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Stoffel startet am 19. Juli
 

Stoffel startet am 19. Juli

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Eine Superidee für ganz Frankfurt

Foto: Detlef Kinsler
Foto: Detlef Kinsler
Was wäre der Sommer in der Stadt ohne Sommerwerft und Stoffel. Schade nur, dass die Festivals wieder parallel stattfinden. Die Sommerwerft beginnt am 20. Juli, der Stoffel am 19. Juli. Das eine Festival findet am Fluss, das andere im Park statt.
Wie oft wäre sie im Sommer gerne einfach mal in den Urlaub geflogen. Jetzt, im Jubiläumsjahr des „Stoffel“, wird die langjährige Mitgeschäftsführerin des Stalburg Theaters nun tatsächlich in der Sonne Griechenlands liegen. „Ich bin nicht in Frührente gegangen“, lacht Petra Gismann (Foto). „Im Gegenteil, ich habe nur nach fünfzehn Jahren im Theater beschlossen, dass es Zeit wird, noch mal etwas Neues anzufangen.“ Neue Herausforderungen zu suchen gehörte schon immer zu ihrem Lebensentwurf. Zehn Jahre Referentin, u.a. für Kultur-Politik bei den Grünen, danach ein paar Jahre in der PR, dann durch Zufall zum Theater gekommen.

Da gab es für die die gelernte Diplom-Pädagogin als Quereinsteigerin einiges zu tun. Zumal das neue Dreamteam Petra Gismann-Herbert Huber-Michi Herl sein Stammhaus im Sommer verlassen wollte, um dem eigenen und den angrenzenden Stadtteilen ein vierwöchiges Festival im Günthersburgpark zu gönnen. 2004 wurde das Stalburg Theater offen Luft, kurz „Stoffel“ geboren. Gismann ist nach wie vor vom Konzept überzeugt. „Ich glaube das war eine Superidee, für ganz Frankfurt ein Fest ohne Eintritt, für alle, Jung und Alt, anzubieten, die einen tollen Sommer in dieser Stadt mit einem anspruchsvollen Programm erleben möchten.“ Da war Selbstausbeutung, aber auch viel Spaß im Spiel. „Im ersten Jahr haben Herbert und ich tagsüber gearbeitet, den Stoffel organisiert, und spätabends noch die Nachtwache auf dem Platz übernommen. Mein damals zwölfjähriger Sohn hat im Schlafsack zwischen uns auf dem Boden geschlafen.“ Eines der vielen „Stoffel-Kids“, die mit dem Festival erwachsen geworden sind, und das heute gerne mitarbeiten. „Das ist schon witzig, dass man eine Generation in der Stadt mitgeprägt hat. Das kann ja nicht jeder von sich behaupten.“

Wenn Gismann all die Jahre Revue passieren lässt, sieht sie so manch schwarze Wand auf sich zukommen. „Ich galt als die Panikerin vor den Stürmen“, erinnert sie sich nur allzu gut daran, wie Stoffel gleich im ersten Jahr einem starken Sturm trotzen musste, bei dem es die Bühne fast zerlegte und das halbe Equipment weggeflogen war. „Stürme gab es viele und ich bin sehr froh, dass nie ein Besucher oder jemand vom Team zu Schaden gekommen ist. Das war immer mein größter Horror. Als verantwortungsvoller Open-Air-Veranstalter sind die Sorgen vielfältig.“ Wenn das Wetter aber mitspielte, den Menschen gefiel, was auf der Bühne passierte, entstanden die vielen kleinen magischen Momente, die Gismann nie vergessen wird. Sie zeichnete für die Logistik verantwortlich, hat Sponsoren akquiriert, der Politik mehr Geld fürs Theater abgetrotzt. „Kann sein, dass es jetzt Stoffel auch noch mal 15 Jahre ohne mich gibt, aber ich habe da einfach die Vorarbeit geleistet. Das schreibe ich mir schon auf die Fahne.“ Sie hofft, dass – wo zuletzt die Ideen im Leitungsteam auseinanderliefen – ihr Weggang ihr wie dem Theater und dem Stoffel guttun wird. Weil in neuen Situationen eine neue Dynamik entstehen kann. Bevor die Routine die Kreativität auffrisst.

Der Stoffel zeigt auch dieses Jahr wieder ein Herz für Anwohner, die Feiermuffel sind. Beim „Stoffel ausgestöpselt“ bleibt es montags und dienstags, u.a. mit dem Stoffel-Chorfestival leise(r). Die Kinderprogramme (dabei der beliebte Ritter Rost) und die drei Sonntage mit „Kaffee, Kuchen & Komik“ (mit Pit Knorr & Hans Zippert) dürften ebenfalls keine Nörgler auf den Plan rufen. Selbstredend setzt Booker Filippo Tiberia wie gehabt auf lokale Künstler. Schließlich begann damit alles beim Stoffel. Bekannten Gesichter wie Thomas Ripphahn, Lucid, Jank Kovik, Leyla Trebbien, Gernot Dechert und Fee. & Band begegnet man, mit Sheena & Michael und der Wetzlarerin Jördis Tielsch auch neuen Kandidaten. Wie international der Stoffel ist, belegen Namen wie Rosario Smowing (den „Swing Argentino“ gibt es schon am Eröffnungsabend), Tarq Bowen (Großbritannien), Tim McMillan & Rachel Snow (Australien) und Postcards (Dream Pop aus Beirut). Beim Abend der Stoffel-Legenden am 6.8. treffen erstmals Rainer Weisbecker, Papa Legba’s Blues Lounge und die Double Dylans aufeinander.

>> Stoffel, Günthersburgpark, 19.7.-11.8., www.stalburg.de, freiwilliger Eintritt
13. Juli 2018
Detlef Kinsler
 
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