Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kultur
 

Schauspiel und Oper

0

Die U-Bahnstation Willy-Brandt-Platz ist ein Stück unspektakulärer geworden

Foto: nil
Foto: nil
Dort wo noch vor einigen Wochen große Zitate in großen Lettern hingen, geht es nun um einiges prosaischer her. Etliche Wände sind wieder weiß, andere zieren die Logos der Städtischen Bühnen. Eine Besichtigung.
Die Ära Oliver Reese brachte 2009 viel Schwarz-Weiß in die Stadt. Die Wahlplakate überhängte das Schauspiel Frankfurt damals mit seinen neugestalteten Logo und mit den Ensemble-Mitgliedern. Und die U-Bahnstation Willy-Brandt-Platz wurde vom Atelier Markgraph im Dezember des Jahres mit großen Lettern versehen. Ein beliebtes Fotomotiv. "DU WIRST MEINER LIEBE NICHT ENTGEHEN", stand dort. Oder auch: "YOU SAY YOU WANT A REVOLUTION". Alles Zitate aus Stücken des Schauspiels. Und ganz großes Kino. Hier ein kleines Souvenir vergangener Zeiten:



Und jetzt? Prangen beim Abgang in die Station groß die Logos der Städtischen Bühnen und ihrer Unternehmungen Oper und Frankfurt (siehe Foto oben). Dort wo einst die Revolution ausgerufen wurde, hat nun die Oper ihren Platz – mit einem Foto aus einer Aufführung:



Die Sprüche sind freilich nicht ganz verschwunden. Auf der Seite des Schauspiels gibt es folgendes Zitat aus Franz Kafkas "Das Schloss":


Und dieses aus Laura Naumanns "Das hässliche Universum":


Weiter oben in der Station wurden von der Verkehrsgesellschaft wieder weiße Wände hergestellt – die auch weiß bleiben sollen. Etwa hier:


Für Schauspiel und Oper ein Schritt nach vorn. "Früher gehörte diese Station nur dem Schauspiel Frankfurt", sagt dessen Intendant Anselm Weber. Es sei ganz selbstverständlich, dass man auch der Oper die Möglichkeit geben wolle, sich hier zu präsentieren. Opernintendant Bernd Loebe sagte mit seiner ihm eigenen Ironie: "Wir hoffen, dass wir so endlich in der Stadt ankommen." Und im Ernst: "Wir gehören zusammen, wir profitieren voneinander."

Das griff auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei der Präsentation der neugestalteten Station am Freitagmorgen auf. Er nannte den Willy-Brandt-Platz das Herz der Stadt – und dass man in Frankfurt stets die Kultur vor den Kommerz gestellt habe. Die Bühnen gehörten genau hierhin – "nicht an den Rand der Stadt". Sie seien ein Ort der Utopie und der Fantasie. "Und nach den Aufführungen wird unten an den Bahnsteigen weiter über die Stücke diskutiert." Hintergrund des Bekenntnisses: Der heutige Standort ist umstritten, seit für die Sanierung oder Neubau des Schauspielhauses über 850 Millionen Euro veranschlagt wurden. Eine Trennung von Oper und Schauspiel wurde ebenso ins politische Spiel eingebracht wie auch ein neuer Standort abseits der Innenstadt. Diese Debatte wird aber wohl erst im kommenden Jahr wieder Fahrt aufnehmen – vor der Oberbürgermeisterwahl im Februar soll keine Entscheidung fallen. Da ist der Verlust eines großen Teils der eigentümlichen, typopgraphischen Gestaltung unter den Bühnen nur eine kleine Sache. Aber eine schmerzliche.

 
6. Oktober 2017, 11.02 Uhr
Nils Bremer
 
Nils Bremer
Jahrgang 1978, Politologe, insgesamt 14 Jahre beim Journal Frankfurt, von 2010 bis Juni 2018 als Chefredakteur. – Mehr von Nils Bremer >>
Mail schreiben
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kultur
 
 
Die 71. Frankfurter Buchmesse findet in diesem Jahr vom 14. bis zum 18. Oktober statt. Coronabedingt müssen jedoch zahlreiche Veranstaltungen ins Internet verlagert werden. Die Veranstalter haben nun das digitale Konzept vorgestellt. – Weiterlesen >>
Text: Sina Eichhorn / Foto: Marc Jacquemin/ Frankfurter Buchmesse
 
 
2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche
0
Jüdisches Museum eröffnet nach fünf Jahren Bauzeit
Nach fünf Jahren Bauzeit und einigen Verzögerungen kann das Jüdische Museum am 21. Oktober endlich wieder öffnen. Das älteste Jüdische Museum in Deutschland bekommt eine Ausstellungsfläche von 2000 Quadratmetern. – Weiterlesen >>
Text: jwe / Foto: Norbert Miguletz/© Jüdisches Museum Frankfurt
 
 
Konjunkturprogramm: Neustart Kultur
0
Vier Millionen Euro für Frankfurter Buchmesse
Der Bund unterstützt die Frankfurter Buchmesse mit Fördermitteln in Höhe von vier Millionen Euro. Das teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mit. Von der Förderung sollen vor allem deutsche und internationale Ausstellerinnen und Aussteller profitieren. – Weiterlesen >>
Text: sie / Foto: Bernd Hartung; © Frankfurter Buchmesse
 
 
 
Biergarten-Konzerte in Eppstein
0
Mit Inbrunst aufspielen
Im schönen Gastraum der Wunderbar Weiten Welt im Eppsteiner Bahnhof finden im Moment keine Konzerte statt. Das ist in Corona-Zeiten nicht realisierbar. Zum Glück kann das WWW-Team in seinen Biergarten ausweichen. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Austin Lucas
 
 
Eine Verschmelzung von Buch- und Musikmesse hat laut den Veranstaltern nie zur Debatte gestanden. Dennoch war sie in den vergangenen Tagen in den Medien immer wieder Thema. Grund dafür war eine Aussage Börsenverein-Geschäftsführers Alexander Skipis. – Weiterlesen >>
Text: Johanna Wendel / Foto: Alexander Heimann/© Buchmesse Frankfurt
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  696