Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kultur
Startseite Alle NachrichtenKultur
"Für mich ist es eine Fantasie, eine destruktive"
 

"Für mich ist es eine Fantasie, eine destruktive"

0

Ina Hartwig gegen Fusionsideen zum Archäologischen Museum

Foto: Sabine Gudath
Foto: Sabine Gudath
Die Stelle des Direktors im Archäologischen Museum wird neu besetzt - das ist auch als deutliches Zeichen gegen Fusionsideen mit dem Historischen Museum zu verstehen, die kürzlich Politiker anderer Parteien geäußert hatten.
Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) hält nichts von Fusionsideen. In der Amtszeit ihres Vorgängers Felix Semmelroth (CDU) kam einst die Idee auf, das Archäologische Museum mit dem Institut für Stadtgeschichte zusammenzulegen und auf mittlere Sicht noch das Historische Museum hinzuzunehmen. Das Konzept wurde durchgespielt um Geld einzusparen. Der Plan wurde jedoch wieder zerschlagen, der Direktor des Archäologischen Museums, Egon Wamer, stemmte sich dagegen.

Hartwigs Strategie hingegen ist es die einzelnen Häuser aufwerten zu wollen und die wissenschaftliche Expertise zu stärken. "Das sollten Sie mal sehen, was die im Archäologischen Museum machen. Da werden alle Bodendenkmäleraller aus dem Stadtgebiet erfasst", sagt sie. Das sei eine Aufgabe, die man nicht an ein anderes Haus abgeben könne. "Ich halte nichts davon die Direktion wegzusparen", sagt Hartwig. Man spare dadurch nicht viel Geld ein und Ansehen ginge gleichzeitig dadurch verloren. Dabei sei es zentral für eine Institution sich auf nationaler und internationaler Ebene zu vernetzen. "Museen sind immer zur Hälfte auch Forschungseinrichtungen."

Gleiches gilt auch für das Historische Museum. "Für mich ist eine Fusion eine Fantasie, eine destruktive." Sie würde das Profil der einzelnen Häuser beschädigen. Dennoch sollten die Häuser an einer engeren Vernetzung untereinander interessiert sein, sei es aus logistischer oder thematischer Natur. "Das erwarten wir von einer künftigen Direktion."

Das Archäologische Museum sei in den letzten Jahren stiefmütterlich behandelt worden. Das Ungleichgewicht zwischen den Häusern würde sie gerne ausgleichen. "Das Museum muss stärker ins Bewusstsein gerückt werden", sagt sie. Ideen diesbezüglich erwarte man von den Bewerbern. Denn eine Steigerung der Besucherzahlen sei "wünschenswert".

Wamers, der am 30. Juni in den Ruhestand geht, freue sich auf den Nachfolger, sagt Hartwig. Er gehe in "good spirits" und man stehe in gutem Kontakt. Zur Besetzung der anderen Direktionsstellen in der Museumslandschaft äußerte sich Hartwig nur knapp. Das Weltkulturen Museum wird bereits seit zwei Jahren in­te­ri­mis­tisch von Eva Raabe geleitet. Man sei zufrieden mit ihrer Arbeit und befände sich im Gespräch die kommissarische Leitung zu verlängern. Doch nach der Sommerpause wolle man die Direktion ausschreiben. Bei der Leitung des Museums Moderne Kunst habe die Stadt auch keinen Druck. Peter Gorschlüter, der seit 2010 bereits stellvertretender Museumsleiter ist, soll ab September die drei Standorte des Museums für Moderne Kunst interimistisch leiten.
 
29. März 2017, 14.01 Uhr
Tamara Marszalkowski
 
Tamara Marszalkowski
Theaterredakteurin. Jahrgang 1987, Studium der Kunstgeschichte, Ethnologie und Pädagogik in Frankfurt, seit 2015 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Tamara Marszalkowski >>
Mail schreiben
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kultur
 
 
Nach vier Jahren kommissarischer Leitung
0
Eva Raabe neue Direktorin des Weltkulturen Museums
Lange hat man in Frankfurt darauf warten müssen, dass die Direktorenstelle des Weltkulturen Museums neu besetzt wird. Seit heute ist klar: Eva Raabe, die seit Mai 2015 die kommissarische Leitung des Hauses innehat, wird nun offiziell die neue Direktorin. – Weiterlesen >>
Text: Ronja Merkel / Foto: Harald Schröder
 
 
Das Lesefest Open Books ist in diesem Jahr so groß wie nie: 170 Veranstaltungen, mehr als 240 Autorinnen und Autoren und 94 Verlagshäuser bieten ein umfangreiches Programm. Im Mittelpunkt steht dieses Mal das Gastland Norwegen. – Weiterlesen >>
Text: Elena Zompi / Foto: Stadt Frankfurt/Alexander Paul Englert
 
 
Am kommenden Samstag lädt die deutsch-japanische-Gesellschaft zum Japantag ein. Die Veranstaltung mit vielfältigem Programpunkten findet im Saalbau Bornheim statt. Ab 13 Uhr können die Besucherinnen und Besucher in die Welt Japans eintauchen. – Weiterlesen >>
Text: rip / Foto: Nihon Buyo
 
 
 
31. Saison-Premiere im Tigerpalast
0
Die Welt zu Gast im Tigerpalast
Im vergangenen Jahr feierte der Tigerpalast 30-jähriges Bestehen – und bekam zum Geburtstag den Binding Kulturpreis. Auch in diesem Jahr bringt das Team rund um Johnny Klinke zu Saisonbeginn wieder internationale Artistinnen und Artisten nach Frankfurt. – Weiterlesen >>
Text: Helen Schindler / Foto: Bernd Kammerer
 
 
Präsentation Peter Kurzeck
0
Gegen die gefräßige Zeit
Am Donnerstag stellen Rudi Deuble und Alexander Losse Peter Kurzecks posthum erschienenes Sommerbuch „Der vorige Sommer und der Sommer davor“ vor. Dabei sprechen sie auch über ihre komplizierte Arbeit am Nachlass des Autors. – Weiterlesen >>
Text: Christoph Schröder / Foto: Harald Schröder
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  665