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Saisonvorstellung im Künstlerhaus
 

Saisonvorstellung im Künstlerhaus

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Die Offenbacher Seefestspiele (und neun andere Highlights des Mousonturms)

Foto: Harald Schröder
Foto: Harald Schröder
Der Mousonturm gibt eine Vorschau auf seine kommenden Veranstaltungen. Ein Freibad in Offenbach gehört dazu, eine Populistenbeschimpfung, eine Lesung von Sven Regener und ein Auftritt von Pussy Riot.
1. Offenbacher Seefestspiele
Eine Brache, eine Pfütze, Beton, Holz, vier Wochen Vorbereitungszeit und neun Künstlerinnen und Künstler – das sind die Ausgangselemente für die 1. Offenbacher Seefestspiele, mit der die Doppelpass-Partnerschaft zwischen dem Künstlerhaus Mousonturm und der Offenbacher Künstlergruppe YRD.works in die zweite Runde geht. Dafür soll der Hof der Kressmann-Halle im Hafen geflutet werden – Mauern sollen das Wasser im Zaum halten: ein Pool also.. "Ein baulicher Fehler der neuen angrenzenden Straße, durch den unser Grundstück in regelmäßigen Abständen überschwemmt wird, brachte uns auf die Idee", sagen die Künstler. Dazu gibt es Musik von Les Trucs und Performances des Kollektivs contact Gonzo aus Osaka.
>> 6.–9. Juli 2017, Infos: seefestspiele.yrd.works. Die Flutung kann am 2.7. von 16 bis 20 Uhr beobachtet werden – am letzten Tag des ohnehin empfehlenswerten HfG-Rundgangs. Die Zusammenarbeit von Mousonturm und YRD setzt sich im Januar im Turm selbst fort, bevor sie im Sommer 2018 wiederum in Offenbach zu Ende geht.

2. Populistenbeschimpfung
Die Frankfurter Künstlergruppe red park will den Tag des Bundestagswahl für eine Populistenbeschimpfung nutzen – in der Stadt wie auch im Mousonturm selbst sollen die Gäste dabei einbezogen werden. In der Ankündigung heißt es: "Auf der Suche nach neuen Erzählungen darüber, was politisch möglich ist und was nicht, interveniert sie in den Stadtraum, lädt die Frankfurterinnen und Frankfurter zu gemeinsamen Schimpfproben und am Tag der Bundestagswahl zum kollektiven Beschimpfungsfest."
>> 24. September 2017 im Mousonturm

3. Pussy Riot Theatre
Wenige Tage zuvor wird es nicht unbedingt unpolitischer zugehen im Künstlerhaus. Nach den USA kommt die russische Polit-Punk-Gruppe Pussy Riot mit ihrer Bühnenshow Riot Days erstmals nach Deutschland. Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Buch von Maria Alyokhina, in dem sie ihre persönliche Geschichte als Performerin bei Pussy Riot erzählt, von den Anfängen der rebellischen Gruppe 2011, über ihre legendären Auftritte, ihre Verhaftung, den Prozess und ihren Aufenthalt in einem sibirischen Gefängnislager bis zur Entlassung 2013.


4. Tim Etchells & Forced Entertainment
Noch ein bisschen hin bis April, aber große Dinge... "„Das Theater muss neu erfunden werden, um über den zweifelhaften Zustand unserer Gegenwart zu erzählen", sagen Forced Entertainment. Das könnte fast eine Parabel für das marode Schauspielhaus sein, dass für viele Millionen saniert oder neu gebaut werden soll. Mousonturm-Intendant Matthias Pees streift die Debatte bei der Programmvorstellung nur am Rande. 850 Millionen Euro – mit dem Geld könnte man den Mousonturm für die nächsten 212 Jahre fördern. Rein rechnerisch. Tim Etchells und Forced Entertainment dekonstruieren das Theater. Sie zerschlagen es, "um es aus sämtlichen Fund- und Bruchstücken in akribischen Montagen oder exzessiven (gerne auch mal 12- oder 24-stündigen) Improvisationen wieder und wieder neu zu erschaffen", heißt es in der Vorschau auf die Uraufführung der Kompagnie aus Sheffield. Im kommenden Frühling im Bockenheimer Depot. Zwei Monate zuvor führen sie übrigens das Gesamtwerk Shakespeares auf, alle 36 Dramen – mit Alltagsgegenständen. Fantastisch:


Foto: Hugo Glendinning
>> New Creation, Uraufführung, Mousonturm-Koproduktion, 27.4.–19.5., Bockenheimer Depot

