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Foto: Stadt Frankfurt/Holger Menzel
Foto: Stadt Frankfurt/Holger Menzel

Institut für Stadtgeschichte

Von blutigen Kämpfen und der Demokratie

„Auf die Barrikaden!“, heißt es seit vergangener Woche im Institut für Stadtgeschichte. In seiner neuen Ausstellung stehen neben der Nationalversammlung in der Paulskirche vor allem die revolutionären Debatten und Kämpfe in der Stadt 1848 im Fokus.
Passend zum Paulskirchen-Jubiläum im kommenden Jahr zeigt das Institut für Stadtgeschichte seit vergangener Woche seine neue Ausstellung „Auf die Barrikaden! Paulskirchenparlament und Revolution 1848/49 in Frankfurt“. Die beiden Kuratoren Markus Häfner und Thomas Bauer greifen darin sowohl die Rolle der Nationalversammlung als auch die revolutionären Ereignisse und Debatten in Frankfurt zwischen 1848 und 1850 auf; eingerahmt werden die beiden Themen von Stationen zum Vormärz und den Nachwirkungen der Revolution.

„Während die Geschichte der Frankfurter Nationalversammlung bereits aus vielen Blickwinkeln beleuchtet worden ist, stehen die Ereignisse im damaligen Frankfurter Stadtstaat oft im Schatten der Paulskirche und werden leicht übersehen“, erzählte die kommissarische Leiterin des Instituts, Franziska Kiermeier im Vorfeld der Eröffnung. So befasst sich die Ausstellung sowohl mit Protagonisten, Schauplätzen und Ereignissen dieser Zeit in Frankfurt als auch mit der zeitgleich stattfindenden Verfassungsdebatte.

Im Mittelpunkt von „Auf die Barrikaden!“ steht der Septemberaufstand von 1848, der sich zum Ende der Ausstellung am 18. September 2023 ebenfalls zum 175. Mal jährt. Denn neben der Nationalversammlung war Frankfurt 1848 auch von Petitionen der Bürger und blutigen Auseinandersetzungen geprägt. Während der langen Verhandlungen kippte die Stimmung in der Stadt von Gastfreundschaft zu blutigen Barrikadenkämpfen. Auch am 18. September 1848 kommt es dazu: An etwa 50 Barrikaden finden Kämpfe statt, mehr als 50 Soldaten kommen dabei ums Leben, die beiden Abgeordneten der Nationalversammlung Hans von Auerswald und Felix von Lichnowsky werden ermordet. „So wurde der Aufstand zu einem Wendepunkt der Revolution“, erklärt Kurator Thomas Bauer. „Er machte den Paulskirchenabgeordneten ihre eigene Machtlosigkeit bewusst.“ Die Folge: Im Winter 1848/49 verabschieden die Abgeordneten die „Reichsverfassung“ und die „Grundrechte des deutschen Volkes“, Vorbild für die heutige Demokratie.

Gezeigt wird die Geschichte der deutschen Revolution in Frankfurt nicht nur anhand von zahlreichen Objekten wie Stimmzetteln der Parlamentarier, der Totenmaske von Felix von Lichnowsky oder Pistolen, Gewehren und Säbeln der Aufständischen und des Militärs, sondern auch auf einem großen Stadtplan, der zentral in der Mitte des Raumes mehr als 30 Orte der Revolution in Frankfurt zeigt. Die Bedeutung der Paulskirche als Ort der Demokratie soll außerdem durch Erinnerungsstücke und Filmaufnahmen von der Hundertjahrfeier der Nationalversammlung im Jahr 1948 und weitere interaktive Stationen deutlich werden.

Rund um die Ausstellung hat das Institut für Stadtgeschichte zudem ein großes Rahmenprogramm geplant. Los geht es am kommenden Montag, dem 26. September, mit einem Vortrag von Dieter Hein zum Thema „Das Werk der Paulskirche: Scheitern und Nachwirken“. In den kommenden Wochen und Monaten folgen neben weiteren Vorträgen und Führungen auch Workshops für Schulklassen. Online gibt es nach und nach außerdem eine fünfteilige Podcast-Reihe zu hören. Im kommenden Jahr ist unter anderem ein Theaterstück mit Michael Quast geplant, zur Festwoche im Mai soll es nochmal ein spezielles Programm geben.

>> „Auf die Barrikaden! Paulskirchenparlament und Revolution 1848/49 in Frankfurt“, Institut für Stadtgeschichte, 13. September 2022-18. September 2023, Öffnungszeiten: Mo-So 11-18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos sowie das gesamte Begleitprogramm zur Ausstellung gibt es hier.
 
19. September 2022, 12.58 Uhr
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