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Erbarme, die Hesse komme!
 

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Erbarme, die Hesse komme!


Vor einiger Zeit berichtete ich ja schon einmal im Journal Frankfurt von meinem Besuch in der hessischen Landesvertretung, eine hessische Botschaft in Berlin quasi. Idyllisch gelegen, über dem einstigen Führerbunker zwischen Holocaust-Mahnmal und Potsdamer Platz. Vorgestern war es wieder so weit: ein erneuter Besuch in Berlin. Ich war eingeladen beim Hessen Fest. Das ist eine jährliche Veranstaltung, bei der sich Politiker aller Couleur im Garten ein Stelldichein geben, Geschäftsleute Kontakte pflegen, hessische Firmen ihre Spezialitäten anbieten und reichlich Prominenz geladen ist.

Ein wenig Sponsoring gehört dazu: Stöffche von Höhl, Wasser von Selters, A380-Präsentation von Lufthansa nebst Gewinnspiel, Glücksrad bei Infraserv und Hau den Lukas bei der Eintracht Frankfurt. Dazu Büffet mit ahler Worscht, Gegrilltem, Handkäs und Butterkuchen. Nur der Gastgeber war nicht zu sehen.

Kein Wunder: Der Bundesversammlung drohte ein dritter Wahlgang bis Christian Wulff zum neuen Präsidenten erklärt werden konnte. Roland Koch war also verhindert und entschuldigt, Michael Boddenberg dafür da und sichtlich zerknirscht.
War wohl kein so guter Tag für die CDU. Indes feierten 1900 Leute in der Landesvertretung und vor allem außen rum im Garten. Es ging heiß her: Das war zum einen dem warmen Wetter geschuldet, zum anderen hatte das Casino in Wiesbaden in der Landesvertretung eine Spielhölle (bei der nicht um Geld gezockt wurde) eingerichtet und nebenan wurden in der Whisky Lounge edle Tropfen verkostet.


Eintracht-Präsident Peter Fischer traf ich an seinem Stand und unterbrach ihn rüde beim Essen. Aber ich musste doch unbedingt einen Wett-Tipp von ihm haben: „Holland ist zwar ein Außenseiter, die werden aber Weltmeister. Und davor kegeln wir die Argentinier raus.“ Ein paar Schritte weiter plaudert Ex-Messechef Michael von Zitzewitz, Hans Eichel drängt durch die Masse und hr-Intendant Helmut Reitze zeigt sich von einer ganz neuen Seite: hemdsärmelig und ohne Fliege. Steht ihm.

Muss an Cherno Jobatey gelegen haben, der hatte natürlich wieder Turnschuhe an. Ein fremdes Bild, so viel Lockerheit bei einer so steifen Veranstaltung. Im Foyer der Hessenbotschaft drängten sich die Besucher vor vier Bildschirmen, die ohne Ton die Bundespräsidentenwahl zeigten, wie sie in 10 Minuten Laufentfernung im Reichstag vonstatten ging. Public Viewing einmal anders.

Und schwupps - war da doch glatt der Gastgeber Roland Koch im Bild.

Indes schlürften Petra Tursky-Hartmann und Michael Paris draußen Riesling vom Kloster Eberbach und lästerten, wie man bei einer politischen Party keine Fernseher aufstellen könne. Indes fragte sich die aus der ARD-Arztserie „In aller Freundschaft“ bekannte Schauspielerin Hendrikje Fitz, warum sie eigentlich zum Hessen Fest eingeladen worden war. Eine vermeintliche Antwort fand sich: die Schauspielerin ist in Frankfurt geboren.

Unvergessen dann der Jubel, als Christian Wulff die meisten Stimmen abbekam. Fast als wäre Deutschland Weltmeister geworden. Einen Autocorso gab es hinterher auch. Jedoch ohn großes Aufsehen. Die Limousinen und Taxen fuhren die paarhundert Meter bis zur hessischen Botschaft vor und das Gedränge war plötzlich groß. Ministerin Kristina Schröder posierte neben dem Buddybär.


„Das ist ein großer Tag für die Demokratie“, tönte Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD), der mit seiner Frau Annette zu den illustren Gästen gehörte. Generell war bei der SPD die Häme zu deutlich.

Roland Koch erschien in einem recht maritimen Dress (cremefarbene Hose, weißes Hemd und blaues Sacko), fast schon im Freizeitlook und deutet auf das Hessenbärchen.
Hauen und Stechen dann fast als die Bundeskanzlerin mit Guido Westerwelle im Gefolge auf der Bildfläche erschien, um anschließend mit Roland Koch und Michael Boddenberg anzustoßen, auf das Fest und vor allem den grandiosen Wahlerfolg.

15 Minuten später war Frau Merkel dann wohl wieder weg. Das wiederum habe ich dann nicht mehr mitbekommen. Mehr Highlights hätte ich an diesem Abend nicht mehr verkraftet.
Fotos, Text: Nicole Brevoord
 
2. Juli 2010, 12.19 Uhr
Nicole Brevoord
 
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