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Oberbürgermeisterwahl, die Zweite am 11. März 2018
 

Oberbürgermeisterwahl, die Zweite am 11. März 2018

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Stichwahl zwischen Peter Feldmann und Bernadette Weyland

Foto: © Bernd Kammerer
Foto: © Bernd Kammerer
Peter Feldmann kratzte beim ersten Wahlgang an der 50-Prozent-Grenze – doch der Sozialdemokrat verfehlte sie nur knapp. Nun muss er in zwei Wochen gegen Bernadette Weyland (CDU) nochmal ran.
Die ersten Ergebnisse ließen der CDU den Atem stocken – könnte es sein, dass Amtsinhaber Peter Feldmann noch im ersten Wahlgang bestätigt wird? Am Ende konnte es nicht sein – doch der Sozialdemokrat enteilte seinen Konkurrenten. In der Stichwahl am 11. März trifft er nun auf die Christdemokratin Bernadette Weyland. Sie errang gut 25 Prozent der Stimmen, was in etwa dem Kommunalwahlergebnis der CDU im vergangenen Jahr entspricht.

Peter Feldmann zeigte sich am Wahlabend im Römer erleichtert. "Was mich sehr zufrieden macht, ist, dass so viele Frankfurter zur Wahl gegangen sind. Das macht mich zuversichtlich, was das Demokratie-Verständnis der Frankfurter angeht." So sagte Feldmann zumindest, bevor das Wahlamt die Prognose der Beteiligung gewaltig nach unten korrigierte. Für die Stichwahl ist der Oberbürgermeister optimistisch.

Bernadette Weyland (CDU) machte gute Miene: "Für mich war es wichtig, in die Stichwahl zu kommen. Das ist uns gelungen. Dafür bin ich meinem Team sehr dankbar." Die frühere Oberbürgermeisterin Petra Roth hofft darauf, dass sich die Stimmung bis zur Stichwahl noch dreht. "Neues Spiel, neues Glück", meint sie.





Enttäuscht zeigte sich Nargess Eskandari-Grünberg. Die Grünen-Kandidaten hatte darauf gesetzt, in die Stichwahl zu kommen. "Das Ergebnis lässt sich nicht schönreden", sagte sie. Sie habe dennoch einen tollen Wahlkampf gemacht. Wen sie in der Stichwahl wählen wird, wollte sie am Sonntag noch nicht verraten – ebensowenig übrigens wie der Grünen-Fraktionsvorsitzende Manuel Stock. Er sagt: „Das ist mit Sicherheit kein so tolles Ergebnis. Aber man sieht, dass Feldmann es geschafft hat, offenbar für die Wähler glaubwürdig, die Erfolge der aktuellen und der vergangenen Koalition für seine auszugeben. Es ist eben schwierig gegen so einen Kandidaten in den Wahlkampf zu ziehen. Das schlechte Abschneiden von Volker Stein ist aber für mich die beste Nachricht des Abends.“


Nargess Eskandari-Grünberg und Janine Wissler, Foto: © Bernd Kammerer

Glücklich ist Janine Wissler von der Linken über ihr Abschneiden: „Das ist doch ein tolles Ergebnis!“, sagt sie. „Wir haben die Anzahl der Stimmen ja verdoppelt und das bei einer Direktwahl! Das ist ein Ergebnis, dass sich sehen lassen kann. Mich freut natürlich, dass der rechtspopulistische Kandidat Volker Stein voll abgeschmiert ist.“ Auf Wissler entfallen derzeit 8,9 Prozent, 2012 musste sie sich mit 3,8 Prozent begnügen.



