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European School of Design zieht ein
 
European School of Design zieht ein
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Nutzung für Paradieshof gefunden
Foto: Archivbild: Harald Schröder
Foto: Archivbild: Harald Schröder
Lange tat sich wenig beim Paradieshof in Alt-Sachsenhausen. Doch jetzt kommt Bewegung rein: Bei einem Auswahlverfahren der Stadt wurde mit der European School of Design ein künftiger Nutzer der Paradiesgasse 23 gefunden.
Viel wurde über den Paradieshof in der Paradiesgasse 23 gestritten, die Nutzungsfrage stand lange im Raum. Jetzt aber gibt es einen Durchbruch zu vermelden: Die Stadt hat bei einem Auswahlverfahren eine neue Nutzung der Liegenschaft ermittelt: Die European School of Design, die von der Hamburger Allee nach Sachsenhausen ziehen wird. „Wir haben einen wichtigen Schritt für die Zukunft des Paradieshofes und von ganz Alt-Sachsenhausen zurückgelegt“, sagte Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) am Montag. „Denn die Liegenschaft hat eine Schlüsselposition in dem Quartier inne. Mit der Neubelebung verfolgen wir das Ziel, ein Gegengewicht zur dominanten Kneipennutzung zu schaffen, das vor allem auch tagsüber zu einer Belebung des Stadtteils führt. Wir glauben, dass das Konzept der European School of Design hierfür am besten geeignet ist.“

Das Auswahlverfahren verlief in zwei Stufen und Liegenschaftsamt, Stadtplanungsamt und Hochbauamt waren daran ebenso wie elf Interessenten beteiligt. Insgesamt acht Bewerber waren in der zweiten Stufe dazu aufgefordert, ihre Konzepte am Donnerstag vor der Jury darzulegen. „Die Breite der vorgestellten Ideen und deren differenzierte Darstellung hat mich sehr positiv überrascht“, sagt Bürgermeister Cunitz. 

Die Jury bestand aus elf Personen, alles Vertreter der Verwaltung, freie Architekten und Fraktionsmitglieder der Stadtverordnetenversammlung. Schnell zeigte sich, dass das Konzept der European School of Design am tragfähigsten war. An nächster Stelle standen die Konzepte der Wohnrauminitiative Frankfurt (WIF) und von dem Verein basis. Die Jury konnte bei ihrer Entscheidung auf einen abgestimmten Kriterienkatalog zurückgreifen, der eine größtmögliche Transparenz ermöglicht.

Jetzt werden Bieter- und Vertragsgespräche mit der European School of Design geführt. Die abschließende Entscheidung wird in Abhängigkeit vom Verhandlungsergebnis getroffen. Die wesentlichen Inhalte des Konzeptes werden anschließend in einem Pacht- oder Erbbaurechtsvertrag zwischen dem Nutzer und der Stadt festgeschrieben. Der Paradieshof soll im Eigentum der Stadt bleiben. 

Die European School of Design sieht vor, ihren Standort in den Paradieshof zu verlegen und sich so allmählich von derzeit 50 auf bis zu 100 Studierende zu vergrößern. Der Keller soll für Werkstatt-, Studio- und Lagerräume genutzt werden, im Erdgeschoss sollen ein Foyer, Fachveranstaltungen, offene Ausstellungen und ein öffentliches Café unterkommen und in den Obergeschossen sind Seminarräume, eine Bibliothek, Ateliers für Young Professionals zur Nachwuchsförderung und die Direktion geplant. Acht Studenten sollen im Dachgeschoss wohnen können, wo auch eine Gemeinschaftsküche untergebracht ist.
„Hier überzeugt die Öffnung zum Platz durch ein gläsernes, zweigeschossiges Foyer und durch ein Café. Der Platz und das Viertel sollen zum Teil in die Lehrveranstaltungen einbezogen werden“, erklärt Cunitz. „Das wird zusammen mit den dort Studierenden zu einer deutlichen Belebung des Viertels führen, ganz im Sinne unseres Stadterneuerungsverfahrens Alt-Sachsenhausen.“

Das Konzept der WIF sieht dagegen günstiges Studierendenwohnen, ein Café und persische Küche sowie die Verwaltung der Wohnrauminitiative Frankfurt, kombiniert mit einem für verschiedene Akteure offenen Stadtteilbüro vor. Vorgesehen ist außerdem eine Bühne für Veranstaltungen und die Gründung des Vereins Paradieshof, um Veranstaltungen und das offene Haus zu organisieren. 

Der Verein basis schlägt eine kuratierte und geförderte Künstler- beziehungsweise Kreativen-Wohn- und Ateliernutzung vor. Dazu gehören ein Showroom für Kreative mit Internationalen und regionalen Ausstellungen sowie Werkstätten und ein Café.
4. Juli 2016
nb/pia
 
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