Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Politik
 

AWO-Skandale

0

AWO und die Detektive

Foto: Bernd Kammerer
Foto: Bernd Kammerer
Die Serie von Skandalen bei der AWO reißt nicht ab: Nach Berichten über falsche Abrechnungen bei zwei Flüchtlingsunterkünften und unrechtmäßig hohe Gehälter und Luxusautos einiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, geht es nun um Mobbing und Einschüchterung.
Der Frankfurter Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) steht weiter in der Kritik: Wie der Hessische Rundfunk (HR) berichtet, habe es massive Schikanen gegen eine vermeintliche Whistleblowerin gegeben. Die langjährige Mitarbeiterin der AWO habe im Verdacht gestanden, im Sommer 2017 anonym Informationen über Missstände bei der Abrechnung von Flüchtlingsunterkünften der AWO an das Sozialdezernat weitergegeben zu haben. Die Informationen hatten seinerzeit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die AWO ausgelöst.

Dem HR liegt das Kündigungsschreiben einer Mitarbeiterin an die AWO vor, in der diese von massiven Einschüchterungsversuchen berichte. Das Schreiben aus dem Herbst 2017 schildere Fälle von monatelangem Mobbing. In einem Schreiben vom Rechtsanwalt der Mitarbeiterin, das ebenfalls dem HR vorliegt, wird geschildert, dass drei „Ermittler“ am Arbeitsplatz ihres getrennt lebenden Ehemanns – ebenfalls ein AWO-Mitarbeiter – aufgetaucht seien und ihn mit Details aus dem Privatleben seiner Frau konfrontiert hätten. Er sei von den drei „Ermittlern“ massiv unter Druck gesetzt worden, seine Frau der Weitergabe von Informationen zu belasten. Die AWO bestätigte gegenüber dem HR den Einsatz einer Detektei. Diese seien als Folge von wiederholten anonymen Angriffen auf die AWO beauftragt worden, diese Angriffe zu stoppen. Der AWO sei es um den Schutz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegangen, die von diesen Angriffen betroffen seien. Die Maßnahmen hätten sich jedoch nicht gegen einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerichtet. Für das JOURNAL FRANKFURT war die Pressestelle der AWO nicht zu erreichen.

Die betroffene Mitarbeiterin gab gegenüber dem HR an, es habe keine Reaktion seitens der AWO auf ihre Beschwerden über die Nachstellungen gegeben. Sie und ihre Kollegen seien jedoch extrem eingeschüchtert gewesen, hätten nach Wanzen unter ihren Tischen gesucht und sich nur noch auf der Toilette oder gar nicht miteinander unterhalten. Dem HR liegen Aussagen von anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AWO vor, die von „Verhören“ durch die eingesetzten Detektive berichtet hätten.

Die AWO kommt seit Wochen nicht aus den Schlagzeilen. Nach den Vorwürfen wegen falscher Abrechnungen bei zwei von der AWO betriebenen Flüchtlingsunterkünften, wurde bekannt, dass die Ehefrau von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Zübeyde Feldmann, ein ungewöhnlich hohes Gehalt als Kita-Leiterin und einen Dienstwagen gestellt bekommen habe. Auch gegen Peter Feldmann selbst wurden Vorwürfe laut: Er habe von der AWO eine Stelle finanziert bekommen, von der aus er seinen Wahlkampf geführt habe. Peter Feldmann wies nach längerem Schweigen alle Vorwürfe von sich. Auch gegen einen Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin mit SPD-Hintergrund wurden Vorwürfe laut: Beide seien auf Positionen gesetzt worden, für die sie nicht qualifiziert seien und zu hoch bezahlt worden. Bei anderen Führungskräften wurde bekannt, dass sie von der AWO teilweise über 400 PS-starke Dienstwagen zur Verfügung gestellt bekommen hätten. Die AWO weist bislang alle Anschuldigungen von sich, kündigte jedoch an, die Vorwürfe prüfen und die Dienstwagenrichtlinie ändern zu wollen.
 
5. Dezember 2019, 11.56 Uhr
nre
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Politik
 
 
Nach der Entscheidung des Oberlandesgerichts vom vergangenen Montag sind tausend ausgestellte Strafzettel ungültig. Grund zur Freude gibt es für die Falschparker*innen aber nicht: Die Stadt will die Bußgelder nicht zurückerstatten. – Weiterlesen >>
Text: ez / Foto: nb
 
 
In der Paulskirche passiert hinsichtlich des geplanten Umbaus zunächst wenig: Baudezernent Jan Schneider (CDU) hält einen Baubeginn erst ab 2023, nach dem 175. Jubiläum, für realistisch. Das Demokratiezentrum dagegen nimmt Form an. – Weiterlesen >>
Text: Johanna Wendel / Foto: Karola Neder/ © Stadt Frankfurt
 
 
„In Hessen ist kein Platz für Extremismus“: Das Innenministerium und der Gaststättenverband DEHOGA Hessen e.V. haben gemeinsam eine Broschüre veröffentlicht, die Gastronom*innen helfen soll, mit Mietanfragen von Rechtsextremisten umzugehen. – Weiterlesen >>
Text: rom/red / Foto: red
 
 
 
„Respekt! Kein Platz für Rassismus“
1
Ein Schild für jedes (öffentliche) Haus
Der Ortsbeirat 11 hat den Magistrat dazu aufgefordert, das Schild „Respekt! Kein Platz für Rassismus“ an öffentliche Institutionen auszugeben. Damit reagiert der Orbtsbeirat auf eine Forderung an den Oberbürgermeister, das gleichlautende Schild am Römer abzuhängen. – Weiterlesen >>
Text: nre / Foto: nb
 
 
Kliniken Frankfurt-Main-Taunus
0
Mehr Pflegekräfte für FFM und MTK
Der Pflegeberuf soll durch umfangreicheres Ausbildungsangebot attraktiver werden, die Zahl der Schülerinnen und Schüler soll sich dadurch an den beiden Pflegeschulen der Kliniken Frankfurt-Main-Taunus nahezu verdreifachen. – Weiterlesen >>
Text: jwe / Foto: Marius Becker/dpa
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  198