Elke Tafel-Stein (FDP) und ihr Mann Volker Stein – im Hintergrund der Kandidat Nico Wehnemann mit einer Stein-Maske. Foto: © Bernd Kammerer

Der als Bettvorleger gelandete Kandidat Volker Stein machte nach Bekanntgabe des Ergebnisses das, was er am Besten kann: Die CDU dissen. "Das ist ein vernichtendes Ergebnis für die CDU", sagt er. "Eine Klatsche für die CDU und deren inkompetente Staatssekretärin." Ob das nun bedeutet, dass er seinen Wählern empfiehlt, Peter Feldmann zu wählen? Abwarten …

Die Wahlbeteiligung sah zunächst sensationell gut aus – das Wahlamt verkündete gar das beste Ergebnis seit 1995, jenem Jahr, seitdem Oberbürgermeister in Hessen direkt gewählt werden können. Doch als alle Stimmen ausgezählt waren, blieb davon nur sehr wenig übrig. Es gingen nur 0,1 Prozent mehr der Wahlberechtigten wählen als vor sechs Jahren. Die zuvor ausgewählten "neun repräsentativen Wahlbezirke" blieben, anders als bei früheren Wahlen, weit weg vom Gesamtergebnis aller 490 Wahlbezirke.



Die Stadt Frankfurt kündigte via Twitter an, die falschen Prognosen untersuchen zu wollen:




Foto: © Bernd Kammerer

Nur wenig erreichen konnten die übrigen Kandidaten. Insgesamt waren 12 Menschen angetreten – einer von Ihnen: Nico Wehnemann von "Die Partei".
1,1 Prozent erreichte er und sprach schon zu Beginn der Auszählung mit dem gewohnten Humor. "Letztlich kann es nur ein kleiner Schritt sein zur Macht. Aber ich glaube, das geht noch nach oben. 100 Prozent werden wir wohl nicht mehr erreichen." So kam es dann auch: "Das ist eine herbe Niederlage. Wie versprochen werde ich von allen bundespolitischen Ämtern zurücktreten."



Foto: © Bernd Kammerer

Die unabhängige Kandidatin Felicia Herrschaft will die Wahl dagegen anfechten: „Ich kenne viele Rumänen, Bulgaren und Polen, die EU-Bürger sind und wählen können, das aber nicht wussten und zwar auch, weil das von der Stadt nicht kommuniziert wurde. Manche haben nicht mal eine Wahlbenachrichtigung erhalten.“ Auch seien Kandidaten wie sie nicht genügend vorgestellt worden.

Ungemach über das Ergebnis gab es auch bei Juli Wünsch und Hein Fischer. Die beiden Außenseiterkandidaten saßen in den Römerhallen beim Apfelwein und sinnierten darüber, warum sie bei der OB-Wahl wohl nicht so gut abgeschnitten haben: "Es war ein Zwei-Klassen-Wahlkampf", sagt Juli Wünsch, die mit Carl Maria Schulte einen Außenseiter-OB-Kandidaten von 2012 mitgebracht hat (er trug diesmal einen Zaubererhut, konnte damit aber ebensowenig ausrichten).


Ohne Chance: Juli Wünsch und Hein Fischer.

"Man hat ein Anliegen und einen ernsten Auftrag. Da ist die einseitige Berichterstattung entwürdigend", sagt Wünsch. Auch Hein Fischer aus Gangelt bei Aachen, der schon diverse Wahlen als Kandidat miterlebt hat, sah sich zu Unrecht als humoriger Außenseiter verunglimpft.

Von Michael Weingärtner, Karsten Schloberg und Ming Yang war bis dato keine Stellungnahme zu bekommen.

Vom Wahlabend berichteten für Sie Nicole Brevoord, Nicole Nadine Seliger und Martina Schumacher.
 
25. Februar 2018, 19.58 Uhr
nb/nil/nic/ms
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Ronald M. Filkas am 27.2.2018, 19:12 Uhr:
Bei einer Stichwahl liegt die Wahlbeteiligung erfahrungsgemäß noch niedriger als bei der ersten Wahl, besonders dann, wenn ein Kandidat voraussichtlich vorn liegt. Wenn diese Rechnung mal nicht in die Hose geht! Ich erinnere mich nämlich noch sehr gut an die erste Bürgermeisterdirektwahl in Frankfurt 1995, als Andreas von Schoeler (SPD) in der Gunst weit vor Petra Roth (CDU) lag, sodass viele SPD- und Grünen-Wähler gar nicht erst zur Wahl gingen, weil sie vom Sieg von Schoelers überzeugt waren. Ab Montag hatten wird dann Petra Roth, und das für 17 Jahre!
 
 
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