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„Frankfurt liest ein Buch“ feiert Jubiläum
 

„Frankfurt liest ein Buch“ feiert Jubiläum

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Frankfurter Westend-Story

Foto: Hagen Schnauss
Foto: Hagen Schnauss
Das Lesefest „Frankfurt liest ein Buch“ ist mittlerweile zu einer echten literarischen Institution in Frankfurt geworden. Zum zehnten Jubiläum steht der Roman „Westend“ von Martin Mosebach im Mittelpunkt. Vom 6. bis 19. Mai werden 85 Veranstaltungen angeboten.
Im Jahr 2010 startete mit Valentin Sengers Roman „Kaiserhofstraße 12“ die erfolgreiche Geschichte des Lesefests „Frankfurt liest ein Buch“. Die Idee, einen einzigen, thematisch regional verankerten Roman für zwei Wochen in den Mittelpunkt des Interesses der Stadtgesellschaft zu rücken, ist mittlerweile zu einer Institution im literarischen Frankfurter Leben geworden. Für das kleine Jubiläum der zehnten Auflage haben die Vorsitzenden des seinerzeit eigens gegründeten Vereins, Dr. Sabine Baumann und Silke Haug, Martin Mosebachs 1992 erstmals erschienenen und seinerzeit kaum beachteten Roman „Westend“ ausgesucht. Immerhin ein Buch von knapp 1000 Seiten, das nun in einer schön aufgemachten und vergleichsweise preiswerten Ausgabe im Rowohlt Verlag neu aufgelegt wurde.
Vom 6. bis 19. Mai werden 85 Veranstaltungen an 70 unterschiedlichen Orten über die Bühne gehen. Martin Mosebach selbst, 1951 in Frankfurt-Sachsenhausen geboren und im Westend aufgewachsen, wird an 22 Veranstaltungen persönlich beteiligt sein. Kulturdezernentin Ina Hartwig sprach anlässlich der Vorstellung des Programms von der „hohen Bedeutung für die Frankfurter Lesekultur“, die das Literaturfest habe und fügte an: „Ich kann mir eine solche Atmosphäre in keiner anderen Stadt in Deutschland vorstellen.“ Zur Pressekonferenz hatte Hartwig ihre handsignierte Erstausgabe mitgebracht. Sie charakterisierte Mosebach als einen Autor, „der sich nicht an der Avantgarde der Nachkriegszeit beteiligt hat.“ Silke Haug wiederum sieht in „Westend“ Mosebachs eigentliches Hauptwerk. Am Beispiel der beiden Frankfurter Familien Has und Labonté entfalte das Buch in aller Opulenz ein Bild der Stadt in den 1950er- und 1960er-Jahren, vom Aufbau eines Stadtviertels nach dem Krieg bis kurz vor dem Häuserkampf.

Lothar Ruske, zuständig für Organisation und Pressearbeit des Lesefestes, stellte einige ausgewählte Veranstaltungen vor, machte jedoch deutlich: „Für mich ist jede einzelne Veranstaltung ein Höhepunkt.“ Zur Eröffnung am 6. Mai in der Deutschen Nationalbibliothek werden unter anderem Prinz Asfa-Wossen Asserate, der Literaturwissenschaftler Klaus Reichert, Goethehaus-Direktorin Anne Bohnenkamp-Renken und Ann Kathrin Linsenhoff, Olympiasiegerin im Dressurreiten, erwartet. Der neue Rowohlt-Verleger Florian Illies wird ein Grußwort sprechen. Zum zehnten Geburtstag von „Frankfurt liest ein Buch“ hat Dr. Julia Schopferer eine Ausstellung kuratiert, die ab 4.5. in der Zentralbibliothek zu sehen sein wird. Dazu wird es ein Quiz für Kinder und Jugendliche geben, das sich mit den Autorinnen und Autoren des Festivals beschäftigt.

>> Detailliertes Programm unter www.frankfurt-liest-ein-buch.de
Martin Mosebach: Westend. Rowohlt Verlag, 992 S., 20,- Euro
 
11. April 2019, 10.35 Uhr
Christoph Schröder
 
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