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"Making Heimat" ist great again!
 
"Making Heimat" ist great again!
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Das DAM zeigt die Ausstellung aus dem Deutschen Pavillon
Foto: Jessica Schäfer
Foto: Jessica Schäfer
Nachdem die Ausstellung für einige Monate im Deutschen Pavillon auf der Architekturbiennale in Venedig gezeigt wurde, holt das Deutsche Architekturmuseum sie nun nach Frankfurt. "Making Heimat" ist wieder einmal great.
Der Pavillon in Venedig ist wieder zu. "Deutschland war offen", sagt Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums und Kurator des Pavillons der vergangenen Architekturbiennale in Venedig. Die Ausstellung, die dort letztes Jahr für einige Monate zu sehen war, wird nun in Frankfurt präsentiert. Doch Making Heimat lohnt sich nicht nur für diejenigen, die es 2016 nicht nach Venedig geschafft haben, sondern auch für die Besucher, die sie schon kennen. Die Thesen, die von der Arrival City handeln, wurden ergänzt, erweitert und präzisiert. Besonders das Kapitel "Offenbach ist ganz okay" wurde ziemlich ausgeweitet - schließlich liegt es hier ja um die Ecke. Auch liegt nun ein Atlas der Flüchtlingsbauten vor, die zum Zeitpunkt der Biennale erst noch mithilfe einer Datenbank gebündelt wurden. Exemplarisch werden auch einige in der Ausstellung vorgestellt.

Die Thesen der Ausstellung wurden gemeinsam mit dem kanadischen Journalisten Doug Saunders entwickelt. Sie gehen von einer Arrival City als einer Stadt aus, in der Immigranten in einer Gesellschaft ankommen. Dafür braucht eine Stadt bestimmte Voraussetzungen, wie zum Beispiel gute Anbindungen, günstige Mieten, ein gutes Netzwerk von anderen Einwanderern. Dafür steht Offenbach als Pate dieser Thesen, da es hier den größten Ausländeranteil nicht nur Deutschlands, sondern auch Europas gibt. Dazu hat Kai Vöckler, Professor an der Hochschule für Gestaltung für Visuelle Kommunikation und Produktgestaltung, Studien umgesetzt, die Offenbach noch näher in den Blick nehmen. Zum Beispiel veranschaulicht er, dass die Kriminalitätsrate in der ethnisch sehr heterogenen Stadt Offenbach überraschend niedrig ist und zwischen Krefeld und Gelsenkirchen liegt.

Making Heimat geht besonders darauf ein, dass 2015 und 2016 mehr als eine Million Flüchtlinge nach Deutschland kamen. Bevor aus diesen reguläre Einwanderer werden können, leben Tausende von ihnen in Not- und Gemeinschaftsunterkünften. Es wurde nicht nur nach kurzfristigen und temporären Unterkünften gesucht, aber auch nach neuen Ideen und Konzepten der Integration. In einer Datenbank wurden Flüchtlingsbauten gesammelt, die nun vom DAM präsentiert werden. In einem Atlas sind alle 57 Projekte gebündelt, in der Ausstellung wird exemplarisch auf sieben dieser Projekte eingegangen. Kommunen nutzten die Datenbank tatsächlich um zu schauen und zu vergleichen, wie andere mit der plötzlichen Nachfrage nach Flüchtlingsunterkünften umgegangen sind.

Hier geht die Ausstellung fast fließend in einen neuen Aspekt über: Bezahlbares Wohnen. Denn nicht erst die Flüchtlingssituation löste eine Wohnungskrise aus. Zu wenig bezahlbaren Wohnraum gab es auch schon davor. Hier sehen die Kuratoren die Möglichkeiten in Verdichtung und Aufstockung, Baustandards und Bauverfahren, Modularem Bauen und Selbst(aus)bau. So zeigt Making Heimat auf, dass der knappe Wohnraum nicht nur ein Problem der Flüchtlinge ist, sondern auch Einwanderer und Einheimische betrifft.

Auch wenn im Gebäude des Deutschen Architekturmuseums keine Löcher in die Wände eingerissen worden sind, so wie im Pavillon in Venedig, ist die Architektur Oswald Mathias Ungers offen genug, um den Besucher zum Verweilen einzuladen. Und der kann mit den neu gewonnenen Erkenntnissen direkt nach Offenbach fahren, um mit einem frischen Blick auf diese spannende Stadt zu blicken.

>> Making Heimat, 4. März - 10. September 2017, Deutsches Architekturmuseum, Schaumainkai 43. Mehr Informationen unter dam-online.de/.

>> Ausstellungseröffnung: Freitag, 3. März 2017, 19 Uhr.
3. März 2017
Tamara Marszalkowski
 
Tamara Marszalkowski
Jahrgang 1987, Studium der Kunstgeschichte, Ethnologie und Pädagogik in Frankfurt, seit 2015 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Tamara Marszalkowski >>
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