Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Politik
Startseite Alle NachrichtenPolitik
Müllaufkommen in Frankfurt
 

Müllaufkommen in Frankfurt

1

OB Feldmann und Postleb kritisieren Müllmanagement

Foto: Harald Schröder
Foto: Harald Schröder
In der Debatte um das zunehmende Müllaufkommen in Frankfurt hat Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Dienstag den ersten Zwischenbericht des Sonderbeauftragten für Sauberkeit, Peter Postleb, vorgestellt. Die Bilanz: Weniger Werbung, strengere Kontrollgänge.
Zwei Monate nachdem Peter Postleb seine Arbeit als Sonderbeauftragter für Sauberkeit und Ordnung aufgenommen hat, stellte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Dienstag dessen ersten Zwischenbericht vor – und fordert erneut strengere Maßnahmen gegen Müllsünder. Die Müllproblematik in Frankfurt hat sich, auch der Corona-Krise geschuldet, in den vergangenen Monaten deutlich verschärft. Aus diesem Grund hat die Stadt den „Müllsheriff“ Peter Postleb, der 2001 die Stabstelle Sauberes Frankfurt aufgebaut hatte, Anfang Juli zurück in den Dienst geholt.

Die Stadtsauberkeit werde von drei Handlungssäulen – Reinigungsleistungen, Öffentlichkeitsarbeit und Ordnungsrechtliche Maßnahmen – geprägt, so Postleb. Diese habe er in den vergangenen Wochen untersucht und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass zu viel in Werbekampagnen investiert werde, während die dritte Säule „fast komplett weggebrochen“ sei. Zuletzt vorgenommene „Goodwill-Maßnahmen“ erreichten in seinen Augen nur jene Bürgerinnen und Bürger, die ohnehin keine Müllsünder seien und wären dementsprechend „unsinnig“. Stattdessen forderte der ehemalige Leiter der Stabsstelle Sauberes Frankfurt härtere Kontrollen und mehr Kooperationsbereitschaft seitens des Dezernats.

Besondere Probleme sehe er – nochmals verstärkt durch Corona – vor allem im Bahnhofsviertel und in Alt-Sachsenhausen. In dem Partyviertel herrsche Chaos, hier habe sich die Stadtpolizei mit Hinweis auf die Präsenz der Landespolizei fast komplett zurückgezogen, diese wiederum sollen auf die Zuständigkeit der Stadtpolizei verweisen. Postleb forderte einen Prioritätenwechsel seitens der Stadtpolizei und eine „grundsätzliche Revision“, die aber nicht die Beamtinnen und Beamten im Einsatz, sondern vor allem die Führungsebene des Ordnungsamtes und der Stadtpolizei betreffe.

Auch in den anderen Stadtteilen gebe es Probleme: Dringend notwendig seien beispielsweise Kontrollen in den Fußgängerzonen der Innenstadt und in den B-Zentren, darüber hinaus seien vor allem die illegal abgestellten Sperrmüllhaufen und die illegalen Müllkippen in der Landschaft dabei zu nennen, so Postleb. Überrascht habe ihn, dass von der Stabsstelle und der FES berichtet wurde, dass viele ordnungsrechtliche Ermittlungen, trotz vorliegender Beweismittel, durch die Stadtpolizei eingestellt werden, weil der Ermittlungsaufwand angeblich zu hoch sei. Das Dezernat verweise in diesen Fällen jeweils auf die angespannte Personalsituation der zuständigen Dienstgruppe „Umwelt, Naturschutz und Abfallrecht”.

Feldmann kritisiert erneut Stadtpolizei

Unterstützt wird Postleb dabei vom Oberbürgermeister, der die Ergebnisse erneut zum Anlass genommen hat, seine Forderung nach strengeren sowie verschärften Kontrollen zu bekräftigen. Das Thema Sauberkeit sei „kein Spießerthema“, es gehe auch um Sicherheit und Gesundheit. Es müsse für die Stadtpolizistinnen und -polizisten möglich sein, parallel zu den Corona-Kontrollen, beispielsweise der Einhaltung der Maskenpflicht, auch zu kontrollieren, ob Personen Müll wie zum Beispiel Zigarettenstummel, Verpackungen oder Flaschen wegwerfen.

