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Kultur
 

Jil Sander im MAK

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Wenn das Museum zum Designer-Tempel wird

Foto: © Bernd Kammerer
Foto: © Bernd Kammerer
Interviews und Fotos von Jil Sander sind rar. Am Donnerstag präsentierte die Designerin sich anlässlich der Vorschau auf die Ausstellung "Jil Sander. Präsens" im Museum Angewandte Kunst. Dabei konnten wir einen Blick auf die Schau werfen.
Mit ihrer Mode verlieh Jil Sander seit jeher emanzipierten Frauen einen professionellen, schnörkellosen Look. Ihr Stil gilt als elegant und zeitlos, das Material, das sie verwendet ist erlesen und wird durch einen ausgeklügelten Schnitt veredelt. Sie selbst ist sich über die Jahre treu geblieben. So zurückhaltend Sander immer zum Abschluss ihrer Modenschauen winkte, als würde sie ihrem eben auf dem Laufsteg gezeigten Werk nicht die Schau stehlen wollen, so scheu wirkte sie auch bei dem Fototermin anlässlich der Ausstellung „Jil Sander. Präsens“ am Donnerstagmorgen im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt. Keine fünf Minuten gönnte sie den Fotografen, Fragen waren ohnehin unerwünscht, schon war die Modeschöpferin mit dem blauen Pulli und der Sonnenbrille auf der Nase wieder verschwunden, um der besonderen, weil weltweit erstmaligen, vom Museumsleiter Matthias Wagner K kuratierten, Ausstellung Raum zu geben. Nahezu das ganze Museum, also rund 3000 Quadratmeter Fläche, sind dem Werk Sanders in seiner Breite gewidmet. Dabei passt sich die klare Linienführung der puristischen Architektur Richard Meiers perfekt an den cleanen Look Sanders an. Das Museum wirkt durchinszeniert wie eine Jil-Sander-Boutique ohne Kasse, ein Design-Tempel, der dem Image der Designerin und ihrer Schaffensvielfalt huldigt ohne viel Persönliches über den Menschen selbst, über ihre Inspirationen, ihre unterschiedlichen Entwicklungsphasen und Einflüsse zu verraten. Darin unterscheidet sich die über mehrere Etagen ziehende Schau deutlich von bislang gezeigten großen Ausstellungen, wie sie beispielsweise zu Gaultier, Lagerfeld oder Chanel in München, Bonn oder Hamburg zu sehen waren.



Dennoch vermag es die Ausstellung, ein Gespür für das Design und die Marke Jil Sanders zu vermitteln. Die berühmten schwarz-weißen Porträts Sanders, die Peter Lindbergh aufnahm und die Parfumkampagnen begleiten, zieren ganze Wände. Über Leinwände flimmern Fotos berühmter Anzeigenkampagnen mit Topmodels wie Linda Evangelista, Tatjana Patitz oder Amber Valetta, die sich über die Jahrzehnte in das kollektive Bewusstsein jedes Voguelesers gebrannt haben.



Selbstredend wird auch Mode gezeigt, aber auch hier nur vereinzelt. Klasse statt Masse.



Die Hintergründe sind weiß, eventuell verspiegelt. Mehr Schischi ist nicht.



Taschen, Sneaker, Parfums sind neben Mänteln und Kostümen zu sehen, viele gerahmte Bilder, Fotografien und auch die Architektur ihrer Stores, bei der Sander wie überall wenn es um ihre Marke ging kräftig mitwirkte, ihren Stempel aufsetzte. „Wir zeigen Jil Sander nicht nur als Modedesignerin, als Ausnahmegestalterin, sondern auch als Gestalterin eines Landschaftsparks“, sagt Matthias Wagner K. Ferner dokumentiert die Schau, wie Jil Sander 1996 in Zusammenarbeit mit dem Künstler Mario Merz auf der Biennale in Florenz eine Aussichtsskulptur präsentierte.



Ja, die in Wesselburen geborene Heidemarie Jiline Sander ist vielseitiger als man denkt. Die Schau „Jil Sander.Präsens“, die vom 4. November an bis zum 6. Mai 2018 im Museum Angewandte Kunst zu sehen sein wird, besticht nicht durch Opulenz, aber durch Schlichtheit und Ästhetik. So wie das Oeuvre Jil Sanders.



Dem JOURNAL FRANKFURT hat Jil Sander übrigens ein Exklusiv-Interview gegeben und auch das Cover der aktuellen Ausgabe gestaltet.


>> Jil Sander. Präsens
Ausstellung, Ffm: Museum Angewandte Kunst Frankfurt, Schaumainkai 17, 4.11.2017-6.5.2018, Di/Do-So 10-18, Mi 10-20 Uhr

Tickets für die Ausstellung können unter www.museen-ticket.de bestellt werden – so umgehen Sie eventuelle Wartezeiten.
 
2. November 2017, 15.26 Uhr
Nicole Brevoord
 
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