt man auch so langsam dahinter, warum die Zeile so provokant ist. Seit Ende letzter Woche ist das Wort „Bulle“ mit grauer Farbe übermalt, der Magistrat wollte es so. Der seit Sommer 2017 schwelende Streit um das Graffito im Stadtparlament dürfte damit beigelegt sein, doch könnte das erst der Anfang sein.

Ordnungsdezernent Markus Frank ist jedenfalls erleichtert, dass die böse Zeile entschärft wurde. Der CDU-Politiker teilt über Facebook mit: „Niemand muss sich wegen seiner Uniform beschimpfen lassen! Gestern haben wir in unserer Stadtverordnetenversammlung eine lange und breite Diskussion zu dem diffamierenden und beleidigenden Spruch auf der Wand des ehemaligen Gefängnisses geführt. Schön, dass in der Diskussion der große Rückhalt unserer Polizei in unserer Stadt so deutlich wurde. Schön, dass das Wort „Bulle“ nun nicht mehr zu sehen ist!

Man kann das auch anders sehen, wie Martin Kliehm von der Linken deutlich macht. Man müsse die Historie des Gebäudes sehen. „1886 als preußisches Polizeigefängnis erbaut, diente es unter anderem 1933-1945 der Gestapo als Gefängnis, Verhör- und Folterzentrale. Mit diesem Bezug ist das Motiv Niemand muss Bulle sein gerechtfertigt an diesem Gebäude. Niemand braucht solche Polizisten.“, schreibt Kliehm in seinem Blog. Die Stadt solle lieber eine Infotafel neben dem Graffito anbringen über die Folter und Misshandlungen der Polizei in 125 Jahren in diesem Gebäude, statt über dessen Entfernung zu debattieren. Doch es ist fraglich, ob man aus der Geschichte lernen kann, wie es Kliehm einfordert.

Fest steht, dass die Initiative Faites votre jeu!, die das denkmalgeschützte städtische Gebäude im Stadtzentrum seit 2009 autonom verwaltet und die Räume mietfrei nutzt, manchen Politikern ein Dorn im Auge ist. Zwar hält die Initiative die Erinnerung an die wechselvolle und mitunter grausame Geschichte des Gebäudes aufrecht und macht sie transparent, andererseits wird das Klapperfeld auch in Berichten des Verfassungsschutzes erwähnt, man biete dort gewaltbereiten linksradikalen Demonstranten Unterschlupf, heißt es. Die CDU und die FDP scheinen keinen gesteigerten Wert auf die derzeitige Nutzung des Klapperfeld zu legen, vielmehr soll es Vermarktungsideen geben. Ein Fürsprecher des Klapperfelds ist aber der Faktionschef der Grünen im Römer, Manuel Stock: Er betrachtet das Klapperfeld als einen kulturellen Freiraum. „Faites votre jeu!“ leiste wertvolle Arbeit und Frankfurt brauche solche Orte.

Freilich setzt sich auch Martin Kliehm für die Initiative, die Workshops anbietet und Ausstellungen veranstaltet ein. Zumal die inhaltlich größten Gegner die Mitglieder der FDP seien. „Die gleiche FDP, die 2010 das denkmalgeschützte Gebäude zu einem Hostel umbauen wollte, mit Pyjamas im Häftlingslook. Nachdem CDU-Planungsdezernent Schwarz vorgeschlagen hatte, es abzureißen und eine Shopping Mall hinzubauen.

Der Streit ums Klapperfeld wird weitergehen und selten löst man Debatten zu aller Zufriedenheit mit einem Eimer grauer Farbe.
25. Juni 2018
nb
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
am 28.6.2018, 17:34 Uhr:
Schreibt wieder "Bulle" hin. Und daneben
Ohne Exekutive.
Würden wir Bürgerwehren bilden.
Und Leute am nächsten Baum aufhängen.
 
 
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