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte OB Feldmann Stadtrat Markus Frank (CDU) während der Stadtverordnetenversammlung scharf angegriffen und ihm vorgeworfen, er gehe nicht ausreichend genug gegen Müllsünder vor. Die Diskussion lief anschließend aus dem Ruder, da Feldmann Frank untersagte, sich zu den Vorwürfen äußern zu dürfen. Er hatte im Voraus das alleinige Rederecht beantragt. Der Alleingang des Oberbürgermeisters führte dazu, dass die CDU vergangenes Wochenende über ein mögliches Aus der Koalition beratschlagte.

Zur Vorstellung des Postleb-Berichts waren auch laut Ankündigung Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Bündnis 90/Die Grünen) und Ordnungsdezernent Frank eingeladen, beide nahmen jedoch nicht an der Veranstaltung teil.
 
9. September 2020, 14.05 Uhr
sie
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Thomas Szymanski am 9.9.2020, 15:33 Uhr:
"Jeden Tag sieht man das, was die lieben Mitbürger hinterlassen. -Traurig. Da finde ich es ganz in Ordnung, wenn nun hart durchgegriffen wird. - Gerade in der Coronazeit verstehe ich es überhaupt nicht, wenn neben Flaschen, Verpackungen, Zigarettenstummel, auch Masken und Anderes, auf dem Boden oder in einer Ecke liegen. Manches wird auch einfach auf Fensterbänken abgestellt, obwohl es ja überall die blauen FES - Mülleimer gibt. - Die aber fackelt man gerne ab. Eine Schande ist das!
So geschieht es Denen Recht, wenn sie hart bestraft werden, die da glauben, unsere Stadt mit Müll verunstalten zu müssen. - Das ist einfach unverantwortlich. Klar muss aber auch mehr Personal her. Bin gerne bereit, für 450.-€ monatlich da mitzumachen." - Thomas Szymanski, Frankfurter Puppenspieler
 
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Politik
 
 
Wählen in Corona-Zeiten: Die Stadt Frankfurt wirbt in einer Plakatkampagne für eine sichere Stimmabgabe bei den Kommunalwahlen am 14. März. Neben der Briefwahl wird es auch eine Art „Drive-In-Wahllokal“ geben. – Weiterlesen >>
Text: red / Foto: Stadt Frankfurt/Bernd Kammerer
 
 
Modernisierung des Justizzentrums
0
Gerichtsviertel verwandelt sich in Großbaustelle
Das Justizzentrum an der Konstablerwache wird ab dem Frühjahr modernisiert: Über eine Bauzeit von mehr als zehn Jahren hinweg sollen neben der Bestandssanierung zwei Neubauten für den hessischen Justizstandort entstehen. – Weiterlesen >>
Text: Margaux Adam / Foto: OLG Frankfurt am Main
 
 
In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler über die derzeitige Situation vor dem Lockdown informiert. Die Zahl der Todesfälle steigt weiter, ein möglicher Impfstart könnte noch in diesem Jahr erfolgen. – Weiterlesen >>
Text: sie / Foto: Unsplash
 
 
 
Frankfurt wird Teil der Initiative „Großer Frankfurter Bogen“, mit der das Land bezahlbaren Wohnraum in über 30 Kommunen des Rhein-Main-Gebiets fördern will. Dort könnte Potenzial für rund 200 000 Wohnungen liegen – allesamt maximal eine halbe Stunde von Frankfurt entfernt. – Weiterlesen >>
Text: sie / Foto: red
 
 
Die hessischen Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen haben einen Gesetzentwurf vorgestellt, der die Beteiligung des Parlaments bei den Entscheidungen von Corona-Maßnahmen stärken soll. Die Maßnahmen sollen dann im Plenum zur Diskussion stehen. – Weiterlesen >>
Text: jwe / Foto: © Hessischer Landtag
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  207