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Horribilis von Huckevoll
 

Horribilis von Huckevoll

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Barock am Main trotzt allen Widrigkeiten

Foto: Barock am Main
Foto: Barock am Main
Das Theaterfestival Barock am Main ist flexibel. Das zeigt sich bei den Aufführungsorten, bei den Stücken und auch bei der Spielzeit, die jetzt nach vorne rückte, um nicht mit der Fußball-WM zu konkurrieren.
Seit dem vergangenen Jahr hat das beliebte Theaterfestival Barock am Main im Hof der Höchster Porzellan-Manufaktur eine Ausweichspielstätte gefunden, an der auch in dieser Saison festgehalten wird, während der alte Spielort, der Bolongaropalast, bis 2021 restauriert wird. Dass der traditionsreiche Porzellanhersteller Insolvenz angemeldet hat, stört das geplante Theatergeschehen nicht weiter. „Wir setzen mit kulturellen Highlights ein Zeichen, dass wir die Manufaktur nicht aufgeben“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann, der auch erklärt, dass Stadt und Land versuchen, der Traditionsmanufaktur durch Aufträge auf die Sprünge zu helfen. „Nachdem wir im vergangenen Jahr mit auf einer Woge der Neugierde segelten wegen der neuen Spielstätte, geht es jetzt in die Routine“, sagt Theatermacher Michael Quast, der in diesem Jahr in die Rolle des Horribilis von Huckevoll schlüpfen wird.

Mit der neuen Spielstätte weicht Barock am Main auch von seinem Molière-Repertoire an und gibt auch anderen Autoren eine Chance. In diesem Jahr bedient man sich Motiven des deutschen Barockdichters Andreas Gryphius. Das laut Quast „unspielbare“ Stück wurde von Rainer Dachselt in eine leichtgängige hessische Mundartkomödie verwandelt. Zu Handlung gleich noch mehr: Zunächst sollte der außergewöhnliche Spielzeitraum Beachtung finden. In diesem Jahr findet Barock am Main vom 30. Mai bis zum 24. Juni statt. „Der Zeitpunkt hängt mit der Fußball-WM zusammen“, erklärt Quast, der es aber auch nicht verhindern konnte, dass noch in die Vorrundenspiele hinein noch Aufführungen stattfinden. „Wir probieren das mal aus“, sagt Quast, der sich aber sicher ist, dass das Publikum die vorgerückte Spielzeit annehmen wird, denn: „Wir sind schon zur Hälfte voll. Das ist schön!“.

Michael Quast kann aber noch weitere Änderungen, ja sogar Verbesserungen verlautbaren: Die Qualität der Sitzplätze habe man verbessert. In diesem Jahr sei die gute Sicht gewährt, weil die Sitzreihen wirklich alle treppenartig abgestuft seien. „man sitzt immer höher als der Vordermann.“ Außerdem könne man wieder Tische reservieren für die Pause, oder um den Theaterabend gemütlich zu beginnen. „Im letzten Jahr war das nicht so und es wurde energisch nachgefragt.“ Außerdem habe man doppelt so viele WCs wie im vergangenen Jahr, um lange Toilettenschlangen zu vermeiden. Neu ist auch, dass man die Tickets daheim ausdrucken kann.

Und um was geht’s? In Kürze gesagt um einen Möchtegern und Aufschneider, der die Frankfurter Stadtgesellschaft aufmischt. Frankfurt im 30-jährigen Krieg: Capitano Haudruff Horribilis von Huckevoll, Herr zu Blitzen und Erbsass zu Ehrenbreitmaul zieht in die Stadt. Der tolle Kerl will auf allen Schlachtfeldern persönlich gesiegt haben und nun will er sich am Main das größte Haus, das meiste Geld und die schönste Frau zulegen. Es soll ja Leute geben, die meinen, er sei ein Hochstapler, aber das muss man dem Gauner erstmal nachweisen. Das achtköpfige Ensemble wird das Publikum sicher wieder bestens unterhalten. Zu dem Theaterfestival, das sich zu Zweidritteln aus Ticketverläufen und zu einem Drittel aus städtischer Förderung und Sponsorengeldern finanziert, strömen nicht nur die Frankfurter, vor allem aus dem Umland reisen einige Barockfans eigens an.

Die Tickets kosten zwischen 26 und 35 Euro, für Schüler und Studenten 10 Euro.
 
19. März 2018, 17.04 Uhr
Nicole Brevoord
 
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