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CDU-Ehrenvorsitzender starb vorm Wahltag
 

CDU-Ehrenvorsitzender starb vorm Wahltag

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Walter Wallmann ist tot

Frankfurt trauert um seinen früheren Oberbürgermeister Walter Wallmann (CDU). Der derzeitige Amtsinhaber Peter Feldmann erinnerte daran, dass Wallmann den Grundstein für das Museumsufer gelegt habe.
Als Walter Wallmann 1977 Frankfurter Oberbürgermeister wurde, blickte er bereits auf eine bewegte politische Vita zurück: In den 1960er Jahren begann, sich als Mitglied der Jungen Union zu engagieren. 1966 wurde er Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Marburg und Abgeordneter im Hessischen Landtag. 1970 wurde Wallmann in Marburg zum Oberbürgermeister gewählt. Die Wahl jedoch wurde aufgrund von Formfehlern für ungültig erklärt und wiederholt. Wallmann verlor die Wiederholungswahl, die SPD siegte. 1973 zog Wallmann für die CDU in den Bundestag. 1974 und 1975 saß der gebürtige Uelzener dem Guillaume-Untersuchungsauschuss vor, der die Hintergründe des Rücktritts von Bundeskanzler Willy Brandt nach der Spionageaffäre im Kanzleramt zu beleuchten hatte. 1977 wählten ihn die Frankfurter zum Stadtoberhaupt.

Als 1986 als Reaktion auf den Reaktorunfall von Tschernobyl ein Bundesumweltministerium geschaffen wurde, bekam Wallmann den Ministerposten in Helmut Kohls Kabinett. Nach dem Scheitern der rot-grünen Koalition 1987 wurde Wallmann zum Hessischen Ministerpräsidenten gewählt und führte eine Koalition mit der FDP. Weil der Landtag ihm genehmigt hatte, seinen Garten mit Hilfe öffentlicher Gelder zu pflegen, geriet Wallmann in die Kritik – die sogenannte Tulpenzweibelaffäre. Schon 1991 verlor Wallmann sein Amt als Ministerpräsident bereits wieder. Mitte des gleichen Jahres gab er seinen CDU-Landesvorsitz ab und begann in Frankfurt als Rechtsanwalt zu arbeiten. Als Vorsitzender der Grundsatzkommission engagierte er sich jedoch weiterhin in der CDU. 1995 wurde Wallmann zum neuen Vorsitzenden der Frankfurter CDU. 1997 dann zog sich Wallmann aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik zurück.

Am 22. September 2013 verstarb Walter Wallmann im Alter von 80 Jahren, zwei Tage vor seinem 81. Geburtstag. Zuletzt lebte er im Frankfurter Ostend in einem Pflegeheim.

Die beiden Frankfurter CDU-Politiker Uwe Becker und Michael zu Löwenstein schrieben am Sonntagabend in einer Erklärung: „Walter Wallmann war sicher eines der erfolgreichsten Stadtoberhäupter in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Die Frankfurterinnen und Frankfurter verbinden mit ihm bis auf den heutigen Tag eine sehr glückliche Ära der Stadtgeschichte." Die beiden Politiker erinnern daran, dass Wallmann mit dem Museumsufer in Verbindung gebracht wird, dass er gemeinsam mit Kulturdezernent Hilmar Hoffmann (SPD) begann und vorantrieb. Aber auch die Eröffnungen von Alter Oper, Eissporthalle, des Niddatal-Parks oder der Erweiterung des S- und U-Bahn-Netzes fielen in seine Amtszeit. "In der heutigen politischen Diskussion fällt der Name von Walter Wallmann auch immer wieder im Zusammenhang mit dem derzeitigen Wiederaufbau eines Teils der Frankfurter Altstadt. Er ist nicht nur einer der Väter des Gedankens, sondern hat den Wiederaufbau der historischen Römerberg-Ostzeile in die Tat umgesetzt."

Oberbürgermeister Peter Feldmann sagte am Sonntag: „Walter Wallmann gehört zu den bedeutenden Frankfurter Oberbürgermeistern, der in einer Tradition steht mit seinen großen Vorgängern wie Franz Adickes und Walter Kolb.“

„Walter Wallmann hat von 1977 bis 1986 unsere Stadt sehr stark geprägt. Zusammen mit Kulturdezernent Hilmar Hoffmann hat er den Grundstein für das Museumsufer und eine Reihe repräsentativer Bauten gelegt. Er engagierte sich für die deutsch-israelischen Beziehungen und schloss einen Freundschaftsvertrag zwischen Frankfurt und Tel Aviv ab. Auf seine Initiative betreibt die Stadt Frankfurt seit 1980 auch ein Besuchsprogramm für jüdische sowie politisch oder religiös verfolgte ehemalige Frankfurter Bürger“, führte Feldmann aus. „Die Stadt Frankfurt ist ihm zu großem Dank verpflichtet.“

„Walter Wallmann war für mich bei allen politischen Differenzen auch ein Vorbild, er ließ sich nicht von Parteitaktik leiten. Er hat immer gesagt, ein öffentliches Amt ist nur auf Zeit verliehen und dürfe von Politikern und Parteien nicht als „Selbstbedienungsladen“ missbraucht werden. Und: Wir haben als Politiker dem Gemeinwesen und dem Bürger zu dienen. Das ist ein Leitsatz, der auch für mich seither immer prägend war“, so Peter Feldmann.
 
22. September 2013, 20.01 Uhr
pia/Stadt Frankfurt/mim
 
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