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Foto: Atelier Markgraph
Foto: Atelier Markgraph

Koalition diskutiert über Finanzierung

Wie geht es weiter mit dem MOMEM?

An der Hauptwache soll das weltweite erste Museum für elektronische Musik (MOMEM) eröffnen. Das Projekt geht jedoch nicht so schnell voran wie gewünscht. In der Koalition ist man sich uneinig hinsichtlich der Finanzierung.
Das Museum of Modern Electronic Museum, kurz MOMEM, steht in den Startlöchern. Ins Leben gerufen wurde das Projekt MOMEM von Musikproduzent und Clubbetreiber Alex Azary, Techno-DJ Andreas Tomalla und Grafikdesigner Stefan Weil. Das weltweit erste Museum für elektronische Musik soll an der Hauptwache eröffnen, in den Räumlichkeiten des früheren Kindermuseums. Obwohl es noch nicht eröffnet ist, zieht es schon jetzt viel Aufmerksamkeit auf sich: Zeitungen, Zeitschriften und diverse soziale Medien in der ganzen Welt berichten darüber – es befassen sich sogar bereits einige Studierende in ihren Abschlussarbeiten mit dem Thema. Das Konzept ist vielversprechend und dementsprechend auch die Unterstützung groß: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat die Schirmherrschaft für das Museum übernommen, die Stadt Frankfurt stellt die Räumlichkeiten mietfrei zur Verfügung. Zudem haben sich zahlreiche Sponsoren gefunden, die das Museum finanziell unterstützen möchten.

Doch das Projekt stockt. Es wird eine Anschubfinanzierung in Höhe von 500 000 Euro benötigt. Lösen soll dies die Stadt Frankfurt, doch noch ist unklar, ob die Koalition im Römer dem zustimmen wird. Thomas Dürbeck, kulturpolitischer Sprecher der CDU, zumindest zeigt sich überrascht über die Anfrage einer Anschubfinanzierung. In der Magistratsvorlage sei festgelegt worden, das Museum ohne finanzielles Zutun der Stadt aufzubauen. Zwar gebe es laut Dürbeck „gewisse Sympathien“ hinsichtlich der Anschubfinanzierung, dennoch wolle man konkrete Pläne zum Museumsaufbau und -betrieb sehen. Man könne aktuell nicht sicher sein, ob es bei einer einmaligen Finanzierung in Höhe der 500 000 Euro bleibt oder ob künftig regelmäßige Zuschüsse seitens der Stadt angefragt werden.

Ähnliche Zweifel hegen auch die Grünen, wie Sebastian Popp, Fraktionsvorsitzender der Grünen, bestätigt. Man sei sich nicht im Klaren darüber, mit welchen Mitteln die Anschubfinanzierung gedeckt werden soll. Der Vorwurf kommt zumindest für das Kulturdezernat überraschend. Die Anfrage einer Anschubfinanzierung sei bereits seit Monaten bekannt. Jana Kremin, Pressesprecherin des Kulturdezernats, klärt über die Finanzierungspläne auf: „Es gab die Idee, diesen Finanzbedarf mit den Mitteln des Magistrats zu decken, die nicht abgerufen wurden. Diese Gelder stammen aus anderen Geschäftsbereichen der Stadt. Nicht aus dem Etat des Kulturdezernates. Unsere Mittel sind gebunden, wir haben einen solchen Spielraum nicht.“ Die endgültige Entscheidung, ob und inwieweit die Anschubfinanzierung für das MOMEM gewährt wird, liegt nun in den Händen der Koalition. Denn über die Gelder muss Einvernehmen bestehen.

Nicht nur das Kulturdezernat spricht von einer Bereicherung für die Stadt Frankfurt. Auch Stadtplanungsdezernent Mike Josef (SPD ist überzeugt von der „strahlenden Wirkung“, welche das Museum haben wird. Josef spricht von hochengagierten Menschen, die sich mit Herzblut für die Realisierung einsetzen und möchte dem MOMEM ebenfalls unterstützend zur Seite stehen. Denn das weltweit erste Museum für elektronische Musik, noch dazu in zentraler Lage im Herzen der Innenstadt, verspricht ein breites Programm, das mehr als nur Liebhaber und Liebhaberinnen der elektronischen Musik anzieht. Mithilfe von Installationen und Fotografien will man beispielsweise die Ursprünge der elektronischen Musik darstellen. Ein interdisziplinäres Studio ist ebenso geplant wie interaktive Räume.

Thomas Dürbeck bezweifelt dennoch, dass „der Plan so tragfähig ist.“ Obwohl selbst Partei-Kollege und Landtagsabgeordeneter Bodo Pfaff-Greiffenhagen am 29. Juni zum Auftakt der Kommunalwahl 2021 mitteilte: „Das wäre meine große Freude: das MOMEM in Frankfurt. Eine Bereicherung und ein „Leuchtturm“, der gut zu uns passen würde!“ Die CDU sei eine „Partei der Lösungen, nicht die der Probleme“. Wie es nun tatsächlich mit dem MOMEM weitergeht, soll nach der Sommerpause entschieden werden. Aktuell finden diesbezüglich Gespräche statt.
 
2. Juli 2019, 12.03 Uhr
Simge Selvi
 
 
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