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Intendant der Oper stellt neue Spielzeit vor
 

Intendant der Oper stellt neue Spielzeit vor

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Die Fügungen im Leben von Bernd Loebe

Foto: Nils Bremer
Foto: Nils Bremer
Bernd Loebe ist stolz auf die Auslastung der Oper, auf ihre Qualität und auf das Programm der nächsten Spielzeit. Und auch zum neuen Schauspiel-Intendanten sagt er ein paar launige Sätze. Oh, und Carmen kommt!
Es ist voll im Holzfoyer, eigentlich wie jedes Jahr - was nicht an uns Journalisiten liegt, sondern an den Mitarbeitern der Bühnen, die zu den Jahrespressekonferenzen auch gerne vorbeikommen. "Das zeigt unser Gefühl der Zusammengehörigkeit", meint Bernd Loebe. Und kommt im nächsten Satz gleich darauf, dass man wahrlich hart arbeite. "Ich überstrapaziere gewiss hin und wieder gewisse Abteilungen. Wir arbeiten gerne viel, aber wir brauchen auch die Solidarität der Stadt!" Über diese Solidarität wird noch zu sprechen sein. Zunächst folgen aber ein paar Anekdoten, wie dieses Riesenhaus zu steuern ist, dort die Krankheitsfälle von tragenden Sängern, die Reisen bis nach Marseille nötig machen, aber letztlich fügte sich ja alles, und dann hier die deutschsprachige Opernkonferenz, zu der auch das Bolschoi-Theater aus Moskau Einlass begehrte, was man ihm, so Loebe, wohl nicht gewähren könne. Aber wie fantastisch man dort ausgestattet sei: Etat - 125 Millionen Euro. Orchestermusiker: über 300. Da kommt man als Frankfurter Intendant gewiss ins Träumen. "Aber Quantität ist nicht alles", sagt Loebe und verweist dann auf die ausgezeichneten Stücke, eines reist etwa auch zu den Wiener Festwochen, nennt die Auslastung von wieder gut 83 Prozent (auf Vorjahresniveau), spricht über "Kontinuität und Aufbruch", man lasse sich ein auf neue Namen und schließlich spricht er über einen ganz alten Namen, Carmen nämlich, seit Jahren frage man ihn, wann es die denn wieder gebe, nun: Jetzt ist es soweit, allerdings sei in der Regie von Barrie Kosky und unter der musikalischen Leitung von Constantinos Carydis und Sebastian Zierer gewiss keine Postkarteninszenierung zu erwarten. "Als ich es neulich wieder hörte, dachte ich: Das ist doch ein schönes Stück, da muss man sich nicht für schämen." Nun ist Carmen eine von 179 Opernvorstellungen, von 400 Veranstaltungen insgesamt, 13 Premieren sind geplant, 14 Wiederaufnahmen, ein Mammutprogramm.

Zwischendurch schneit Generalmusikdirektor Sebastian Weigle herein, beseelt von den Proben am Rosenkavalier, "wissen Sie, wir Opernleute sind manchmal nah am Wasser gebaut, das soll ja auch so sein – und wenn dann diese drei Damen morgens um 10 Uhr, die schönste Musik singen, die man sich überhaupt nur vorstellen kann ..." Ja, man merkt schon: Diese Frankfurter Oper ist so gut, weil sie alles dort mit Leidenschaft tun und daraus wächst ja Perfektion. Die aber ist nicht viel wert, wenn man mit unsicherem Auge in Zukunft schaut. Das 111-köpfige Orchester müsse hier und da mit Aushilfen auskommen, "es muss aufgestockt werden auf 130 Musiker", sagt Weigle unmissverständlich. Dabei wird in der Kulturpolitik der Stadt schon die Stagnation der Mittel als großer Erfolg gewertet. Ob selbst das so weitergeht? Bernd Loebe verweist auf die Kommunalwahlen und die Oberbürgermeisterwahlen und das Ende der Amtszeit von Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU): "Die Parameter sind spannend." Und oftmals genügten kleine Veränderungen, um große Häuser in den Ruin zu treiben. "Schauen Sie zur Met nach New York, die Auslastung bei kaum mehr 50 Prozent, kann gut sein, dass es dieses Haus in zwei Jahren nicht mehr gibt. Barcelona hat ähnliche Probleme. In Frankfurt hoffen wir, dass der Geist, die Kultur wichtiger und wichtiger werden."

Die Oper tue ihr übriges. Habe eine Orchesterakademie gegründet zur Nachwuchsförderung. Deborah Einspieler erzählt vom wieder einmal gewachsenen Kinder- und Jugendprogramm ("Wir lieben es, Lunten zu legen"). Gleichwohl werden in den kommenden Spielzeiten einige wenige bestehende Produktionen von anderen Häusern übernommen, um ein wenig Geld zu sparen.

Noch Fragen? Auch die nimmt Herr Loebe gleich vorweg. "Warum spielen Sie so wenige Operetten? Ist eigentlich ein Klassiker. Oder, dieses Jahr könnten Sie Fragen, ob ich bei der Nachfolge von Oliver Reese am Schauspielhaus meine Finger mit im Spiel hatte." Habe er nicht gehabt. Er habe auch dann nicht seinen Mund aufgemacht, als ihm zugetragen worden sei, Weber sei in der engeren Auswahl. Nun ist Anselm Weber, sein Freund, von 2017 an Intendant des Schauspiel Frankfurt. Noch so eine Fügung im Leben von Bernd Loebe.

Was das Schauspiel Frankfurt in der nächsten Spielzeit plant, lesen Sie hier.
 
29. April 2015, 11.33 Uhr
Nils Bremer
 
Nils Bremer
Jahrgang 1978, Politologe, insgesamt 14 Jahre beim Journal Frankfurt, von 2010 bis Juni 2018 als Chefredakteur. – Mehr von Nils Bremer >>
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