Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Politik
Startseite Alle NachrichtenPolitik
AWO wählt neues Präsidium
 

AWO wählt neues Präsidium

0

„Das Opfer einer kleinen, raffgierigen und gewissenlosen Clique“

Foto: Das neue ehrenamtliche Präsidium der Frankfurter AWO: Barbara Dembowski, Petra Rossbrey und Hauke Hummel © Bernd Kammerer
Foto: Das neue ehrenamtliche Präsidium der Frankfurter AWO: Barbara Dembowski, Petra Rossbrey und Hauke Hummel © Bernd Kammerer
Nach Monaten der Krise wählte der Frankfurter AWO-Kreisverband vergangenen Samstag ein neues Präsidium. Dieses zog bereits kurz nach seinem Amtsantritt deutliche Konsequenzen und erteilte unter anderem Hausverbot für mehrere Personen.
Vergangenen Samstag hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Frankfurt nun in einer Kreiskonferenz ein neues Präsidium gewählt. Neue Vorsitzende, gewählt mit 58 von 67 Stimmen, ist die Juristin Petra Rossbrey. Die neuen Vorsitzenden finden harte Worte für die in den vergangenen Monaten aufgedeckten Skandale innerhalb der AWO: Die AWO Frankfurt sei „das Opfer einer kleinen, raffgierigen und gewissenlosen Clique“, heißt es in einer Stellungnahme des Präsidiums.

Unmittelbar nach seiner Wahl setzte das nahezu komplett ausgetauschte Präsidium ein deutliches Zeichen, um das Vertrauen in die Frankfurter AWO wiederherzustellen: So wurden Panagiotis Triantafillidis und Jasmin Kasperkowitz mit sofortiger Wirkung als Vorstände abberufen. Beide waren Stellvertreter beziehungsweise Stellvertreterin des bereits im Januar gekündigten AWO-Geschäftsführers Jürgen Richter. Zudem verhängte das Präsidium ein Hausverbot für Richter und Triantafillidis sowie vier weitere ehemals teils führende Personen, die allesamt Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen seien.

„Die Vorgehen der kleinen Clique, welche die AWO in die Krise gestürzt hat, soll lückenlos aufgeklärt werden. Hierbei wird die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen aktiv unterstützt“, versicherte das neue Präsidium in einer Stellungnahme am Montagmorgen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt mittlerweile gegen zwei Frauen und vier Männer, die bei der AWO in Frankfurt beziehungsweise Wiesbaden haupt- oder ehrenamtlich tätig waren. In diesem Zusammenhang waren im Januar mehrere Privat- und Geschäftsräume durchsucht worden. Laut Staatsanwaltschaft handelte es sich dabei um sechs Privatwohnungen und acht Geschäftsräume in Frankfurt, Wiesbaden, Berlin, Bad Schwalbach und Schöneck.

Zudem gab das Gremium an, in den nächsten vierzehn Tagen über die Berufung von zwei neuen Vorständen entscheiden zu wollen, die fachlich und persönlich geeignet sind, die Aufgaben eines entschiedenen Neuanfangs nach den Vorgaben des Präsidiums zu bewältigen. Ziel sei es, das verlorene Vertrauen wiederherzustellen.

Vorwürfe gegen Sozialdezernentin

Derweil zeigen neue Informationen des Hessischen Rundfunks, dass die Frankfurter Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) in der AWO-Affäre gelogen haben soll. Bereits im vergangenen Jahr gab es erste Vorwürfe gegen die AWO: Die Frankfurter Neue Presse berichtete über Unstimmigkeiten bei den finanziellen Ausgaben in zwei Flüchtlingsunterkünften, woraufhin sich die Stadt von der AWO als Betreiberin der Unterkünfte getrennt hatte. Das Sozialdezernat gab damals „eine strategische Neuordnung“ als Grund für die Trennung an. Mittlerweile allerdings gibt Birkenfeld zu, dass bereits 2018 Unstimmigkeiten bei den Abrechnungen der AWO aufgetreten seien, berichtete der HR. Das Sozialdezernat verteidigte sich auf HR-Nachfrage damit, dass man das Ansehen der AWO nicht habe beschädigen wollen und daher eine „Sprachregelung“ vereinbart habe.
 
17. Februar 2020, 11.37 Uhr
Elena Zompi
 
Elena Zompi
Jahrgang 1992, Studium der Germanistik an der Goethe-Universität, seit April 2019 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Elena Zompi >>
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Politik
 
 
Die noch junge paneuropäische Partei Volt möchte ins Frankfurter Stadtparlament. Spitzenkandidatin Eileen O'Sullivan hat klare Vorstellungen von der Kommunalpolitik der Zukunft. Ein Gespräch über Visionen, Populismus und den Wandel der deutschen Politik. – Weiterlesen >>
Text: Ronja Merkel / Foto: Dirk Ostermeier
 
 
Verfassungsschutz: Einstufung als Verdachtsfall
2
AfD bundesweit unter Beobachtung
Die AfD wird bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet. Das geht aus mehreren übereinstimmenden Medienberichten hervor. Demnach habe das Bundesamt die Partei Ende Februar als „Verdachtsfall“ eingestuft. – Weiterlesen >>
Text: loe / Foto: JOURNAL FRANKFURT
 
 
Kommunalwahl 2021
0
Was wollen die Römer?
Am 14. März werden in Frankfurt drei Gremien gewählt, unter anderem die Stadtverordnetenversammlung. Wir haben die Spitzenkandidat:innen der fünf demokratischen Parteien, die derzeit die meisten Sitze im Parlament halten, nach ihren Zielen und Visionen gefragt. – Weiterlesen >>
Text: Laura Oehl/Sina Eichhorn / Foto: red
 
 
 
Auf dem Online-Parteitag der Linken wurde die Frankfurterin Janine Wissler zur Bundesvorsitzenden gewählt. Mit Susanne Hennig-Wellsow bildet sie die erste weibliche Doppelspitze der Partei. Die Glückwünsche der CDU sorgten derweil für einen Eklat am Rande. – Weiterlesen >>
Text: loe / Foto: Dirk Ostermeier
 
 
In knapp drei Wochen wird in Hessen gewählt. In Frankfurt greifen in diesem Jahr viele Wahlberechtigte auf die Stimmabgabe per Brief zurück. Im Vergleich zur letzten Wahl haben schon jetzt vier Mal so viele Menschen Briefwahl beantragt. – Weiterlesen >>
Text: loe / Foto: Symbolbild © Unsplash/Bianca Ackermann
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  208