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Open House

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Möglichkeitsräume im Museum Angewandte Kunst

Foto: Florian Waadt
Foto: Florian Waadt
Die Umbauarbeiten im Museum Angewandte Kunst werden genutzt, um die leeren Räume zum „Open House“ zu erklären. Drei Wochen lang wird das Museum ab 26. Februar bis zum 15. März auch zum Klangkörper.
Am 26. Februar wird die Ausstellung „Ich wünschte“ eröffnet. Vom darauf folgenden Donnerstag bis Mitte März wird das Museum Angewandte Kunst für drei Wochen zum „Open House“ erklärt. Still und kontemplativ beim Betrachten der Kunst, lebendig und pulsierend wenn Konzerte, DJ-Sets, Popup-Kino, Bars und Kulinarik ins Spiel kommen. Um ein vielfältiges Programm zu gestalten, hat sich eine Kooperation von Amp, Jazz Montez e.V., NONOT und Emma Metzler zusammengefunden. Die Partners in crime stehen für Clubkultur, elektronische Musik, hippe Partys, zeitgemäßen Jazz und junge Küche. Schon in den letzten beiden Sommern überraschten sie als „El Barrio“-Team während des Museumsufer-Wochenendes mit einem alternativen Angebot rund ums Museum. Anton de Bruyn, der Küchenchef im Emma Metzler, vermutet, dass Matthias Wagner K wohlwollend wahrgenommen hat, dass es durchaus möglich ist, „neben dem Riesen-Halligalli eines Straßenfestes eine wünschenswert freundliche Atmosphäre schaffen zu können und ein gutes Publikum anzusprechen.“ Lorenzo Dolce, der mit John Steinmark als eingetragener Verein mit den Reihen „Jazz Montez“ und „Jazz im AF“ im Atelier Frankfurt den Jazzfans der Stadt wieder „etwas Aufregendes und Neuartiges“ bieten möchte, erinnert sich daran, „wie uns nach dem zweiten Mal MUF der Museumsdirektor angesprochen hat: Wollt ihr nicht mal ins Museum kommen und etwas organisieren, was ihr so noch nicht gemacht habt?“ Jetzt also galt es, das erste Mal ein drei Wochen langes Projekt zu stemmen.

„Wir greifen einen großen Teil der Frankfurter Stadtgesellschaft auf. In dem Programm mit Essen, Musik, Party, Kunst, Filme und Flohmarkt kann sich jeder wiederfinden“, entschuldigt sich Dolce für die Floskel, „alle Menschen ansprechen zu wollen.“ Der Anspruch ist dabei, die Leute mit Qualität zu erreichen. „Und einen Ort mit Treffpunkten für die Frankfurter zu schaffen, an dem wir etwas Neues bieten wollen“, betont de Bruyn. Im Bereich der Gastronomie bietet er das „Gasthaus“ an – „mit feinem Essen“. Da wird an drei Abenden ein Pop-up-Restaurant im Museum aufgebaut. Drei heimische Köche werden dann mit drei eingeladenen internationalen Köchinnen für jeweils 50 angemeldete Gäste kochen und das Ganze wie eine Rauminstallation aussehen lassen. Eine neue Erfahrung für alle. Snacks wird es auch an der Bar geben, die eine zentrale Anlaufstelle im Foyer des MAK sein wird. Bei den Barabenden mit DJs sind neben Ata Mafias AMP, die Kinly Boys aus der Elbestraße mit ihren transparenten Drinks (ein Erlebnis für sich) und das Schumann’s aus München Gastgeber. Elf Abende (die Montage und Dienstage erlauben nach den intensiven Wochenenden eine kurze Verschnaufpause für Macher und Publikum) werden jeweils um 18 Uhr mit der „Ich wünschte-Session“ und wechselnden Künstler*innen eröffnet, darunter Cédric Dekowski (bekannt aus dem Robert Johnson), die polnische Solo-Cellistin Resina oder Kabuki aus Frankfurt. Hier ist der Eintritt frei. Petra Klaus und Matthias Westerweller von „I Can See Music“ gestalten zwei Kinoabende mit der Rapper-Doku „Matani/Maya/M.I.A.“ und „David Bowie Is“. HfG-Student Arootin Mirzakhani gründete 2016 Opencreek Shownight und bringt mit ihr queeres Leben ins „Open House“. Spoken Word Performances, Plattenflohmärkte und die „Music For Meditation“ zur Entspannung sonntags um 10 Uhr sind weitere Optionen. Unter den Musikern, die gebucht wurden, sind große Namen wie Moritz von Oswald (Palais Schaumburg bis „Recomposed By“), der ein Projekt präsentieren wird, das innovative Melt Trio um Gitarrist Peter Meyer und das Ensemble Modern. Die beiden letztgenannten Acts begrüßen den Live-Sampling-Künstler Jan Bang aus Norwegen als Special Guest. Das Neue Grafik Ensemble aus London steht für einen stimulierenden Hybriden aus Jazz, House und Hip-Hop. Mit ihrem Dance-Pop zwischen Post-Punk und Electro eröffnen Yacht aus Los Angeles am 26.2. das „Open House“. Ihrer Musik hat man schon den Witz von Devo, die Anmut Blondies und die verspielte Energie des Tom Tom Clubs nachgesagt.

Matthias Wagner K rückte 2020 starke Frauen in den Fokus der Arbeit seines Hauses. Haben die Herren von „El Barrio“ bei ihrem Booking auch darauf geachtet, gezielt Musikerinnen einzuladen? „Weit über die Hälfte der Künstler bei ,Open House‘ sind Frauen“, verrät Dolce. Dabei ging es nie darum, eine Quote zu erfüllen. Da gab es keinerlei Vorgabe. Für ihn als Veranstalter ist es längst eine Selbstverständlichkeit, nach Sidewomen oder sogar Bandleaderinnen zu forschen. Die Anfragen, die ihnen ins Haus flattern, sind allerdings zu 90% männlich. Also muss man da selbst aktiv werden und die Szene im Blick haben. Dass das gelungen ist, beweisen Namen wie Leona Berlin (die Alternative-Soul-Lady triftt auf Magro), Sofia Portenet, die auf Krautrock à la Neu!, aber auch DAF und Les Rita Mitsouko steht, sowie Ouri aus Montreal, Lena Willikens und Sedef Adasi (Foto), die alle auflegen.

Suzanne Cianni fliegt eigens aus New York ein. Sie kommt für einen Vortrag (Thema: „Robert Johnson Theorie“) und ein Konzert nach Frankfurt. Früh fasziniert von analogen Modular-Synthesizern, wurden ihre in den Achtziger veröffentlichten Alben als „New-Age Music“ bezeichnet. Fünf ihrer Platten wurden tatsächlich für den Grammy nominiert. Die 73-Jährige Elektronik-Pionierin wiederholt in Interviews gerne deutlich ihre Meinung: „Traditionelle Klangfarben interessieren mich nicht.“ Sie kreiert ihre eigenen, bleibt dabei dem Analogen treu, weil in ihm für sie das Schöne wohnt.

Ingrid Godon. Ich wünschte/Open House, Museum Angewandte Kunst, 26.2.-15.3., Programm siehe: www.museumangewandtekunst.de/open-house
 
17. Februar 2020, 09.55 Uhr
Detlef Kinsler
 
Detlef Kinsler
Weil sein Hobby schon früh zum Beruf wurde, ist Fotografieren eine weitere Leidenschaft des Journal-Frankfurt-Musikredakteurs, der außerdem regelmäßig über Frauenfußball schreibt. – Mehr von Detlef Kinsler >>
 
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