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Kultur
 

TADC Award im MAK

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Die Beschreibung einer genialen Ästhetik

Ein Jahr nachdem Direktor Matthias Wagner K das neue Konzept vorgestellt hat, werden im Museum für Angewandte Kunst die besten Arbeiten des japanischen Designwettbewerbs „Tokyo Art Directors Club Award“ präsentiert.
Wer sich über japanisches Grafikdesign informieren möchte, wird schnell feststellen, dass dies ohne entsprechende Sprachkenntnisse beinahe unmöglich ist. Schaut man sich einmal im Internet um, findet man kaum englische, geschweige denn deutsche Seiten, die über diese Kunstform informieren. Auch passende Literatur ist kaum erhältlich. Dabei kann das japanische Kommunikationsdesign auf eine lange Tradition von globaler Relevanz zurückblicken. "Die wechselseitige Beeinflussung des japanischen und europäischen Designs ist von großer Bedeutung", sagt Matthias Wagner K, Direktor des Museum Angewandte Kunst. Der gängige „Linien-Flächen-Stil“ übte bereits auf die französischen Plakatentwürfe des 19. Jahrhunderts extremen Einfluss aus. Unter anderem gehörte Henri de Toulouse-Lautrec zu den großen Bewunderern dieser Ästhetik und setzte sie in seinen eigenen Entwürfen um.

Das Grafikdesign hat eine sehr hohe Relevanz in Japan – teilweise ist seine Bedeutung größer als in Deutschland. Mit dem „Tokyo Art Directors Club Award“ werden jedes Jahr die besten und kreativsten Arbeiten der japanischen Werbe- und Designwelt gewürdigt. Die prämierten Werke werden im Anschluss in den renommiertesten Galerien des Landes präsentiert. Zum dritten Mal in Folge zeigt das Museum Angewandte Kunst als einziger Ort außerhalb Japans diese besondere Schau. In enger Zusammenarbeit zwischen Klaus Klemp, dem Kurator des Museums für Angewandte Kunst (MAK), Shigehiko Honda und dem Tokyo Art Directors Club entstand eine Ausstellung, welche die hohe Qualität und die Raffinesse des japanischen Kommunikationsdesigns auch in Europa populär machen soll.

Rund 120 Arbeiten ermöglichen noch bis 10. August einen authentischen Blick auf die aktuelle Designszene Japans. In der Kultur des Landes spielt besonders die (domestizierte) Natur eine große Rolle. Dies wird auch in der Werbung deutlich, die, anders als in Deutschland, mehr auf ein positives Image als auf eine „Kauf mich“-Botschaft bedacht ist. Gerade das Verborgene macht diese Kultur aus, die Form der Beeinflussung ist eine subtilere als in europäischen Ländern. Vor allem das Plakat, die Königsdisziplin des japanischen Designs, stellt ein künstlerisches Statement dar. Nicht die Vermarktung des einzelnen Produkts steht im Fokus der Werbung, sondern die Identifikation mit dem Unternehmen selbst. Das zu Bewerbende tritt in den Hintergrund, während die hohe Ästhetik der einzigartigen japanischen Bildsprache hervorgehoben wird und als Ruhepunkt in den unruhigen Metropolen funktioniert.

Die im MAK präsentierten Arbeiten des „Tokyo Art Directors Club Award“ heben dessen Vorbildstellung in der visuellen Kommunikation hervor und unterstreichen das faszinierende Spiel mit Linien, Licht und Schatten, harten Schwarz-Weiß-Kontrasten, Zweidimensionalität, leuchtender Farbigkeit, Minimalismus und Verdichtung. Die Ausstellung fungiert als greifbar gewordene Beschreibung einer genialen Ästhetik und würdigt die unvergleichbare Extravaganz und Brillanz des japanischen Grafikdesigns.
 
10. April 2014, 12.00 Uhr
Ronja Merkel
 
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