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Zeleke-Brüder versus DekaBank
 

Zeleke-Brüder versus DekaBank

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Teilerfolg für Clubmacher

Der Streit um eine raumgreifende Kunst-Skulptur im untergegangenen Club Nusoul geht in die nächste Runde. Das Landgericht will demnächst Zeugen befragen. Mengi und Yeshi Zeleke sehen das als ersten Erfolg.
Gerichtstermine können auch sehr kurz sein. Der Richter im Landgericht hatte zur Verkündung geladen, vor seiner Stube ein Medienauflauf, das Fernsehen ist auch da. Doch dann geht alles sehr, sehr schnell. Die Tür geht auf, der Richter tritt in seiner Robe hervor, er rattert einen Text herunter, dann schließt sich die Tür wieder. Der Anwalt der DekaBank geht gleich wieder. Er ist zu keiner Stellungnahme bereit.

Und so sieht es derzeit aus im Verfahren zwischen den einstigen Clubmachern Mengi und Yeshi Zeleke (Foto links) und der WestInvest, einer DekaBank-Tochter und Teil des mächtigen Sparkassen- und Giroverband: Anfang August sollen der regionale Verwalter der Deka und der für das Gebäude zuständige Hausmeister dem Gericht Rede und Antwort stehen. Sie sollen erklären, ob die Clubmacher, wie diese behaupten, nicht mehr in ihre Räume gelassen wurden, um ihr Hab und Gut herausholen zu können. Vorangegangen war eine fristlose Kündigung wegen eines Mietversäumnisses. Laut Recherchen des Journal Frankfurt wurden Teile der Clubeinrichtung weiterverkauft, Teile der Raumskulptur des Frankfurter Tobias Rehberger, einem der bedeutendsten Gegenwartskünstler, wurden an andere Clubmacher weitergegeben - anders als es dem Künstler versprochen wurde. Vor dem Gerichtssaal war auch ein ehemaliger Sparkassen-Mitarbeiter, dem von der Unternehmenskommunikation der DekaBank einst bedeutet worden war, die Kunst Rehbergers sei bei der Stadt Frankfurt eingelagert. Eine Behauptung, der die Stadt auch offiziell widersprochen hat.

Laut dem Anwalt der Kläger, Jürgen Herrlein (Foto rechts), ist der Richterspruch vom Mittwochnachmittag ein Teilerfolg. "Es zeigt, dass das Gericht die Besitzverhältnisse als unstrittig ansieht, ebenso die Tatsache, dass die DekaBank das Kunstwerk nicht hätte zerstören dürfen", sagte er nach der Verkündung. Die Taktik des Bankhauses, die beiden Clubmacher hinzuhalten, scheine nicht aufzugehen.

Die DekaBank und ihr Vorstandsvorsitzender Michael Rüdiger wollen sich zu dem laufenden Verfahren nicht äußern. Nur soviel: "Die Klage ist haltlos. Die Beschuldigungen gegen die Deka sind falsch." Diesen Satz kennen wir schon. Ob die Klage wirklich so haltlos ist, ist nach dem Blitzauftritt des Richters am Frankfurter Landgericht jedenfalls fraglicher als zuvor. Konkret fordern die beiden Zeleke-Brüder 2,9 Millionen Euro Schadenersatz.

>> Mehr zum Thema Nusoul vs. DekaBank
 
28. Mai 2014, 17.13 Uhr
Nils Bremer
 
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