5. Akira Takayama: European Thinkbelt Frankfurt


Foto: Harald Schröder

Der japanische Künstler hatte soeben den Mousonturm in eine McDonald's-Filiale verwandelt und McDonald's-Filialen in Kulturtempel. Im Juni 2018 beginnt seine dritte Produktion mit dem Mousonturm - bei der Premiere 2014 arbeitete er entlang der S-Bahn-Linie 8 unter dem Titel "Evakuieren". European Thinkbelt Frankfurt 2018 widmet sich dabei insbesondere der im Migrations- und Integrations-kontext vehement umstrittenen Frage nach Motivationen, Bedürfnissen und Möglich-keiten im Hinblick auf die eigenständige wirtschaftliche und finanzielle Absicherung und die fundamentalen rechtlichen Einschränkungen, die für „Geflüchtete" gelten.
>> Juni 2018

6. Anne Teresa De Keersmaeker & Jean-Guihen Queyras & Rosas: Bach - Cellosuiten
Johann Sebastian Bachs Cellosuiten werden zu den Höhepunkten der westlichen Musikgeschichte gezählt. Ihre erfindungsreiche Architektur, ihre tänzerische Rhythmik und zeitlose Schönheit sprechen uns auch heute noch an. Anne Teresa De Keersmaekers Affinität zu Bach zeigte sich schon in verschiedenen früheren Produktionen, darunter auch in der Partita 2. De Keersmaecker strebt nach einer choreografischen Handschrift, die die Essenz von Bachs musikalischer Sprache zu erfassen sucht. In dieser Produktion werden die sechs Suiten, live gespielt von dem weltberühmten Cellisten Jean-Guihen Queyras, bearbeitet, befragt und getanzt in einer Choreografie für drei Tänzer und zwei Tänzerinnen, darunter De Keersmaeker selbst.
>> 5. und 6.6.2018, Mousonturm

7. Sven Regener


Foto: Komo-Konzert

Herr Lehmann ist zurück. Und immer noch gut. Kreuzberg, Anfang der 80er-Jahre war ein surrealer, kreativer Schmelztiegel aus Künstlern, Hausbesetzern und Punks: Jeder rieb sich an jedem, jeder konnte ein Held sein und Kunst war das Gebot der Stunde, denn Kunst konnte alles sein. Frank Lehmann und seine rebellische Berufsnichte Chrissie sowie die beiden Extremkünstler Karl Schmidt und H. R. Ledigt werden in eine Wohnung über dem Café Einfall verpflanzt um Erwin Kächeles Familienplanung nicht länger im Weg zu stehen. Davon erzählt der Musiker und Literat Sven Regener in seinem Buch Wiener Straße, dass er im November in Frankfurt vorstellt.
>> 10. November 2017, Mousonturm

8. Ligna: Rausch und Zorn


Foto: Anja Beutler

In seinem Kern folgt das Projekt der Frage, woher die beunruhigende Attraktivität faschistischer Politik und der Reiz ihrer Vergemein-schaftung rührt, erzählt dabei von historischen Konstellationen, vergegenwär-tigt aktuelle Ereignisse, lässt Theoretiker und Analytiker des Faschismus zu Wort kommen und entwickelt daraus Situationen, in denen das Gehörte vom Publikum szenisch erfahrbar wird. Angelehnt an das Brecht‘sche Lehrstück wird das Publikum dazu animiert, bestimmte Haltungen einzunehmen und so zum aktiven Teil eines Experiments zu werden, in dem es gerade keine Außenstehenden, wissenschaftlichen Beobachter gibt, sondern das Publikum selbst sich in seinem Handeln beobachtet. Das Stück kommt rechtzeitig zur Bundestagswahl heraus, wird Ende August uraufgeführt.

9. Daniel Cremer: Born to make you happy
Richtig, der Theatermacher hat sich von Britney Spears inspirieren lassen. Von diesem wunderschönen Popsong:

so ist durchaus Abseitiges und Absurdes zu erwarten, wenn der Preisträger der Frankfurter Autorenstiftung (2015) der Einladung des Mousonturms und der Alten Oper folgt, um eines jener Formate zu zerlegen, das wie kaum ein anderes für bürgerliches Kulturgut steht: den Liederabend. Seine Versuchsanordnung beschreibt Cremer wie folgt: „Daniel Cremer wird das Theater retten mit einem Liederabend, der wirklich allen gefällt.“ Kann das funktionieren? Wahrscheinlich nicht: "Die neue Welt wird aus Glück gebaut. Darum scheitert dieser Abend, wenn auch nur ein Mensch weniger glücklich aus ihm hervorgeht.“ Ein zerbrechlicher Abend also, der in diesem September seine Uraufführung erlebt.
>> 16.–18.9., Mousonturm

10. Shabaka and the Ancestors
Der Veranstalter Markus Gardian holt wie immer auch die ein oder andere exquisite Band in den Turm. So im November Shabaka and the Ancestors. Jazz. Im weitesten Sinne:

>> 29.10., Mousonturm
 
8. Juni 2017, 12.30 Uhr
Nils Bremer
 
Nils Bremer
Jahrgang 1978, Politologe, insgesamt 14 Jahre beim Journal Frankfurt, von 2010 bis Juni 2018 als Chefredakteur. – Mehr von Nils Bremer >>
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